Dienstag, Juni 15, 2021
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Satire

Gut, dass in der profanen Politik endlich durch eine messianische Lichtgestalt etwas Spiritualität einkehrt.

Ein Halleluja von Rainer Sigl

Satire

Urlaubszeit ist Auszeit auch von der Welt – aber das Abschalten war schon mal leichter. Eine Postkarte von Rainer Sigl.

Foto: "Alles hat seine Grenzen in der Kunst, vor allem jene der Glaubwürdigkeit."
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Die Realität der letzten Tage und Wochen macht es Satirikern fast unmöglich, ihre Arbeit anständig zu tun. Ein Lamento von Rainer Sigl.

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Zwölf Stunden am Tag, 60 Stunden die Woche – Kinderkram! Nur Arbeit macht das Leben süß. Eine Work-Life-Imbalance von Rainer Sigl.

Ich hab ja eigentlich keine Zeit, wegen der Arbeit, aber ich muss schon sagen: Die künstliche Aufregung mit dem 12-Stunden-Arbeitstag, also bitte, sowas Lächerliches. Gut, mag schon sein, dass dem ein oder anderen Minderleister auf, was weiß ich, einer Baustelle am Dach oder so nach läppischen sechs, sieben Stunden Malochen ein bissi schwummrig wird, aber mal ehrlich: Warum lässt der liebe Gott wohl im Sommer die Sonne erst um neun abends untergehen und hat uns als Frühstücksmotivation das Wunder des dreifachen Espressos geschenkt? »Arbeit ist das halbe Leben«, geht so nicht ein Sprichwort? Und wie viel Stunden hat der Tag? Na eben! Und da ist die liederlich tachinöse Arbeitszeitverschwendung am Wochenende noch gar nicht miteingerechnet, bitte!

Ja, ok, gut, wenn  man Familie hat, dann schluckt man vielleicht ein bisschen, wenn zu den seit kurzem endlich zumutbaren zweieinhalb Stunden Arbeitsweg täglich dann die zwölf Stunden Arbeit auf einen zukommen, weil, ja, dann sieht man die lieben Kleinen halt nicht mehr so oft. Aber mal ehrlich: Selber schuld! Ja, ich hab’s gesagt! Das muss man sich dann halt vorher überlegen, ob man sich wirklich unbedingt fortpflanzen muss! Weil immer nur die Vorteile der Familiengründung abschöpfen – die glänzenden Kinderaugen zu Weihnachten, die selbstgetöpferten Aschenbecher am Vatertag, was weiß ich noch alles – und dann über die Nachteile jammern, die man gegenüber besser ans moderne Wirtschaftsleben angepassten Arbeitnehmern ohne lästige Betreuungspflichten nun einmal hat, ich mein, das kann’s ja auch nicht sein! SSKM, sag ich!

Und überhaupt: Sollen’s froh sein, dass sie überhaupt eine Arbeit haben, statt da so blöd herumzusudern, dass es zu viel ist! Immer wieder liest man was von all den Arbeitsplätzen, die durch künstliche Intelligenz und Roboter und so weiter verschwinden werden, und dann maulen die üblichen Verdächtigen erst recht rum, wenn sie nicht nur eine Arbeit haben – noch, sag ich, noch! –, sondern sogar länger dort bleiben dürfen! Ja, Himmelherrgott, ist doch super, wenn man gebraucht wird!
Schauen Sie, ich weiß, ich bin kein Maßstab, aber ICH hackel über 80 Stunden die Woche, nehm mir die Arbeit mit nach Hause, fahre prinzipiell nur mit dem Laptop auf Urlaub, bilde mich an den Wochenenden weiter und freue mich besonders auf die ganzen Feiertage, weil es dann im Büro endlich mal so richtig still ist! Hören S’ mich jammern? Work-Life-Balance ist nur was für faule Säcke!

Okay, ja, gut, ich geb’s zu, natürlich ist es da ein bisserl ein Vorteil, wenn man so wie ich keine Freunde hat. Wenn einen die Frau verlassen hat. Wenn man auch sonst keinen Sinn im Leben sieht. Wissen Sie, es ist alles so leer, was soll das alles, ich mein, man kommt auf die Welt, und dann geht’s bergab, ein ständiger Verfall, alles stirbt ab, die Haare fallen aus, man kriegt Hornhaut und Schrunden und Hämorrhoiden, ist das gerecht? Impotenz, Neurodermitis, Krebs, Tod, Wahnsinn, Einsamkeit, Verzweiflung, es ist einfach alles so sinnlos, wenn ich arbeite, vergess ich das kurz, aber ja, es ist so sinnlos, so … hoppala, schon so spät? Ich muss los, weil: Die Arbeit macht sich nicht von selbst, oder? Hach: Arbeit! Weil: Ist eh schon wurscht.

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Wer braucht schon die öde Realität, wenn Hochglanz-Fantasy-TV doch so viel spannender ist? Ein Serienmarathon von Rainer Sigl.

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Man muss nicht alles wissen. Man muss nicht alles sehen, hören und lesen. Das neue Biedermeier lockt.

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Wie heißt es so schön: Tue Gutes und rede darüber. Beredtes Schweigen ist in diesem Zusammenhang auch was wert.

Ein Kommunikationsversuch von Rainer Sigl.

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Ein börsennotierter US-Konzern, der alle unsere Daten hat, ist nicht unser Freund? Damit konnte keiner rechnen. Eine Anklage von Rainer Sigl.

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Natürlich war früher alles besser, vor allem wir. Trotzdem: Die Jugend von heute – ein Drama. Ein Lamento von Rainer Sigl.

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Der Starke ist am mächtigsten allein. Und das gilt ganz besonders fürs Eigenheim. Ein Umbau von Rainer Sigl.

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Mal ehrlich: Wien hat Probleme. Da kommt der Bundeshauptstadt listiges Dirty-Campaigning von oben gerade recht. Eine Analyse von Rainer Sigl.

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Es gibt keine technische Pannen bei staatlichen Nebensächlichkeiten wie Wahlen oder Volksbefragungen – nur trickreiche Notwehr.

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Der wahre Sinn des Weihnachtsfestes geht vor lauter zeitgeistigem Klimbim zunehmend verloren. Denkt denn niemand an den Kapitalismus?

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Es weht ein neuer Wind: Wer vom Staat etwas will, soll zumindest ein bisschen Dankbarkeit zeigen. Ein Maßnahmenkatalog von Rainer Sigl.

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Sicher ist nicht sicher genug, vor allem in unsicheren Zeiten. Nur totale Sicherheit macht wirklich sicher. Eine Sicherstellung von Rainer Sigl.

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Unser Lebensstil ist in Gefahr! Zeit, dem etwas entgegenzusetzen.

Eine Empörung von Rainer Sigl.

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Mit cleveren Cum-Ex-Steuertricks Vater Staat ein bisschen schädigen – wer will das nicht?

Ein Geständnis von Rainer Sigl

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Viele Menschen verlassen schweren Herzens ihre Heimat, weil ihnen dort Verfolgung und Enteignung drohen. Nur wenige tapfere Inselstaaten helfen. Ein Bericht von Rainer Sigl.

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Wer im urbanen Gebiet eine Wohnung sucht, sieht sich mit Problemen konfrontiert. Ein Maklergespräch mit Rainer Sigl.

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Ideen zu haben, ist das Wichtigste. Dass diese unbedingt gut sein müssen, ist nur ein altvatrisches Vorurteil. Eine Ermutigung von Rainer Sigl.

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