Mittwoch, Oktober 28, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Klimakrise versus persönliche Verantwortung

Über das mögliche Wirtschaftswachstum oder einen eventuellen Rückgang wird auf allen Kanälen berichtet. Währenddessen ist der Report des IPCC (UN Weltklimarat) nur eine Randnotiz und man geht zum Tagesgeschäft über. Mit diesem Beitrag werde ich keine Sympathiewerte gewinnen, aber das Thema muss besprochen werden.

Laut IPCC wird mit hoher Sicherheit zwischen 2030 und 2052 der Temperaturanstieg von 1,5 Grad im Vergleich zur Beginn des industriellen Alters erreicht. Wir sind derzeit nicht einmal in der Lage das 2,0 Grad Ziel zu erreichen, sondern steuert auf 2,6 bis 4,0 Grad mehr zu.(1) Welche Dimensionen das haben kann, durften wir diesen Sommer bereits erleben und die Berichte über das Hochwasser und die Murenabgänge in Kärnten sind auch noch frisch.

Aber warum passiert nichts?

Diese Frage beschäftigt mich schon länger. Meine Antwort lautet: Wir alle ändern unser Verhalten nicht oder nicht ausreichend, da wir die Auswirkungen unseres persönlichen Tuns nicht unmittelbar sehen und spüren.

Ein Beispiel: Jemand stellt seinen Müll direkt vor Ihrer Tür ab. Dann beschweren Sie sich zu Recht. Wie verhält es sich aber, wenn Sie von Frankfurt nach Dubai fliegen? Dann entstehen 1450 kg CO2.(2) Sie bekommen am Zielort kein Paket mit knapp 1,5 Tonnen CO2 in die Hand gedrückt, um das Sie sich kümmern müssen. Nein, Ihr Paket wird in der Atmosphäre ausgeleert und die restlichen 7 Milliarden Menschen und jede Menge weiterer unschuldiger Lebewesen auf diesem Planeten müssen sich auch vor ihrer Tür darum kümmern. Nur 3 % der Menschen flog im letzten Jahr und beeinflusst die Atmosphäre der anderen 97 %.(3)

Unsichtbarkeit als Problem

Durch diese „Unsichtbarkeit“ ist das Problembewusstsein scheinbar nicht da oder das Problem wird in Kauf genommen. Noch schlimmer verhält es sich, wenn sich die Emittenten auf die persönliche Freiheit berufen, da man sich ja etwas (Flugreise, übermotorisiertes Fahrzeug, ausufernder Lebensstil) leisten könne und wolle. Eine solche Einstellung kann man nur mit Ignoranz und Egomanie erklären.

Unser Fußabdruck liegt bei durchschnittlich 7,2 Tonnen CO2 in Österreich und 8,93 Tonnen CO2 in Deutschland (Basis Jahr 2015).(4) Somit sind wir noch weit weg von einem klimaverträglichen Budget mit maximal 2,3 Tonnen CO2 pro Jahr.(2)

Ich ahne es, jetzt kommt an dieser Stelle wahrscheinlich eines dieser Totschlag-Argumente: „Wir alle setzen sowieso zuviel CO2 frei, da ist das bisschen mehr auch schon egal.“ oder „Andere, wie in den USA oder China, sind noch viel schlimmer.“

Eigene Verantwortung

Ja, das mag sein, es entbindet Sie und mich nicht von unserer EIGENEN Verantwortung. Ich will es einfach nicht hinnehmen, dass man die Schuld von sich weist und es sich in scheinbarer Unwissenheit bequem macht. Also was kann man tun? Auch wenn Sie die folgenden Punkte schon kennen, kann es nicht schaden das eigene Verhalten regelmäßig diesbezüglich auf den Prüfstand zu stellen. 

  • Über das Elektroauto wird heiß und innig diskutiert, es ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber eine Möglichkeit von fossilen Rohstoffen weg zu kommen. Man darf sich nämlich nicht über Migranten beklagen, aber einen Benziner oder Diesel fahren. Denn unser Verhalten beeinflusst auch die Lage im Nahen Osten.
  • Bevor Sie das nächste Mal aus Bequemlichkeit ins Auto steigen, gehen Sie zu Fuß oder nehmen Sie das Fahrrad. Das schon die Umwelt und Sie tun etwas für Ihre Gesundheit.
  • Nehmen Sie jemanden mit und gründen Sie eine Fahrgemeinschaft. Fragen Sie Ihre Nachbarn, ob Sie ihnen etwas vom Supermarkt oder Baumarkt mitbringen können. Das stärkt das nachbarschaftliche Verhältnis und entlastet die Umwelt.
  • Muss es unbedingt eine Flugreise in die Ferne sein? Wie wäre es mit einer Bahnfahrt zu einer Destination in Mitteleuropa?
  • Wie sieht es mit Ihrem Konsum aus? Wie viele Kleidungsstücke hängen ungetragen in Ihrem Kleiderschrank? Muss man sein Mobiltelefon alle ein bis zwei Jahre gegen ein neueres Modell austauschen? Fragen Sie sich beim nächsten Mal, bevor Sie etwas kaufen, ob Sie das Teil tatsächlich brauchen und auch nutzen.
  • Ist es notwendig Fleisch- und Milchprodukte tatsächlich in diesem Ausmaß zu essen? Muss mein Obst und Gemüse um die halbe Welt reisen? Woher beziehen Sie diese Produkte? Abgepackt in Plastik beim Lebensmittelhandel, vom Metzger in der Nähe oder direkt vom Bauern?
  • Haben Sie einen Ökostrom Tarif? Wenn nicht, wechseln Sie Ihren Stromanbieter. Das Ganze dauert 15 Minuten.
  • Werden Sie aktiv! Falls Sie über die deutsche Autoindustrie verärgert sind, dann schreiben Sie Briefe an die zuständigen Politiker und die Vorstände der Autofirmen. Ich habe Frau Bundesminister Köstinger bereits geschrieben.

Jede Aktion zählt, denn Ihr und mein Konsumverhalten hat Auswirkungen!

Es geht nicht um Alibi-Green-Washing, sondern um nachhaltige Veränderung, auch wenn das Wort „nachhaltig“ abgedroschen ist. Mir ist schon klar, dass ein vollkommener CO2 neutraler Lebensstil in Europa sehr schwer umsetzbar ist, aber wir müssen auf dieses Ziel hinarbeiten.

Falls wir damit scheitern, werden wir unsere Bequemlichkeit selbst zu spüren bekommen, sowie den nachfolgenden Generationen aufbürden und als egoistisch und blöd in die Geschichte eingehen.

Wenn Sie sich das nächste Mal vor einer der oben genannten Entscheidungen stehen und überlegen, ob es nicht bequemer oder einfacher wäre nichts oder alles gleich wie immer zu tun, dann würde ich mich freuen, wenn Sie sich Folgendes in Erinnerung rufen: Je mehr Leute beim Seilziehen mitmachen, desto weniger zieht jeder Einzelne, da er oder sie sich auf den anderen verlässt.

Ausreden gelten nicht!

Kurzum: Sie und ich müssen ständig unser Handeln hinterfragen, Verantwortung übernehmen und uns ständig verbessern, auch wenn das mühsam ist. In diesem Sinne, packen wir es an.

Quellen:

  1. Spiegel.de über IPCC-Weltklimabericht
  2. Atmosfair über das persönliche Klimabudget
  3. DW über das internationale Flugverhalten
  4. Statista über CO2 Emissionen nach Ländern 
×
Stay Informed

When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.

Unbegrenzte Führungsmöglichkeiten: Dank ERP-Lösung...
Tempo 140 – Fortschritt oder Rückschritt?

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/

Firmen | News

Salesforce
27 Oktober 2026
Firmen | News
WFP Innovation Accelerator steigert mit Slack seine Effizienz und bringt Innovation dorthin, wo sie dringend gebraucht wird. 266 Millionen Menschen leiden weltweit an akutem Hunger, mehr als doppelt so viele wie noch 2019. Gleichzeitig nehmen globale...
Redaktion
26 Oktober 2026
Firmen | News
Ob auf dem Weg zur Baustelle, zum Kundentermin oder zur Besichtigung einer Immobilie: In der Bau- und Immobilienbranche sind Mobilität, Flexibilität und Zuverlässigkeit entscheidende Faktoren im Arbeitsalltag. Mit dem Mazda CX-60 und dem Mazda CX-80 ...
Nagarro
22 Oktober 2026
Firmen | News
Zwölf Unternehmen haben es ins Finale der Innovation Challenge 2026 powered by Nagarro geschafft. Beim Pitch Day am 16. Oktober präsentierten die Finalisten ihre Innovationsideen einer interdisziplinären Expertenjury. Im Mittelpunkt der diesjährigen ...
Salesforce
21 Oktober 2026
Firmen | News
Mit dem Agentblazer Award rückt Salesforce herausragende Organisationen ins Rampenlicht, die Innovation aktiv vorantreiben und zeigen, wie sich Effizienz und Fortschritt durch den gezielten Einsatz von KI neu definieren lassen. In jeder Branche gibt ...

Populär

In New York werden ungenutzte Luftrechte zu handelbarem Baupotenzial. So können neue Baukörper über oder neben bestehenden Gebäuden entstehen. Foto: REPORT/Eva Flatscher

Haus über Haus: Wie New York mit Luftrechten baut

In New York wird nicht nur mit Grundstücken gehandelt, sondern auch mit dem...
Luftaufnahme des Knauf-Standorts in Ferndorf in Kärnten mit Produktionshallen, Bahntrasse sowie angrenzenden Feldern und Gewässern.

Knauf investiert 30 Millionen Euro in Recyclinganlage

In Ferndorf in Kärnten entsteht eine neue Recyclinganlage für Glas- und...
Batterieelektrische Scania-Zugmaschine in Dreiviertelansicht.

Langstrecke unter Strom

Scania will batterieelektrische Lkw stärker für längere Strecken einsetzen....
Buchcover: Homo Universus von Matthias Strolz
Cover: Edition Platin

Homo Strolzus

Matthias Strolz widmet sich in „Homo Universus“ den großen Fragen des...
Gruppenbild Studierende mit Michael Nowak vor der verbotenen Stadt

Studierende tauchten in Chinas Tech-Welt ein

Das Bildungsprogramm „Seeds for the Future“ fand in diesem Jahr zum zwölften...
Gespräch am Tisch im Businessumfeld

Umfrage: Wie gut sind Unternehmen auch kommunikativ auf NIS2 vorbereitet?

Am 1. Oktober 2026 tritt in Österreich die NIS2-Richtlinie in Kraft. Damit...

Neue Blog Beiträge

26 Oktober 2026
Architektur, Bauen & Wohnen
500 Millionen Euro für thermische Sanierung und Kesseltausch. Jetzt muss das Geld in Österreich bleiben. Ein Kommentar von Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft BAU-HOLZBesonders erfreulich ist, dass die Bundesregie...
23 Oktober 2026
Qualität und Effizienz
Europa
Das Wissen über Treibhausgasemissionen wird immer mehr zum Wirtschaftsfaktor. Dieses Jahr hat uns wieder gezeigt, dass die Klimakrise auch massive Auswirkungen auf Unternehmen hat. Von gestiegenen Energiepreisen über die Unterbrechung von Lieferkette...
20 Oktober 2026
Architektur, Bauen & Wohnen
Wie können Gebäude so geplant, saniert und weiterentwickelt werden, dass Materialien möglichst lange im Kreislauf bleiben? Kreislaufwirtschaft wird für die Bau- und Immobilienbranche zunehmend zu einem zentralen Thema. DELTA begleitet diese Transform...

Office & TalkView all

Leben & StilView all

Produkte & ProjekteView all