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Siemens und Salesforce vertiefen KI-Partnerschaft

Siemens Teamcenter und Agentforce bringen technisch belastbare Antworten direkt in Vertriebs-, Service- und Kundenprozesse; Agentforce qualifiziert Leads für 18.000 Vertriebsmitarbeiter:innen von Siemens.

Auf der Dreamforce in San Francisco kündigen Salesforce und Siemens heute einen Ausbau ihrer Zusammenarbeit an. Durch die Kombination von Agentforce und Siemens Teamcenter Service Lifecycle Management (SLM) unterstützen sie Industrieunternehmen bei der Entwicklung zum Agentic Enterprise. Das Ziel ist, technisch fundierte Antworten direkt in Vertriebs-, Service- und Kundenprozesse zu integrieren.

KI-Agenten in industriellen Serviceprozessen
So unterstützt die neue gemeinsame Lösung industrielle Intelligenz in Vertriebs- und Serviceprozessen:

  • Fragen, bei denen bislang die Entwicklungsabteilung unterstützen musste, lassen sich nun innerhalb von Sekunden direkt im Kundenprozess beantworten
  • Servicetechniker:innen identifizieren noch vor dem ersten Einsatz vor Ort die passenden Ersatzteile anhand einer Seriennummer.
  • Vertriebsmitarbeiter:innen können ausschließlich solche Upgrades anbieten, die technisch sinnvoll und realisierbar sind.
  • Kund:innen finden und bestellen das passende Ersatzteil, ohne auf Techniker:innen zu warten oder eine Hotline anzurufen.

„Siemens und Salesforce zeigen, wie Unternehmen im industriellen Maßstab zum Agentic Enterprise werden können", sagt Marc Benioff, Chair und CEO von Salesforce. „Wir verbinden Technologie, Fachwissen und Branchenkenntnis, um Arbeitsabläufe und den Kundenservice neu zu definieren. Die Zusammenarbeit steht beispielhaft für das KI-Zeitalter: Sie geht über die technische Verbindung von Systemen hinaus, indem sie Veränderungen beschleunigt, neue Wachstumsfelder erschließt und völlig neue Mehrwerte für Kunden schafft."

„Über Jahrzehnte hinweg war das Expertenwissen der Ingenieure von der Arbeit des Kundenservice an der Maschine vor Ort getrennt. Diese bedeutende Lücke wird jetzt geschlossen", erklärt Roland Busch, Präsident und CEO der Siemens AG. „Indem wir unseren digitalen Zwilling in kaufmännische Abläufe integrieren, stellen wir dem technischen und Vertriebspersonal einen virtuellen Ingenieur zur Seite. Siemens bringt industrielle KI ein, Salesforce Unternehmens-KI. Gemeinsam bilden sie ein Schlüsselelement für ein industrielles KI-Betriebssystem, das Engineering, Betrieb und Geschäftsprozesse verbindet."

Neue Möglichkeiten durch die Verbindung von KI-Agenten
Die Verkürzung der Prozesslaufzeiten von Wochen auf Stunden ermöglicht schnelleren Service, fundiertere Angebote und neue Möglichkeiten, den Umsatz im Aftermarket zu steigern. Nach Branchenanalysen wächst dieses Geschäft rund sechsmal schneller und erzielt eine etwa viermal höhere Marge als der Verkauf von Neugeräten. Durch die Verknüpfung von Produktdaten mit dem Kundenkontext unterstützen Siemens und Salesforce Hersteller dabei, über den einmaligen Verkauf von Anlagen hinaus langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen und die Grundlage für vorausschauende, leistungsabhängige Servicemodelle zu schaffen.

Siemens automatisiert Lead-Qualifizierung mit Agentforce
Siemens nutzt Agentforce auch für die eigenen Vertriebsprozesse und modernisiert damit die Bearbeitung eingehender Anfragen mithilfe von KI-Agenten. Die Grundlage dafür bildet AIforce, ein KI-Framework für Unternehmen, das Daten, Workflows, Geschäftslogik, Aktionen und Governance von Salesforce in agentische Schnittstellen integriert. Dadurch können Kunden flexibler entscheiden, wie sie mit Siemens in Kontakt treten und Produkte oder Leistungen kaufen oder anfragen.

Siemens hat bislang monatlich mehr als 2.500 unqualifizierte Leads erhalten und hatte keine Möglichkeit zu erkennen, welche davon für den Vertrieb relevant waren. Das Unternehmen überführt mit Agentforce die Leads für 18.000 Vertriebsmitarbeiter:innen in qualifizierte Verkaufsgespräche. Sales Cloud erfasst, bearbeitet und bewertet die eingehenden Leads. Anschließend übernehmen zwei zusammenarbeitende KI-Agenten die weitere Bearbeitung: Der Engagement-Agent nimmt Kontakt zu den Interessent:innen auf und leitet potenzielle Kund:innen an den Qualifizierungs-Agenten. Dieser prüft die Kontakte und übergibt die vielversprechendsten Verkaufschancen an die jeweils zuständigen Vertriebsmitarbeiter:innen.

Der Engagement-Agent nutzt CRM-Daten, um E-Mails zu personalisieren. Jede E-Mail enthält einen sicheren öffentlichen Schlüssel, der den Lead identifiziert, ohne die interne Datensatz-ID offenzulegen. Klicken Interessent:innen auf den Qualifizierungslink, kann der Qualifizierungs-Agent mithilfe dieses Schlüssels den zugehörigen Vertriebsdatensatz abrufen, Informationen bestätigen oder ergänzen und Angaben zu Budget und Zeitplan erfassen. Inzwischen bearbeitet Siemens 100 Prozent der eingehenden Leads in 132 Ländern.

Vereinfachung des Partner-Onboardings
Im globalen Partnerökosystem von Siemens gibt es derzeit einen typischen Engpass: Potenzielle Vertriebspartner informieren sich auf der Website, füllen ein Anmeldeformular aus und warten anschließend auf eine Rückmeldung. Künftig soll Piper, ein von Salesforce vorkonfigurierter KI-gestützter Agent für die Vertriebsentwicklung (SDR-Agent), diesen Prozess beschleunigen. Er erstellt unmittelbar ein personalisiertes Angebot und vereinbart Gespräche zwischen qualifizierten Partnern und dem zuständigen Partner-Account-Manager.

Nach der Vertragsunterzeichnung wird der neue Lieferant für das Onboarding im Hintergrund an Slackbot übergeben. Slackbot veranlasst Zertifizierungs-, Finanz- und Risikoprüfungen und stellt die Ergebnisse sowie offene Entscheidungen über Slack bereit. Anschließend übernimmt Agentforce Operations, unterstützt von Regrello, die letzten Onboarding-Schritte in SAP, ohne dass manuelle Eingriffe erforderlich sind. So wird das Lieferanten-Onboarding durchgängig koordiniert und von Wochen auf Tage verkürzt. 

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