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Mehrwert für Manager

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Homeoffice an Fenstertagen: Beliebt, aber nicht geliebt

Fast 2.000 Arbeitnehmer:innen haben an unserer Österreich-Studie zu mobilem Arbeiten "nach" der Pandemie mitgewirkt. Im Zug der Studie haben wir zwölf Freiheitsgrade untersucht, die durch Arbeitgeber am mobilen Arbeitsplatz eingeräumt werden.

Einer der untersuchten Freiheitsgrade betrifft die Möglichkeit, auch an Brücken- oder Fenstertagen Homeoffice nutzen zu können.

Warum das Thema wichtig ist
Das Thema "Mobile" Arbeiten an Brückentagen oder Fenstertagen" ist sehr verwandt mit der Nutzung von Freitagen für das Arbeiten außerhalb des Firmenbüros. Die Motive und Gründe dahinter sind sehr verwandt. Siehe dazu auch den vorherigen Artikel: https://newworldofwork.wordpress.com/2022/05/10/homeoffice-am-freitag-nicht-gern-gesehen/. Zusammenfassend kann man sagen: Beliebt bei Arbeitnehmer:innen, aber nicht unbedingt geliebt von Manager:innen.

Um zu verstehen, ob und wie gut für Arbeitnehmer:innen in Österreich Zugang zu diesem Freiheitsgrad besteht, haben wir die Teilnehmer:innen der Studie gebeten auf einer fünfstufigen Skala (Nie, Kaum, Gelegentlich, Häufig, Immer) anzugeben, in welcher Form die nachfolgende Aussage auf sie zutrifft: "Mein Arbeitgeber ermöglicht mir, sogar Brückentage/Fenstertage für mobiles Arbeiten zu nutzen."

Ergebnis
Dass die Themen sehr verwandt sind, zeigen auch die Ergebnisse unserer Studie. Denn bis auf Unterschiede in den Nachkommastellen, sind die Gruppengrößen identisch: Auch hier sind es 54% der ArbeitnehmerInnen, die an Brückentagen oder Fenstertagen nicht mobil arbeiten dürfen oder nur unter erschwerten Bedingungen. 46% verfügen jedoch über die Möglichkeit.

Mögliche Ursachen, Hintergründe und Ansatzpunkte für Veränderung

Noch einmal zur Erinnerung, womit haben wir es aber hier zu tun: Es geht hierbei um eine überschaubare Zahl von Feiertagskonstellationen im Jahr, bei denen der eigentliche Feiertag entweder auf einen Dienstag oder einen Donnerstag fällt. Ist der Dienstag ein Feiertag, dann würde am Montag mobil gearbeitet, statt an diesem Tag in das Firmenbüro zu pendeln und dort vor Ort zu arbeiten. Umgekehrt würde am Freitag mobil gearbeitet, wenn der Donnerstag ein Feiertag ist.

Die Ängste oder Bedenken im Führungsteam sind bei diesem Thema ähnlich gelagert, wie beim mobilen Arbeiten an Freitagen. Diese zielen in die Richtung, dass an einem solchen Tag nicht oder nicht hinreichend Leistung erbracht wird. Die Phrase "Kurzurlaub auf Homeoffice" bringt diese Bedenken wahrscheinlich auf den Punkt. Diesen oder ähnlich gelagerten Bedenken in Teilen des Führungsteams stehen deutliche Nutzenaspekte für bestimmte Arbeitnehmer:innengruppen gegenüber:

Signifikanter Mehrwert entsteht insbesondere für die Gruppe von Mitarbeiter:innen, die täglich erhebliche Zeit für das Pendeln zwischen Büro und zuhause investieren. Was "erheblich" bedeutet, fällt schwer, ohne weitere Forschung präzise einzugrenzen. Aber ab zwei Stunden Pendelaufwand pro Tag kann man wahrscheinlich recht plausibel von "Erheblichkeit" ausgehen. In einem solchen Fall steigert die Möglichkeit, am Brückentag nicht in das Firmenbüro pendeln zu müssen, mit ziemlich großer Sicherheit den Erholungswert eines Feiertages in Kombination mit dem Wochenende davor (Dienstag = Feiertag) oder danach (Donnerstag = Feiertag).

Eine zweite Gruppe, die von der mobilen Arbeitsmöglichkeit an Fenstertagen profitiert, ist die Gruppe der Wochenpendler:innen. Wochenpendler:innen reisen mehrere Stunden am Wochenbeginn zum Arbeitsort an und vor dem Wochenende entsprechend zurück. Hier ist ebenfalls deutlicher Mehrwert durch die Nutzung der mobilen Arbeitsoption an einem Brückentag gegeben.

Wie also mit dem Thema im Betrieb umgehen? Unter Berücksichtigung der im vorherigen Kapitel beschriebenen Szenarien ist wohl die schlechteste Variante die, das Thema im Betrieb nicht zu regeln. Oder umgekehrt: Wahrscheinlich ist die beste Variante eine positive Regelung des Themas, d.h. die Nutzung zuzulassen. Und dann kommt aber auch in diesem Fall den Führungskräften die Verantwortung zu, im jeweiligen Team oder in der jeweiligen Abteilung für "Fair Use" zu sorgen. Denn zum Beispiel kann es die Aufgaben eines Teams oder einer Abteilung erfordern, dass stets ein "Minimum Crew" vor Ort im Büro ansprechbar ist und hinzugezogen werden kann, und das gilt auch für einen Brücken- oder Fenstertag.

Über das Forschungsprojekt
Die Studie wurde als gemeinsames Forschungsprojekt der FH des BFI Wien und der IMC FH Krems durchgeführt. Das Forschungsteam: Laura Dörfler (FH des BFI Wien), Michael Bartz (IMC FH Krems), Christopher Schwand (IMC FH Krems), David Strauß (FH des BFI Wien). Finanziert wurde einjährige Forschungsvorhaben vom Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 der Arbeiterkammer Wien.

Den Originalartikel vom 17. Mai 2022 und weitere Informationen zur Blog-Reihe anlässlich der Österreich-Studie finden Sie unter newworldofwork.wordpress.com/2022/05/17/homeoffice-an-fenstertagen-beliebt-aber-nicht-geliebt

Bild: iStock

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