Montag, Juli 15, 2024
"Bahn frei für grünes Denken“. So lautet das Motto des eben präsentierten öBB-Umweltberichtes. "Bei den öBB steht das Konzept der nachhaltigen Mobilität an oberster Stelle. Alle unsere Handlungen und Entscheidungen werden nach den Kriterien der Umweltverträglichkeit, der volkswirtschaftlichen Effizienz und der sozialen Gerechtigkeit getroffen“, betonte der öBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde anlässlich der Präsentation.

Wie mager die ausgegebene Losung in der Realität ausfallen kann zeigt sich am Beispiel Lärmschutz, einem Hauptproblem für Bahnanrainer. Im knapp 80 Seiten starken Umweltbericht ist diesem Thema ein mickriger Absatz von 16 Zeilen gewidmet. Die Kernbotschaft: Pro Jahr werden bundesweit an Bestandsstrecken rund 30 Millionen Euro für den Lärmschutz ausgegeben, etwa ein Drittel davon zahlt die Bahn. Das reicht gerade mal für ein 15 Kilometer Lärmschutzwand und fällt angesichts der Gesamtstreckenlänge der öBB von 5.672 Kilometern unter die Wahrnehmungsgrenze.

Thomas Türinger, Leiter der Abteilung Planung & Enginieering glaubt trotzdem daran, dass "bis 2010 im Großteil österreichs keine Lärmbelästigung mehr“ vorhanden sein wird. Nett. Genau so nett wie das Faktum, dass bei den 120 im öBB-Einsatz stehenden Taurus-Lokomotiven die bei Bremsvorgängen freiwerdende Energie wieder ins Netz eingespeist wird. Oder, dass am Bahnhof Linz durch Verbesserung der Mülltrennung eine Kosteneinsparung von gut 116.000 Euro erzielt wurde. Oder, dass der 3.500 Tonnen umfassende illegale Müllberg am Nordbahnhofgelände geräumt wurde. Umweltschutz pur, Lärm ist dagegen bloß eine individuell unterschiedlich wahrgenommene Beeinträchtigung.

Der österreichische Verband für Elektrotechnik und Elektronik (OVE) und das österreichische Normungsinstitut haben ein gemeinsames Webportal eingerichtet. Unter www.norm-online.info können sämtliche Normen und IEC-Publikationen bestellt werden. Das Portal ist auch über die OVE-Homepage www.ove.at erreichbar. Der Publikationskatalog wird jeden Monat aktualisiert.
Georg Magenschab, Chef der 1993 in Wien als Resultat einer WU-Forschungsgruppe gegründeten WIGeoGIS, nennt es ein »Festhalten am CRM«, das jedoch im Verbund mit Bevölkerungs-, Wirtschafts- und Unternehmensdaten auf Basis digitaler Landkarten eine wesentliche Veredelung erfährt. Die Rede ist von Geomarketing mithilfe von geografischen Informationssystemen.

Datenveredelung. Das bedeutet Geokoordinierung für zwei Millionen Adressen alleine in österreich. Das bedeutet, dass aus simplen Liniennetzen so genannte Rasterkarten werden: Laufend aktualisierten »Nacktkarten«, die nicht viel mehr als Straßenzüge beinhalten, wird dabei das Wissen von zehn Drittanbietern wie Teleatlas, Ed. Hölzel, Herold und Statistik Austria zugeführt. »Aus dem Verbund von Multimedia, Ortung und CRM entsteht ein Mehrwert in Form von Visualisierungen, die entweder als Dokumentation etwa für Versicherungen oder Geometer, als Lotsung- und Trackingservices etwa für Servicetechniker oder als Analysetools für letztlich jede der rund 15.000 Marketingabteilungen in österreich herhalten«, erklärt der junge Chef.

Letztere setzt etwa die Bank Austria für ihre Filialstruktur ein, die dafür den Filialen entsprechende Einzugsgebiete definiert hat und diesen sodann die eigenen Kundendaten mit relevanten Marktdaten integriert hat. Auf Knopfdruck erscheint einem Filialleiter der Bank Austria heute so ein beeindruckendes Wissen über die Geschäftsentwicklung in allernächster Nähe.

Als Vorbereitung für exakte Location- based Services hat WIGeoGIS bei allen Mobilfunkern in österreich Einzug halten können. Bei der mobilkom wurde etwa der Prototyp mobilguide entwickelt - Trackingservices sind dort innerhalb des eigenen Netzes heute schon recht annehmbar nutzbar. Allerdings bremst Magenschab die Euphorie rund um den punktgenauen M-Commerce: »Die Einführung der Triangulierung, was das Heranziehen von mehreren Basisstationsignalen zur wirklich exakten Berechnung des Standortes des Handynutzers erlauben würde, liegt vermutlich noch einige Jahre weit weg. Bedenken Sie die enorme Rechenkapazität, die notwendig wäre, proaktiv alle paar Sekunden für drei Millionen Handys eine exakte Ortung vorzunehmen!«

T-Mobile etwa verwendet keine Triangulierung, One dagegen setzt die Nokia-Software M-Position ein und hat damit den one-compass realisiert, hält aber laut Sprecherin Sandra Tesar LBS und Trackingservices »noch für bedenklich«, Datenschutz und Spam seien noch zu wenig abgesteckt. Vorerst werden Handynetze daher weiterhin passiv auf einen Auftrag für die Standortortung warten. »Dennoch ist auch heute schon wirklich Beeindruckendes möglich. Die Eingabe etwa von essen am PDA, der den mobilguide verwendet, listet binnen kürzester Zeit alle Gaststätten in nächster Nähe auf. Das ist doch was, oder?« Und zur Veranschaulichung der Trackingservices erscheint ein Punkt am Bildschirm, der auf der Südosttangente aufleuchtet - jetzt weiß Georg Magenschab, dass eben seine Frau auf dem Heimweg ist …

1. Mehrwert Redundanz & Usage Based Accounting. Johann Heinzl, für das Raiffeisen Informatik Zentrum (RIZ IT) für Open-System-Services zuständig, schwärmt vom »usage based accounting - eben so, wie es ein Mainframe immer schon exerziert hat«. Geht es darum, einen Wildwuchs unterschiedlichster IT-Systeme einzudämmen, Security ernst zu nehmen sowie optimale Billingvoraussetzungen zu schaffen, liege es einfach nahe, die Architektur des Mainframes heranzuziehen: »Produktvielfalt und 3rd-Party-Produkte sind hier gegenüber UNIX- und NT-Systemen weitaus zahlreicher. Zudem hat man sich im Mainframebereich 15 Jahre früher Gedanken über Accounting und Security gemacht.«

Jetzt werde dessen Konzept eben auf die heterogene IT-Welt übertragen. über die RIZ-IT-Systeme - mehr als 900 Server und 7500 Clients sowie eine Gesamtrechnerkapazität von 4,2 Milliarden Instruktionen pro Sekunden und 22,3 Terabytes Plattenkapazität - werden jährlich rund eine viertel Milliarde Transaktionen abgewickelt. 340 Millionen Euro Umsatz mit rund 1300 Mitarbeitern erwartet das RIZ IT heuer.

Das Rechenzentrum verzeichnet mittlerweile einen spürbaren Anstieg bei Storage-on-Demand und »nach wie vor ein explosives Wachstum bei Mails«. Für die Unternehmen entstehe vor allem ein Mehrwert durch Redundanz, betont Heinzl. »Mirroring in Form von Disaster-Recovery-Systemen ist aktuell enorm gefragt.« Und das erkläre großteils das momentan dramatische Wachstum der Speicherkapazitäten: »Wohlgemerkt: Datenwachstum und Speicherwachstum gehen nicht Hand in Hand. Durch die Securityvorkehrungen werden Daten ja oftmals einfach verdoppelt oder gar verdreifacht, indem man sie an anderer Stelle noch einmal sichert.«

Gegen das interne »Management des Zufalls« wurde bei RIZ IT nun die Software BrightStor von Computer Associates implementiert, die nicht nur alle verfügbaren Ressourcen innerhalb einer einzigen Plattform bündelt, sondern zugleich auch als »Basislager« für die Verrechnung herhält. Und Michael Wengermayer, österreich-Chef von Computer Associates, ist überzeugt, dass seine Software für jede noch so groß geartete Datenmenge gerüstet sei: »Das Rechenzentrum des RIZ IT ist in der Größe durchaus vergleichbar mit den IT-Systemen der Telekom Austria. Aber wesentlich heterogener. Und daher sehe ich technisch keinerlei Grund, dass BrightStor das IT-Management nicht beherrschen sollte.«

2. Armaturenbrett für den Geschäftsprozess. Heterogene Systemwelten, rivalisierende IT-Manager, deren konkurrierendes Machtdenken sich je nach Stärke entsprechend mehr für die Datenbankdimensionierung samt Storagekapazitäten, Securityansprüchen oder der generellen IT-Performance innerhalb ein und desselben Unternehmens sich entfaltet, sowie - und nicht zuletzt - lange Reaktionszeiten beim Troubleshooting: Gegen all diese Missstände hat BMC Software eine Art Cockpit - einen auf eine Leinwand projizierten »Leitstand« - namens Patrol 7 entwickelt, der alle IT-Abläufe mit Hilfe von so genannten Knowledge-Modulen - 350 verschiedene Interfaces für unterschiedlichste Hard- und Software - permanent überwacht und hernach visualisiert.

BMC-Manager Christian Demuth beschreibt dieses »Armaturenbrett« mit teilweise automatisiertem Fehlermanagement so: »Es geht um eine konsolidierte Sicht gesamter Geschäftsaktivitäten, das ein proaktives Management erlaubt. Es geht um eine zentralisierte Kontrolle durch Visualisierung.«

Und das soll nicht nur das Troubleshooting deutlich beschleunigen, sondern auch der Verschwendung einen Riegel vorsetzen. Etwa bei Speicherkapazitäten: »Storage gehört verwendet. Ist jedoch eine Datenbank unsinnig dimensioniert, ist das nicht möglich. Der Storagemanager weiß jedoch nicht, ob eine Datenbank sinnvoll ist oder nicht, weil er sie nicht einsehen kann. Patrol ändert das, indem eine applikationsorientierte Sicht auf die Speicherressourcen ermöglicht wird.«

Application Centric Storage Management (ACSM): Alle für die unternehmenskritischen Anwendungen erforderlichen Elemente im Storage - Platten, Subsysteme, Switches und Router sowie die logische und physische Sicht der Platten - werden auch aus Anwendungssicht darstellbar, überwachbar, automatisierbar und durch Trendanalysen im Verlauf prognostizierbar.

Zum Einsatz kommt Patrol etwa in Form eines zentralen Managementsystems bei der österreichischen Nationalbank: »Austrian Real Time Gross Settlement« und »Trans-European Automated Real Time Gross Settlement Express Transfer« sind jene Systeme, die den Zahlungsverkehr mit den 15 EU-Ländern sowie der EZB in Frankfurt handeln. Mit mittlerweile mehr als 15.000 Transaktionen pro Tag liegt das österreichische System im europäischen Spitzenfeld. Die Schaffung eines schnellen Großbetragszahlungssystems war eine wesentliche Voraussetzung für das reibungslose Funktionieren der Währungs- und Wirtschaftsunion.

Das OeNB-Rechenzentrum umfasst dabei mehr als 100 Server mit unterschiedlichsten Betriebssystemen sowie einer großen Anzahl von Datenbanksystemen. Aufgrund des breiten Aufgabenspektrums, das von normalem Bürobetrieb, Wirtschaftsforschung über Zahlungsverkehr bis Statistik reicht, läuft dort nahezu alles, was die EDV in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat - etwa BS 2000, Open VMS, Tru64, Solaris, Netware, Windows 2000, SAP, Oracle, Adabas und EMC. Für all diese Systeme sind Patrol-Agents im Einsatz, wobei die grafische »Business View«-Aufbereitung via Patrol-Enterprise-Manager realisiert wird.

Visualisierung ist also ein wesentlicher Securityaspekt, »wohingegen der übertriebene Einsatz von Firewalls durchaus kontraproduktive Nebenwirkungen haben kann«, sagt Demuth. Denn: Der Managementaufwand bei mehrfach geschützten Servern beschert erst recht ein organisatorisches Chaos. Weitaus effizienter sei da schon ein automatisiertes Benutzermanagement, das die Human Ressources eines Unternehmens mit allen Zutrittsberechtigungen für die jeweils zugewiesenen IT-Bereiche verknüpft. Ein von BMC entwickeltes Tool namens Control-SA ist in österreich bereits bei der mobilkom im Einsatz.

3. Datenspiegel in der Wiener Innenstadt. Ebenso eindrucksvoll ist die IT-Lösung von EMC, die rund ein Viertel aller österreichischen Versicherungspolizzen zentral im Metropolitan Rechenzentrum im 2. Wiener Gemeindebezirk erfasst - was etwa einem 400 Kilometer langen Stapel an DIN-A4-Seiten entsprechen würde.

Informationen über Schadensfälle, unzählige Details aus KFZ-, Hausrats-, Lebens- und Brandschutzversicherungen sind das Geschäft des fünftgrößten Rechenzentrums in österreich, das neben der Muttergesellschaft Wiener Städtischen auch noch die IT-Jobs für Donau-Versicherung, öBV, CA-, Union- und Montan-Versicherung sowie den VJV-Bereich der Wüstenrot-Versicherung erledigt. Das Datenwachstum des Metropolitan wuchs in den letzten Jahren durchschnittlich um 30 Prozent.

EMC hat dem Metropolitan nun eine Symmetrix Remote Data Facility über eine ESCON-Datenverbindung in Echtzeit auf ein zweites Rechenzentrum in der Wiener Innenstadt gespiegelt und damit gegen den Katastrophenfall vorgebeugt.

4. Energie-Management via SAP. Als erstes Unternehmen weltweit setzte die Energie AG Oberösterreich das SAP-Modul EDM (Energy Data Management) bei der Abrechnung ihrer 410.000 Stromkunden ein. Damit kann der Landesversorger das Unbundling, also die buchhalterische Trennung von Erzeugung und Vertrieb, zuverlässig abbilden und auf sämtliche Stammdaten zentral zugreifen: auf Verbraucherinformationen, zur Energiequelle und der technischen Ausstattung. Bedarfsstruktur, tatsächliche Verbrauchermengen und Belastungsverläufe der Kunden können so lückenlos erfasst werden. Die fehler- und zeitanfällige Vorgehensweise, Energiedaten am Zähler abzulesen und die Papierformulare in Aktenordnern zu archivieren, entfällt.

Der durchgängige Prozess von der Messdatenerfassung über die Abrechnung bis zur Finanzbuchhaltung verbindet sämtliche relevanten Bereiche von Front- und Backoffice zu einer einheitlichen und umfassenden Informationsbasis. Das auf mySAP.com Utilities basierende EDM bietet die Möglichkeit, über das World Wide Web Kundenansprache und Messdatenmanagement zu einer funktionalen Einheit zu verbinden.

Anfang 2002 hat die Energie AG mySAP Utilities zudem um mySAP CRM erweitert. 80 Callcenter-Agents und die weiteren SAP-Anwender können damit alle Informationen über die Kunden der Energie AG aus einer gemeinsamen Datenbank abrufen - im CRM-Modul sind alle Kundenanfragen und -aufträge sowie Störungsmeldungen und sämtliche Kundenkontakte festgehalten. mySAP Utilities sorgt neben der reibungslosen Abrechnung von Tarif-, Bündel- und Kettenkunden auch für eine Vereinfachung der Energiemengenbilanzierung, für die Kontrolle der Ausgleichsenergie, die seitens der Clearing- und Settlementstelle verrechenbar wird und erleichtert letztlich den Datenaustausch mit Netzbetreibern und Lieferanten.

Die Storageindustrie: Nach wie vor ist sie jener IT-Zweig, der die Softwareentwicklung aktuell am nachhaltigsten in Anspruch nimmt. Das Speichermanagement unter Verwendung interoperabler Schnittstellenstandards ist einer der wesentlichsten Bestandteile dessen, was binnen weniger als einem Jahr unter dem Titel Enterprise Management Software wirklich werden soll: Eine mitunter auch global einsetzbare Softwareumgebung, die sowohl den Mainframebereich, die NT- und UNIX-Server-Welt, die Unzahl an dicken und dünnen Clients, einen vernetzten Storagepool ebenso wie Embedded Systems in Autos, Kraftwerken oder Bewässerungsanlagen miteinschließt, indem sie all diese Subsysteme grafisch aufbereitet, via Standardprotokolle verbindet und policy-based den Securityansprüchen Rechnung trägt.

Bluefin all over. »Nun haben wir eine klare Vision, einen groundbreaking approach«, sagt Hitachi-Data-Systems-Stratege Vincent Francischini, der sich innerhalb der Storage Management Initiative, einer Untergruppe der Storage Network Industrie Association (SNIA), für den vor eineinhalb Jahren von 16 Unternehmen - darunter IBM, HP und EMC - ausgetüftelten Speicherstandard Bluefin engagiert. »Fibre-Channel-Technologie wird das High-End-Storage in den nächsten Jahren dominieren - ein einheitlicher Standard, den möglichst alle Hersteller unterstützen, ist daher für die gesamte Industrie extrem wichtig.«

»Verlangt wird von Kunden heute Flexibilität beim Hinzufügen bzw. Entfernen neuer Softwaretools, gefragt ist Managementsoftware.« Und zwar auf Applikationsebene, »denn die Anwendungen müssen wirklich tightly in die Enterprise Management Software eingebunden werden«. Worum es also letztlich geht? »Es geht darum, die switching guys, die Abteilung der tape libraries, die Hersteller von Disk-Systemen und natürlich alle software vendors unter einen Hut zu bringen.«

Visualisierung zuerst, Virtualisierung folgt. Der Hype des letzten Jahres rund um die Virtualisierung der Storage-Ressourcen in einem zentralen Softwarepool ist vorerst also auf Eis gelegt - die White-Paper-Welle ist gestoppt. »All das wird dauern«, sagt Francischini, »wirkliche Integration ist angesagt.« HDS selbst will bis Jahresende die ersten Bluefin-Speicherprodukte auf den Markt bringen und »spätestens in einem Jahr« die vollständig unternehmensweite Softwaremanagementplattform namens HiCommand Framework fertig gebastelt haben. Und was sagen Sie zur neuen Nummer eins? Ja, das ist Hewlett Packard. »Surprising. Im High-End-Markt?«

Die neue Nummer eins. Howard Elias leitet die globalen Network Storage Solutions von HP. Im Report-Gespräch betont er die nach dem Merger mit Compaq entstandene Vormachtstellung von HP in jedem zweiten Satz: »Es braucht eine Weile für EMC, um zu begreifen, nicht mehr die Nummer eins zu sein. HP ist die Nummer eins in Sachen Storage. Während EMC etwa seit Anfang 2001 rund 50 Prozent Umsatzeinbußen hinnehmen musste, konnten wir dagegen stark wachsen.«

Die neue Nummer eins: Und zwar in zehn von elf verschiedenen Marktsegmenten, die IDC quartalsweise durchleuchtet. »Wir verkaufen aktuell sechs Mal mehr SANs als die nächsten sechs Konkurrenten.« Nein, es stimme definitiv nicht mehr, dass HP/Compaq nur im Midrangebereich punkten könne: Vielmehr deckt der neue Storageriese sowohl die traditionellen monolithischen Lösungen für den High-End-Bereich ab wie auch das Open-View-Management sowie modulare Ansätze. Was den aktuellen Drive ausmacht, das umschreibt Elias mit Utility Level - den Pay-as-you-grow-Modellen, die Speicherkapazitäten vergleichbar den Stromanbietern je nach Bedarf zustellen. »Und dafür haben wir auch schon Kunden in Europa, etwa BMW und ABB. Wir bemerken einen absoluten Move zu Netzwerksolutions. Was die Kunden wollen, ist Integration. Gefragt ist ein Data-Lifecycle-Management under one point.«

Die von EMC im Mai eingeführte Vision des Fixed Content-Storage in Form der Centera-Plattform nennt Elias geringschätzig »den Versuch, ein weiteres Island zu kreieren«.

Denn: »Niemand will proprietäre Lösungen mehr. Diese Zeit ist vorbei. Wissen Sie, ich erinnere mich, wie seinerzeit Mike Ruettgers noch den Analysten erzählte, dass praktisch 100 Prozent seiner Kunden ihn aus technischen Gründen nicht verlassen können. Centera soll eben diese Abhängigkeiten fortführen. Wir glauben aber, dass dieser Ansatz nicht mehr adäquat ist.«

EMC öffnet sich. Trotzdem haben HP und EMC Ende Juli ebenso den Austausch von Programmierschnittstellen vereinbart, mit dem Ziel »Interoperabilität von Speichermanagementlösungen voranzutreiben«. EMC hat zudem eine Fünfjahreskooperation mit Accenture abgeschlossen, wodurch die neu gegründete »Information Storage Solutions Group« Unternehmen bei der Planung und Implementierung offener, plattformunabhängiger Speicherlösungen beraten soll. Während der bisherige Support von EMC ausschließlich auf EMC-spezifische Technologien ausgerichtet war, schließt das neue Angebot nunmehr heterogene Speicherumgebungen insgesamt ein. überhaupt: »Nachdem wir mit unserer AutoIS-Strategie begonnen haben, plattformunabhängige Softwarelösungen anzubieten, entwickeln wir jetzt die komplette Bandbreite an Beratungsdienstleistungen für heterogene Speicherumgebungen«, so das offizielle EMC-Wording.

Wie auch immer: Hinter vorgehaltener Hand spricht die EMC-Konkurrenz geschlossen immer wieder von »Abhängigkeiten«, die eigentlich keiner mehr will. Für EMC steht also ein hartes Stück Arbeit bevor, eben dieses Image langsam abzulegen.

Der grosse API-Exchange. Arbeit, die vorrangig darin besteht, die intellectual properties zu schützen, aber dennoch mit den Konkurrenzprodukten runable zu werden. »Es ist das große Ringen um den kleinsten gemeinsamen Nenner, der sich in Spezifikationen für den wechselseitigen Managementzugriff der jeweiligen Systeme manifestiert«, beschreibt es Martin Regli, der von der Schweiz aus die HP-Storage-Products für Europa über hat. Und noch etwas sagt er: »Bluefin geht uns eigentlich zu langsam. Wir wollen den API-Austausch früher.« Ebenso hat die SAN-basierende Virtualisierung - der Storage-Tank - für HP schneller fertig zu sein. »VersaStor ist im Betatest bei Microsoft. Virtualisierung kommt 2003.«

API - Application Programming Interface - ist das Zauberkürzel. Und HP - mit »wenig Vertrauen in diese Gremien wie die SNIA« - entpuppt sich momentan als »neutraler« Gewinner im High-End-Markt, dadurch, rund ein halbes Jahr früher via Schnittstellenaustausch auf die Fremdsysteme von IBM, EMC und HDS zugreifen zu können.

Entscheidend ist auch, wie Elmar Furtenbach, Marketingmanager für HP österreich, den Charakter der Computerriesen beschreibt: »Wir werden immer grauer«, sagt er, »und die Auftragsabonnements früherer Zeiten sind heute nur noch als trusted advisor zu realisieren. Und mit flexibleren Produkten als die Konkurrenz. Und die haben wir.« Ach ja, und noch etwas: »Eins und eins bleibt weiterhin zwei«, unterstreicht er die Post-Merger-Strategie - die Businessvolumina von HP und Compaq sollen nach der Fusion nicht weniger werden. All das kann man auch so umschreiben: Die Zeit, in der Hard- und Softwarehersteller ihre eigene Welt kreierten, ist endgültig vorbei. Jetzt wird das Modell namens IBM allseits kopiert, das weniger das Produkt, sondern cool das Consulting in den Vordergrund rückt und im Hintergrund einen Stoß Patente anhäuft.

Und Christian Buxbaum, der Storage-Seller für IBM österreich, hat seine Lektion gelernt: »Management, Zugriffszeiten - all das interessiert den Kunden nur am Rande. Was er wirklich haben will, das ist always readyness. Und daher ist das Bekenntnis zu einem einzigen Recoverykonzept mittlerweile unumgänglich.« Daher auch eine Total Storage Solution namens SHARK, die »für alle Betriebssysteme tauglich und remote steuerbar ist«, daher auch eine »aktive öffnung«, daher auch NAS-Lösungen »von der Pizzabox mit 480 GB bis hin zu 6,8 TB-Lösungen«.

Politische Speichertreiber. Fest steht denn auch, dass die Gesetzgeber den Storageherstellern international sehr entgegenkommen und das Geschäft enorm ankurbeln werden. In den USA hat etwa kürzlich die SEC entschieden, dass Investmentbanken ihre Geschäftsmails zehn Jahre lang aufzubewahren haben - ansonsten eine Zehn-Millionen-Dollar-Pönale verrechnet würde. In österreich wird das Projekt E-Government vermutlich alleine die digitalen Daten verdoppeln. Die in Planung befindliche digitale Archivierungspflicht aller Belege für Unternehmen wird ein Weiteres bewirken. Und die von der EU überlegte Speicherpflicht von Verbindungsdaten der Telekomprovider auf längere Sicht erst recht …

Das Gerangel rund um die Neuausschreibung der Telekom-Services des Bundes ist voll im Gange. Letzterer steht vor dem Dilemma, bei der Entscheidung im September sowohl die TA als Hälfte-Eigentümer nicht zu vergrämen, andererseits nicht die UTA, deren Eigentümer ja die Landes-EVUs sind, zu kompromittieren. In gut unterrichteten Kreisen gilt daher eine Aufteilung des Großauftrages als fix.

Für die TA, die bei der Präsentation ihres soliden Halbjahresergebnisses den Slogan »Marktanteile zurück« propagierte, bleibt das Festnetz damit ein hartes Parkett. TA-Vorstand Rudolf Fischer bleibt jedenfalls cool: »Der Bund wird nicht alleine den Preis als Kriterium hernehmen. Verlässlichkeit hat hier Vorrang.« Die UTA hält dem eine »angemessene Widerspiegelung der Marktverhältnisse« entgegen und verlangt daher zumindest ein Drittel des Auftrages. Und: »Die Qualität unserer Services ist jener der TA mindestens ebenbürtig…«

Aktuell hält die TA bei der Bundes-Servicierung noch einen Marktanteil von rund 97 Prozent. UTA-Sprecher Martin Halama meint, »dass 25 bis 30 Prozent für die UTA hier den Werten im Geschäftskunden-Markt allgemein entsprechen würden.«

Eben rund ein Drittel hat die UTA bei der Ausschreibung des Bundesrechenzentrums für sich verbuchen können, wo der TA ein von drei Auftragslosen durch die Lappen ging.

Wie auch immer: Fest steht jedenfalls, dass die TA seit Mai nun wieder Marktanteile im Festnetz zurückgewinnen kann und durch eine anhaltende Marktbereinigung weiter profitieren wird.

Zufrieden mit dem ersten Halbjahr 2002 gibt sich die Konzernführung der VA Tech. Vorstandsvorsitzender Erich Becker satge bei der Präsentation des Ergebnisses: "Alle Kernbereiche sind im Plan, die Geschäftsentwicklung ist gut." Becker verwies vor allem auf die Auftragslage. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2001 habe sich der Auftragseingang von 1910 Millionen Euro auf 2211 Millionen verbessert, ein Plus von 16 Prozent. Der Umsatz betrage 1788 Millionen Euro (1. Halbjahr 2001: 1699 Millionen) und sei damit um fünf Prozent gestiegen. Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sei gestiegen. Es betrage 20,1 Millionen Euro gegenüber 19,5 Millionen im Vorjahr. Das sei ein Plus von drei Prozent.
990 Gramm leicht und mit dem 10,4-Zoll-Display kaum größer als ein DIN-A5 Blatt will das Thoughbook CF-R1 besonders wertvoll für Außeneinsätze sein. Kernstück des Leichtgewichts ist ein Mobile P3M-800ULV-Prozessor, der laut Herstellerangaben durch eine Akku-Laufzeit von sechs Stunden unterstützt wird. Die speziellen Konstruktionsmerkmale des "Semi-Ruggedized"-Konzepts sollen Panasonic nach das Notebook trotz seines grazilen äußeren robust genug für den mobilen Einsatz machen. Mit stoßgedämpft gelagerter Festplatte und dem Verzicht auf einen Lüfter sollen Unfälle aus 30 Zentimeter Höhe unbeschadet überstehen werden können.

Das Notebook (240 x 37,2 x 183 mm) verfügt über 128 MB Arbeitsspeicher, eine SMI-Lynx-3DM-Grafikkarte sowie eine Festplatte mit 20 GB Speichervolumen. Das 0,7 mm starke Magnesiumgehäuse konnte partiell auf 0,4 mm reduziert werden, soll aber trotzdem ausreichend stabil für den Alltagseinsatz sein. Das Notebook ist zweischalig aufgebaut, ein konvexes, stoßabsorbierendes Displaygehäuse und die freischwingende Aufhängung des LCDs mit Spezialdämpfung und besonders stabilen Kantenrahmen sollen die Widerstandsfähigkeit unterstützen.

Das Panasonic Toughbook CF-R1 ist ab Oktober 2002 zum Preis von 2.499 Euro erhältlich.

Festplatten sind entgegen breiter Meinung nicht luft- und wasserdicht. Grund dafür ist eine kleine öffnung am Gehäuse namens Druckausgleichsloch, die als Vorbeugung vor Schäden bei hohen Temperatur- und Druckunterschieden (Transport in Flugzeugen) sorgt.

Das größte Problem eines Wasserschadens besteht darin, dass sich beim Trocknen auf der Oberfläche der Speichermedien in Festplatten Kristalle bilden. Beim Anlaufen der Festplatte führt dies nach wenigen Sekunden zur Zerstörung des Schreib-/Lesekopfes. Hochwasser ist eben alles andere als sauber - fern dem "erlaubten“ Bad in destilliertem Wasser.

Als Grundregel bei Wasserschaden gilt das Unterlassen von Selbsthilfeaktionen. Also keine Inbetriebnahme, kein öffnen, Reinigen oder Trocknen der Harddisk. Einzig erlaubt ist das Verpacken in eine luftdichte Folie und das Versenden an ein professionelles Datenrettungsunternehmen.

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