Donnerstag, Oktober 22, 2026

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Im September veranstaltete das Wiener Chapter der Daughters of Penelope an der Webster Vienna Private University eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion. Unter der Moderation von Lydia Goutas, Governor der Daughters of Penelope Pallas Athena Vienna und Managing Partner bei Lehner Executive Partners, diskutierten führende Stimmen aus dem Finanz- und Bankenwesen über den bemerkenswerten Turnaround Griechenlands – und welche unmittelbaren Konsequenzen sich daraus für Österreich und Europa ergeben.

Wirtschaftlicher Turnaround Griechenlands – und Lehren für Österreich

Bild: Thomas Steiner, Andreas Dombret, Althea Maria Papoulias, Lydia Goutas und Nikolas Antonikakis

Prof. Nikolaos Antonakakis erinnerte daran, dass hinter den makroökonomischen Kennzahlen eine menschliche Tragödie steht. Auf dem Höhepunkt der griechischen Krise war jeder vierte Bürger arbeitslos, über ein Drittel lebte unter der Armutsgrenze und das öffentliche Gesundheitswesen kollabierte. "Gute Wirtschaftspolitik darf kein Entweder-oder zwischen stabilen Staatsfinanzen und sozialem Wohlstand sein – beides gehört zusammen und stärkt sich gegenseitig. Die wichtigste Lehre lautet: Wir dürfen die Menschen nicht vergessen, die den schwierigen Weg des Wiederaufbaus mittragen“, so Antonakakis. Er warnte Österreich, die Mittelschicht und die soziale Sicherheit zu gewährleisten, und bezeichnete gesellschaftlichen Zusammenhalt als „eine Form von Kapital, genauso real wie Finanzkapital.

Stabilität braucht mehr als nur Zahlen
Yiannis Stournaras, Gouverneur der Bank von Griechenland, der online zugeschaltet war, betonte, dass die Rückkehr zur guten Kreditbewertung, die Stabilisierung des Bankensektors und das überdurchschnittliche Wachstum gegenüber der Eurozone nur durch politische Stabilität, konsequente Reformen und dem klaren Willen, Teil der EU zu bleiben, möglich waren.

„Griechenland war hier die Geburtshelferin der Geschichte. Aufgrund von Griechenland haben sich viele europäische Institutionen und Mitgliedsstaaten transformiert. Hätte Griechenland damals – wie viele Politiker, Analysten und Ökonomen empfohlen hatten – die Eurozone verlassen, wäre diese zerfallen. Griechenland hat Stabilität geschaffen, indem es geblieben ist“, erklärte Stournaras.

Andreas Dombret, ehemaliges Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, heute Global Senior Advisor bei Oliver Wyman und Senior Fellow an der Columbia University, erinnerte an Mario Draghis berühmtes „Whatever it takes“-Versprechen, das den Euro rettete. Zugleich warnte er, dass das Problem der Staatsverschuldung nach wie vor ungelöst sei: „Die griechische Krise wurde nicht durch Banken, sondern durch den Staat verursacht – und wir haben immer noch kein tragfähiges Modell für den Umgang mit den Risiken einer Staatsverschuldung“, so Dombret. Er fügte hinzu: „Ein wesentlicher Grund für die Stabilisierung Griechenlands war der gemeinsame Wille der Bevölkerung.“

Thomas Steiner von der Oesterreichischen Nationalbank schlug einen Ton vorsichtigen Optimismus an. Österreich sei nicht Griechenland 2010, müsse aber die Eskalationsdynamik von Krisen ernst nehmen. „Krisen können schneller eintreten, als wir denken. Deshalb sind Reformen und die Kontrolle über Einnahmen und Ausgaben unerlässlich,“ warnt Steiner. Er hob die starke internationale Präsenz österreichischer Banken, besonders in Zentral- und Osteuropa als stabilisierenden Faktor hervor, warnte jedoch zugleich vor Risiken im gewerblichen Immobiliensektor sowie vor einer möglichen Verschlechterung der Fiskalposition, die einer strengen Aufsicht bedürfen.

Dialog schafft Chancen
Die Diskussion, an der über hundert Führungskräfte aus der Wirtschafts- und Finanzwelt teilnahmen, war mehr als ein reiner Gedankenaustausch. Dank der Unterstützung von Lehner Executive Partners sowie großzügiger Spenden der Gäste werden die Einnahmen zu 100 % für das neue Daughters of Penelope Scholarship eingesetzt. Dieses Stipendium ermöglicht einer griechischen Studentin ein Studium an der Webster Vienna Private University.

Lydia Goutas betonte, dass das Panel den Auftrag der Daughters of Penelope widerspiegele: den gesellschaftlichen Dialog zu fördern und Bildungschancen zu eröffnen. „Wir dürfen uns keine Selbstzufriedenheit leisten. Krisen eskalieren schnell – doch durch die Verbindung des Gleichgewichts von Einnahmen und Ausgaben im Staatshaushalt und sozialer Resilienz können wir Stabilität für kommende Generationen sichern“, so Goutas abschließend.

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