Montag, Jänner 30, 2023

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Die Wiengas macht sich selber Konkurrenz und installiert eine kombinierte Erdgas-Solaranlage. Nicht weil sie will, sondern "weil wir das von der Wohnhäuserverwaltung "Wiener Wohnen" aufgelegt bekommen haben", wie Wiengas-Geschäftsführer Richard Pöltner bei der Präsentation des Projekts Sonnenkollektoranlage Hugo-Breitnerhof meinte. Im Zuge der Sanierung des 1954 eröffneten Gemeindebaus mit 1100 Wohnungen erhält ein Dachgeschoßausbau mit 220 Wohneinheiten zusätzlich zur Gasversorgung eine Sonnenkollektoranlage für die Brauchwasserbereitung und Heizungseinbindung. "Wäre bei der Sanierung des Breitnerhofes auf Fernwärme umgestellt worden, hätten wir mit einem Schlag 2000 Kunden verloren", so Pöltner über die Wahl, vor die ihn das Rathaus gestellt hatte.

Partner der Wiengas bei diesem Projekt ist die Arge Erneuerbare Energie (AEE), die sich mit nachhaltiger Energienutzung beschäftigt. Im Jahresschnitt werde für die Solaranlage ein Deckungsgrad von 50 Prozent angestrebt, erläuterte Josef Schröttner von der AEE. Die Errichtungskosten für die Anlage belaufen sich seinen Angaben zufolge auf rund zwei Millionen Schilling, was 9000 Schilling pro Wohnung bedeutet und damit noch unwirtschaftlich ist, wie man zugibt. Während im Jahr 1980 in österreich erst 20.000 Quadratmeter Kollektoren die Kraft der Sonne einfingen, waren es 1995 bereits 200.000. Ziel der EU ist es, Europa bis 2010 mit einer Fläche von 100 Millionen Kollektor-Quadratmetern zu bepflastern.

österreichs Architekten und Baumeister haben es nicht leicht: Von der Baustoffindustrie wurde ihnen jahrzehntelang erfolgreich eingeredet, hochtechnisierte Verbund-Baustoffe zu verwenden. Folglich finden sich heute in Hochbauten heterogene Baumaterialien, Fassaden-Vollwärmeschutz beispielsweise, diese untrennbare Verbindung von Schaumstoff, Gewebe und Kunststoff, die für eine Wiederverwertung ungeeignet sind. Am Beginn 21. Jahrhunderts greift jedoch auch in der Baubranche das Schlagwort von der "Nachhaltigkeit" um sich. Planung, die sich nicht nur an Baukosten, sondern am gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes mitsamt Entsorgung oder Wiederverwertung der verwendeten Baustoffe orientiert, ist eine Sichtweise, die sich in der Baubranche zwar sehr zögerlich, aber unaufhaltsam durchsetzen wird, glaubt der Bauingenieur und Unternehmensberater Peter Maydl. Der Dozent am Institut für Baustofflehre an der TU Wien beschäftigt sich intensiv mit der Zusammenführung ökonomischer und ökologischer Aspekte des Bauens. "Diese Verbindung gibt es in österreich noch nicht. Nur im ökologischen Bauen sind wir im Spitzenfeld. Die Diskussion ist heute zu energielastig", so Maydl. Die Baubiologen würden sich nur um den Schutz von ökosystemen und die menschliche Gesundheit kümmern - also Themen wie Abfallvermeidung, Emissionen und Giftgehalt von Baustoffen.
"Ein Verkauf der Autobahnen an eine amerikanische Firma ist nicht geplant", dementiert Asfinag-Sprecher Harald Dirnbacher entsprechende ORF-Meldungen. Vielmehr werden verschiedene Modelle überlegt, wie die Straßenbaugesellschaft weniger Geld zur Erhaltung des hochrangigen Straßennetzes in die Hand nehmen muss. Eine Verlustbeteiligung eines Unternehmens, das diese Investitionen abschreibt, sei eine Möglichkeit. Darüber, dass die Meldung an die öffentlichkeit gelangt ist, ist Dirnbacher unglücklich: "Das kommt von jemandem, der die Asfinag nicht will." Alt- oder jetzige Aufstichtsräte würden Sitzungsprotokolle weitergeben, vermutet Dirnbacher.
Transparenz in Architekturfragen: Ein Muss für die Wiener Stadträte Bernhard Görg (öVP) und Werner Faymann (SPö). Zumindest erklärten das beide vor der Gemeinderatswahl. Die Vorgänge rund um den Wiener Kaipalast, der von der Baupolizei vor wenigen Wochen zum Abbruch freigegeben wurde, zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild. Um das 1911 vom Wiener Architekten Ignaz Reiser geplante Geschäftshaus, eines der ersten Stahlbetonbauwerke Wiens, ranken sich Spekulationen um nicht veröffentlichte Gutachten und Unmut über den mutwilligen Abbruch eines aus architekturhistorischer Sicht wertvollen Gebäudes.

Die Zürich Kosmos Versicherung, seit 1930 Eigentümer, hatte 1997 laut eigenen Angaben sechs Millionen Schilling in eine Sanierung des Hauses investiert, diese Arbeiten aber eingestellt, nachdem schwere Schäden an der Tragkonstruktion infolge eines Brandes zutage getreten waren. Der Statiker Peter Kramer wurde mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt, das der vom Bundesdenkmalamt beigestellte Gutachter Alfred Pauser bestätigte: Sanierungsmaßnahmen an den Decken würden keinen im heutigen Sinn konsensfähigen Bauzustand sicherstellen, so die Schlussfolgerung. Als Konsequenz entschloss sich die Versicherung 1999, den Abbruch zu beantragen und einen Architektenwettbewerb für den Neubau eines Büro- und Geschäftshauses auszuschreiben, den das österreichische Architektenduo Marta Schreieck und Dieter Henke gewann.

Die Porr AG hat Probleme mit ihren Bürohausprojekten. Der Florido Plaza im Wien-Floridsdorf, von der Porr-Tochter UBM entwickelt, soll Ende September übergeben werden, noch gibt es aber keinen einzigen unterschriebenen Mietvertrag für die 36.000 m2 Bürofläche. Dass es mit der Verwertung Probleme gibt, zeigt der Umstand, dass die deutsche Real IS, deren Bayernfonds den Florido mit der UBM vermarktet, nicht nur die Wiener Mannschaft, sondern auch das Raum- und Verwertungskonzept des Towers total umgekrempelt hat.

Für Real-Geschäftsführer Jürgen Schmid war das Konzept Shopping-Entertainment, wie es gerade in der Millennium City am Handelskai durchgezogen wird, abschreckendes Beispiel: "Diese Mischform hat keine Zukunft. Wir sind mit der Verwertung mit Absicht nicht frühzeitig auf den Markt gegangen, weil wir uns die Mieter aussuchen wollen", behauptet Schmid.

Auch die Porr selbst hat ihre lieben Sorgen. Der "Office Provider", direkt neben der Konzernzentrale am Laaerberg gelegen, wird Ende das Jahres fertig. Auch dort kann man sich über keine fixen Mieter für 16. 000 m2 freuen. "Es könnte schneller gehen", gibt man in der Verwertungsabteilung zu.

Dass es für das Bürohaus auf der überplattung der Südost-Tangente lediglich unterschriftsreife Verträge gibt, sieht der Wiener Immobiliensachverständige Alfons Metzger nicht dramatisch: "Es gibt so genannte Ankermieter, die warten, bis ein oder zwei unterschrieben haben und ziehen dann nach. Außerdem geht heute der Trend dahin, dass Developer dem Käufer Mietgarantien geben. Gekauft wird nur, wenn das Haus zu 80 Prozent ausgemietet ist."

Georg Stonawski hat sich viel vorgenommen: "Unser Ziel ist es, bautechnische Daten so miteinander zu verknüpfen, dass das Aufstellen eines Krans mitsamt der dafür notwendigen Logistik nicht nur dreidimensional, sondern auch im zeitlichen Ablauf darstellbar wird." Stonawski ist Leiter des Zentrums für Virtual Reality VRVis, das sich seit Mitte vergangenen Jahres mit der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet von Virtual Reality und den Möglichkeiten der Visualisierungstechnik beschäftigt. Nun hat sich das Kompetenzzentrum mit der 3D-Grafikschmiede Imagination und der Mischek Ziviltechniker GmbH zusammengetan, um alle für ein Bauvorhaben relevanten Informationen zu sammeln und den Bauprozess vom Entwurf bis zum Betrieb grafisch nachvollziehbar machen zu können.

"Es gibt ja viele CAD-Systeme", so Stonawski. "Wir wollen aber alle Ablaufdetails einer Baustelle in einem 3D-Modell digital simulieren, um darzustellen, wie die Planung ineinander greifen muss." Das Forschungsprojekt für dieses Controlling Tool befindet sich noch ein der Spezifikationsphase, mit ersten Ergebnissen rechnet Stonawski in einem halben Jahr.

Kompetenzzentren sind der letzte Schrei. In diesen Pools arbeiten Forschung und Wirtschaft zum beiderseitigen Gewinn zusammen. Und das beste daran ist, dass sie von Bund und Ländern gefördert werden. VRVis wird zu 60 Prozent gefördert, der Rest kommt aus der Wirtschaft. In einigen Wochen will man sich auch entsprechend präsentieren: mit einem Standort im neu eröffneten Tech Gate Vienna in der Donaucity.

Die eingestürzte Decke im Gasometer B wird durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. "Die Ausführung in Beton wäre sowohl technisch als auch terminlich nicht mehr zu schaffen gewesen", ist aus der Stahlbauabteilung der Wibeba zu hören. Das Wiener Bauunternehmen wurde vom Bauherrn der Gasometerrevitalisierung, der Gasometer Mall Betriebs- und Errichtungsgesellschaft (GME), beauftragt, eine Decke aus radialen Stahlträgern zu konstruieren, die mit Steinwolle gedämmt und mit Gipskarton verkleidet werden. Sie ersetzt die 1500 m2 große, elliptisch geschwungene und freitragende Stahlbetondecke über der Veranstaltungshalle, die im Februar eingestürzt war.

"Es war nicht der Beton!" Zu diesem Schluss kommt der renommierte Wiener Bauingenieur Alfred Pauser, der im Auftrag des Gerichts den Einsturz untersucht hatte. Es liege, so Pauser, einerseits an der horizontalen Bewehrung, die bei der starken Krümmung im übergang von der flachen Schalendecke zur Wand unterbemessenen gewesen sei. Andererseits sei die Ursache für den Einsturz bei "gewissen baulichen Mängeln" zu suchen. "Es gab bereichsweise mangelnde Verbundeigenschaften zwischen Beton und Stahl infolge der Abschalung", so Pauser.

Anders ausgedrückt: Die statische Berechnung der Decke war ungenau, die Schalung wurde zu früh entfernt. Sowohl Statik als auch Bauaufsicht liegen beim Wiener Ingenieurbüro Fritsch, Chiari und Partner.

österreichs Bundeshauptstadt Wien gilt immer noch als die Stadt mit der weltweit drittbesten Lebensqualität. Das wissen auch internationale Investoren auf der Suche nach lukrativen Standorten. Warum sie so gerne in Wien investieren, hat das Immobilienbüro Otto bei deutschen und amerikanischen Interessenten erkundet. Wien ist, neben der Sicherheit, vor allem wegen der vergleichsweise großen politischen und wirtschaftlichen Stabilität sowie der hohen Lebensqualität beliebt. Für einige Jahre werde sich daher auch noch kein Ende des Booms beim Bau von Büroflächen zeigen, sind sich Immobilienexperten einig. Der Immobilienbroker CB Richard Ellis prognostiziert Wien für heuer einen Zuwachs von 310.000 m2 Bürofläche, wovon 90 Prozent neu errichtet sind, 2002 hält man sogar eine Steigerung auf 340.000 m2 für möglich. "Der Wiener Büromarkt ist tendenziell sehr aktiv, es werden noch mehr Flächen produziert werden", ist auch der Immobiliensachverständige Alfons Metzger überzeugt.

Allerdings würden Standort- und Gebäudequalität immer ausschlaggebender bei der Entscheidung über ein Investment. Da gebe es noch einen enormen Nachholbedarf, was das Know-how der heimischen Errichter von Bürogebäuden betrifft. "Heute geben die internationalen Konzerne vor, welche Ausstattung ihre Standorte brauchen", meint Metzger. In österreich sei es aber noch immer Praxis, ein Gebäude inklusive der Raumaufteilung von einem Architekten bearbeiten zu lassen. "Natürlich muss ein Gebäude ansehnlich sein. Architekten sollen sich aber auf das Design beschränken, die Funktionalität der Räume muss von Immobilienwirtschaftern bestimmt werden", reduziert Metzger den Baukünstler zum Behübscher.

Als gebildeter Mensch glaubt man ja nicht an Klischees. Beispielsweise an die Vorstellung, alle Französinnen seien klein und temperamentvoll. Und dann das: Francoise-Hélène Jourda ist klein und temperamentvoll. Die Architektin aus Lyon hat, wie man in Frankreich sagt, Ésprit. Schwer vorstellbar, dass die Studenten am Institut für Raumgestaltung der Technischen Universität Wien in ihren Vorlesungen einschlafen. Anfang Februar waren es zwei Jahre, dass Francoise-Hélène Jourda als Professorin an die TU kam. Die 45-jährige Architektin, die einen nach dem Abgang des Schweizers Justus Dahinden jahrelang verwaisten Lehrstuhl übernommen hatte, beging diesen Jahrestag mit einer Präsentation des Instituts im Lichtforum Wien. Zu sehen waren: Studentenprojekte zum Thema Raum, graue Kartonmodelle, die eher an Skulpturen als an Architektur erinnerten, eine CD, die über die Aktivitäten des Instituts informiert, weiters eine neu gestaltete, trendige und super-coole Homepage sowie eine vorerst nur institutsintern nutzbare Architekturdatenbank.

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