Friday, January 23, 2026

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Seit Jahren wird davon gesprochen, allein der technische Standard steht noch aus: Eine räumliche Verortung von Objekten – etwa die genaue Bestimmung von Fahrzeugen oder Mobilfunkteilnehmern – wird mit der nächsten Mobilfunkgeneration 6G erwartet. Nun macht eine technische Entwicklung neuer Antennentechnologie („Massive MIMO“) im 26-GHz-Frequenzband, dem sogenannten Millimeterbereich, dieses Feature bereits in 5G-Netzen möglich.


In einer Hardware- und Software-Erweiterung zu „5G Advanced“ hat A1 einen Pilotversuch zur zuverlässigen Erkennung von Drohnenpositionen in der Luft erfolgreich abschließen können. Gemeinsam mit dem Netzausrüster ZTE wurden mit einem einzelnen MIMO-Antennensystem und einer Edge-Computing-Komponente ein Drohnenflug am Standort Arsenal in Wien getrackt – zentimetergenau inklusive Geschwindigkeits- und Höhenmessungen. Möglich macht das ein Abtasten des Luftraums mit einer horizontalen und vertikalen Anordnung von Antennenelementen, ähnlich einem klassischen Radargerät. Die Reflexionen durch metallische Teile der Drohne – Kunststoff reagiert dagegen nicht auf die Funkwellen – werden von der Mobilfunkantenne gemessen und mit einem KI-Modell vor Ort verarbeitet. Eine Anbindung an Rechenleistungen aus Cloud-Services würde dagegen zu Verzögerungen führen, die ein rechtzeitiges Reagieren vor Ort verhindern.

Dank der hohen Frequenzen des 5G-Netzes im Millimeterwellenband wird eine besonders feine Auflösung bei dem sogenannten „Sensing“ erreicht. So lassen sich damit auch mehrere, unterschiedliche Flugobjekte gleichzeitig unterscheiden und verfolgen, unabhängig von Wetter oder Sichtverhältnissen. Während die Drohnendetektion für den Gebäude- und Anlagenschutz, aber auch militärisch eingesetzt werden kann, ist ein weiterer Anwendungsbereich die Erkennung von Vogelflug auf Flughäfen – denn auch in Körpern eingelagertes Wasser reflektiert Millimeterwellen.

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A1 hat als einer der ersten Netzbetreiber in Europa die ISAC-Technologie („Integrated Sensing and Communication“) unter realen Bedingungen im eigenen 5G-Netz getestet. Möglich macht dies laut CTO Christian Laqué die Verfügbarkeit des 26-GHz-Frequenzbands, „Österreich hat hier einen Vorsprung“, so Laqué gegenüber dem Report. „Wir kombinieren erstmals hochauflösende Ortungsfähigkeiten und Breitbandkommunikation mit ein und derselben 5G-Antenne“.

Für ein breites Ausrollen in Mobilnetzen müssten diese allerdings flächendeckend auf Massive-MIMO-Antennentechnologie ausgerüstet werden. Auf 6G müsse man jetzt für die Sensing-Funktion aber nicht mehr warten. „Die technischen Entwicklungen gehen immer schneller voran. Wir sehen das bei KI und auch im Mobilfunk. Deshalb wäre es wichtig, dass wir uns alle in Europa nicht zu stark von Regulierung bremsen lassen“, betont der Technikchef.

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A1 CTO Christian Laqué, 2.v.l., ist mit seinem Team und dem Partner ZTE nun angetreten, den Standard "5G Advanced" um die "Sensing"-Awendung zu erweitern.

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