Mittwoch, Mai 22, 2024
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Wie Climate Tech-Startups Unternehmen aus allen Branchen helfen

Ein Kommentar von Alexandra Lucke, AWS ClimateTech Expert

Der Ruf nach einer klimabewussteren und nachhaltigeren Welt hält auch im Jahr 2024 an. Organisationen wie die Internationale Energieagentur erwarten, dass Künstliche Intelligenz (KI) und Energie zum neuen „Power Couple" werden. Privatunternehmen streben nach Lösungen, die Netto-Null-Emissionen ermöglichen; gleichzeitig wollen staatliche Entscheidungsträger ein Umfeld schaffen, das schnell einsatzfähige Lösungen begünstigt. Dieses Ziel lässt sich nur mit Innovationen erreichen, die vor allem von Startups im Bereich Klima-Technologie vorangetrieben werden.

In den vergangenen Jahren hat sich das Climate Tech Ökosystem erheblich entwickelt; Investor:innen haben das Potenzial bereits erkannt: Mit einem Sektor, der trotz eines allgemeinen Rückgangs der Finanzierung im gesamten Start-up-Ökosystem im Jahr 2023 über 32 Milliarden Dollar eingenommen hat, laut ClimateTech Venture Capital.

„Klima-Technologie boomt. Jeder gräbt tief, um das nächste große Ding zu finden", sagt Eric Gossart, Partner bei Serena Capital mit Sitz in Paris. „KI könnte das Geheimnis sein, um die Klima-Technologie in diesem Jahr zu transformieren, indem sie Innovationen von der Netzverwaltung bis zu den Materialwissenschaften antreibt. Für uns und andere Investor:innen verfolgen wir gespannt die Fähigkeit des neuen KI/Klima-Technologie-Power Couples, Nachhaltigkeitsziele für verschiedene Branchen zu erreichen", ergänzt Gossart.

Politik fördert den Übergang zur Klimaneutralität
Regierungen werden weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Der Industrieplan des EU-Green Deal unterstützt das Ziel der Klimaneutralität und fördert die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie mit dem Ziel der Netto-Null-Emission. Ebenso verlangt die 2023 in Kraft getretene „Corporate Sustainability Reporting Directive" der EU von großen und börsennotierten Unternehmen, ihre sozialen und ökologischen Risiken sowie Chancen und deren Auswirkungen offenzulegen. Beide Initiativen bieten Klima-Technologie-Innovatoren die Möglichkeit, maßgeschneiderte Lösungen für verschiedene Branchen zu entwickeln und skalieren.

Stärkung von Klima-Technologie-Unternehmen
Für europäische Climate Tech-Unternehmen ist der erschwingliche Zugang zu Cloud-Technologien wie Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Datenanalyse von großer Bedeutung. Das ist entscheidend, um Innovationen voranzutreiben, die zur Erreichung von Europas Zielen einer Netto-Null-Emission beitragen, insbesondere in den Bereichen Datenanalyse, CO2-Monitoring und Abfallreduktion. In ganz Europa sind bereits klare Anzeichen für diese Entwicklung zu sehen.

Jedes Jahr werden Lebensmittel im Wert von etwa 1 Billion US-Dollar weggeworfen, während täglich 828 Millionen Menschen von Hunger betroffen sind. Laut einigen Berichten machen verschwendete Lebensmittel bis zu 10 Prozent aller vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen aus. Too Good To Go hat es sich zum Ziel gesetzt, jeden zu inspirieren und zu befähigen, gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung zu kämpfen. Über eine App können Nutzer:innen unverkaufte Lebensmittel in ihren Lieblingsrestaurants und -geschäften retten.

Unterstützt von Amazon Web Services (AWS) verfügt der Too Good To Go-Dienst über eine nachhaltige Infrastruktur, die es geschafft hat, 81 Millionen registrierte Nutzer weltweit mit 145.000 aktiven Geschäftspartnern, die überschüssige Lebensmittel haben, zu verbinden. „Es ist eine Win-win-win-Situation", sagt Sander Christopherson, Vizepräsident für Produkt bei Too Good To Go. „Der Verbraucher macht ein gutes Geschäft, das Geschäft erhält Geld, das es sonst nicht bekommen hätte, und die Umwelt ist der Gewinner."

Großunternehmen spielen wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel
Große Organisationen haben ebenfalls eine zentrale Funktion. Sie können ihre Forschungs- und Entwicklungskosten senken, indem sie Partnerschaften mit und Investitionen in junge Klima-Technologie-Startups eingehen. Dadurch können individuell angepasste Lösungen für ihre spezifischen Geschäfts- und Branchenanforderungen entwickelt werden. Die Startups wiederum fördern ihrerseits Innovationen, die potenziell in verschiedenen Sektoren Anwendung finden können, insbesondere bei Lösungen, die auf den Klimaschutz ausgerichtet sind.

2023 ging Amazon Web Services (AWS) eine Partnerschaft mit dem International Research Centre on Artificial Intelligence (IRCAI), einer Organisation der Vereinten Nationen, ein. Zusammen starteten sie das weltweit erste Fellowship-Programm seiner Art. Das kostenlose Programm bietet Menschen die Möglichkeit, ihre Ideen zum Klimawandel mithilfe modernster Cloud-Computing- und KI-Technologien in praktische Lösungen für die Klimakrise umzusetzen.

Es kann nie genug Vorbilder zur Rettung des Planeten geben. Viele Menschen, die gute Ideen zur Bekämpfung des Klimawandels haben, sind nicht immer in allen Technologie- oder Finanzierungsthemen versiert. Initiativen wie die Pre-Seed-Acceleratoren von AWS für Frauen in den Bereichen KI und Klima-Technologie tragen dazu bei, diese Lücken zu füllen. Zum Beispiel konnte von dieser Initative Senstile profitieren, ein von Frauen geleitetes spanisches Startup, das KI einsetzt, um Textilabfälle zu verringern. Das Unternehmen konnte im Rahmen des Förderprogramms seine Produkte weiter verbessern, Investor:innen gewinnen und Markteinführungsstrategien entwickeln, um seine Lösungen schneller auf den Markt zu bringen.

Je mehr große Unternehmen Startups unterstützen, desto mehr Impulsgeber werden sich entwickeln, die mit ihren Ideen einen wichtigen Beitrag gegen den globalen Klimawandel leisten können.

Bild: iStock

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