Wednesday, April 01, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Eh schon Wurst: Während der Vegan-Trend in anderen Ländern bereits rückläufig ist und in New York das bekannteste vegane Restaurant der Welt wieder Fleischgerichte anbietet, ist den österreichischen Konsument*innen der Appetit auf pflanzliche Ernährung keineswegs vergangen. Der Umsatz mit Fleischalternativen stieg im Vorjahr um 8,2 %, bei den Milchalternativen gab es ein Plus von 6,5 %. Die Produkte sind inzwischen fixer Bestandteil der Supermarktsortimente. 29 % der unter 25-Jährigen essen kein Fleisch. Zuletzt eroberte der FoodTech-Pionier Planted mit veganem Kebab das Fastfoodsegment in Österreich.

Bild: Planted Droga

Rekord-Deals
Der österreichische M&A-Markt wird selektiver. Unternehmen investieren gezielt dort, wo strategische Transformation, Skalierung oder internationale Positionierung möglich sind. Insgesamt wurden im Vorjahr 221 Unternehmenskäufe mit österreichischer Beteiligung registriert, 24 weniger als 2024. Gleichzeitig verzeichnete das Transaktionsvolumen mit 19,6 Milliarden Euro ein historisches Hoch (plus 292 %) – maßgeblich getrieben durch drei Mega-Deals, die zusammen rund 90 % des Gesamtvolumens ausmachten. Die größten Outbound-Deals waren Nova Chemicals (durch Borealis), Santander Bank Polen (durch Erste Group) und Nürnberger Beteiligungs-AG (durch Vienna Insurance Group) sowie auf der Inbound-Seite Frauscher Sensortechnik (durch Wabtec) und TTTech Auto (durch NXP).

Hybride Suche
Die Customer Journey wird immer vielschichtiger. Ein einzelner Touchpoint reicht längst nicht mehr aus, um Konsument*innen erfolgreich zu kontaktieren. Recherche, Inspiration und Kaufentscheidung finden heute kanalübergreifend statt. Um ihre Zielgruppe effizient erreichen zu können, müssen Händler einen Medien-Mix implementieren. Kund*innen wollen vorbereitet sein – und erwarten relevante Informationen bereits vor dem eigentlichen Kauf.

Lieferketten optimieren
Das Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) und das WIFO-Horizon-Projekt »Rethinking Global Supply Chains« wurden für ihre Spitzenforschung über globale Lieferketten von der EU-Donauraumstrategie (EUSDR) als Leuchtturmprojekte ausgezeichnet. Die beiden Institute lieferten erstmals datenbasierte Erkenntnisse über Resilienz, Versorgungssicherheit und wirtschaftspolitische Entscheidungen in ganz Europa.

Sicher unter Tage
Im Rahmen eines neuen FFG-Forschungsprojekts ViSeBa arbeiten die Salinen Austria AG, die iba Austria GmbH und die RISC Software GmbH an einer KI-Lösung, die den Bergbau sicherer machen soll. Das System korrigiert Sensorungenauigkeiten selbstständig und kann Schäden identifizieren, noch bevor sie tatsächlich entstehen. Das spart nicht nur Kosten, sondern erhöht maßgeblich die Betriebssicherheit unter Tage.

Begleitroboter
Der Ai Me Companion Robot wurde als weltweit erster modularer KI-Begleitroboter auf der Technologiefachmesse CES vorgestellt. Sein kapselartiges Design verbindet soziale Interaktion mit Smart-Living-Funktionen. So vernetzt er sich beispielsweise mit Haushaltsgeräten, Beleuchtung und Vorhängen und sorgt für mehr Komfort im Haushalt. Der Roboter passt sich aber auch an die Gewohnheiten seiner Mitbewohner*innen an und ermöglicht natürliche Interaktionen, etwa indem er zum Spielen, Geschichtenerzählen und kreativen Denken anregt.

Recruiting unter Avataren
Fachkräfte gesucht? Im Recruiting-Prozess verlassen sich viele Unternehmen bereits auf intelligente Tools. Die Bequemlichkeit rächt sich aber: Fast 64 % der Jobsuchenden ergreifen bereits die Flucht, wenn sie sich zunächst auf einem Portal registrieren müssen. Jeder zusätzliche Klick erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Interessierte ihre Unterlagen gar nicht erst einreichen. Und Bewerber*innen drehen zunehmend den Spieß um. KI-generierte Stellenanzeigen werden mit KI-generierten Anschreiben beantwortet. Spezielle Programme optimieren Lebensläufe, um dem KI-gestützten Screening optimal zu entsprechen. Avatare vertreten potenzielle Mitarbeiter*innen in Interviews mit Chatbots. Auch Ghosting beherrschen Bewerber*innen – Unternehmen haben es jahrelang vorgezeigt.

Blackout
Die Österreicher*innen fühlen sich sicher. Nur noch 29 % (2024: 33 %) halten es laut einer EY-Umfrage für wahrscheinlich, dass ein Blackout eintritt. 80 % haben für diesen Fall Vorsorgemaßnahmen getroffen. Sechs von zehn Befragten halten Kerzen und Taschenlampen, etwa die Hälfte haltbare Lebensmittel bereit. Auf Rang 3 hat Bargeld die Getränkevorräte überholt. Bei Wasser und Medikamenten gibt es nach Meinung von Expert*innen jedoch noch Nachholbedarf.

Autonom fahren
Robotertaxis und selbstfahrende Autos sollen ab 2027 auch auf Österreichs Straßen rollen. Dazu müssen heuer noch einige rechtliche Hürden weggeräumt werden. Kein leichtes Unterfangen: Vom Kraftfahrgesetz bis zur Straßenverkehrsordnung sind zahlreiche Gesetze betroffen. Als juristisch besonders komplex gelten Haftungsfragen. Im zweiten Halbjahr 2026 sollen bereits die ersten Fahrzeuge in Testregionen unterwegs sein – vorerst noch mit Sicherheitsfahrer*innen.

Wasserstoff-Cluster
Linz will die regionale Wasserstoff-Wirtschaft entscheidend vorantreiben und dafür den im Elektrolyseprüffeld des Bosch Engineering Centers Linz erzeugten Wasserstoff nutzen. Die Linz AG prüft die Einbindung ins H2-Startnetz Linz mittels einer neuen Leitung, um den Wasserstoff effizient und sicher an potenzielle Abnehmer zu verteilen. Gemeinsam mit Bosch sind zudem weitere Elektrolyseanlagen geplant. Ein weiterer Fokus liegt auf der Systemstabilisierung des Stromnetzes. Flankierend werden Forschungspartner eingebunden, um technische, wirtschaftliche und ökologische Aspekte wissenschaftlich zu begleiten.

Betongold
2026 bietet sich ein attraktives Zeitfenster am österreichischen Immobilienmarkt: ein vergleichsweise großes Angebot, realistische Preisvorstellungen und deutlich bessere Rahmenbedingungen bei der Finanzierung. Nach einer Phase der Zurückhaltung steigt die Nachfrage wieder deutlich. In Wien erlebt der 20. Bezirk einen Aufschwung: Durch die Bebauung des Nordwestbahnhofgeländes wird die Brigittenau zu einem interessanten Entwicklungsgebiet.

Hyperautomatisierung
Vieles spricht dafür, dass 2026 das Jahr wird, in dem KI und Automatisierung vom Hype in die Realität des Unternehmensalltags übergehen. Im Zentrum steht Hyperautomatisierung, die Robotic Process Automation (RPA), KI, Machine Learning und moderne Workflow-Tools so miteinander verbindet, dass komplette Geschäftsprozesse automatisiert ablaufen können. Der Mittelstand kann damit zu Großkonzernen aufschließen – nicht durch mehr Personal, sondern durch effizientere und datenbasierte Abläufe. Entscheidend ist eine solide Datenbasis: Wer heute nicht in IoT-Sensorik und eine nahtlose Integration der ERP-Systeme investiert, wird morgen keine KI-Lösungen erfolgreich einsetzen können.

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