Freitag, Oktober 30, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Seit Jahren wird davon gesprochen, allein der technische Standard steht noch aus: Eine räumliche Verortung von Objekten – etwa die genaue Bestimmung von Fahrzeugen oder Mobilfunkteilnehmern – wird mit der nächsten Mobilfunkgeneration 6G erwartet. Nun macht eine technische Entwicklung neuer Antennentechnologie („Massive MIMO“) im 26-GHz-Frequenzband, dem sogenannten Millimeterbereich, dieses Feature bereits in 5G-Netzen möglich.

Drohnenerkennung bereits mit 5G möglich


In einer Hardware- und Software-Erweiterung zu „5G Advanced“ hat A1 einen Pilotversuch zur zuverlässigen Erkennung von Drohnenpositionen in der Luft erfolgreich abschließen können. Gemeinsam mit dem Netzausrüster ZTE wurden mit einem einzelnen MIMO-Antennensystem und einer Edge-Computing-Komponente ein Drohnenflug am Standort Arsenal in Wien getrackt – zentimetergenau inklusive Geschwindigkeits- und Höhenmessungen. Möglich macht das ein Abtasten des Luftraums mit einer horizontalen und vertikalen Anordnung von Antennenelementen, ähnlich einem klassischen Radargerät. Die Reflexionen durch metallische Teile der Drohne – Kunststoff reagiert dagegen nicht auf die Funkwellen – werden von der Mobilfunkantenne gemessen und mit einem KI-Modell vor Ort verarbeitet. Eine Anbindung an Rechenleistungen aus Cloud-Services würde dagegen zu Verzögerungen führen, die ein rechtzeitiges Reagieren vor Ort verhindern.

Dank der hohen Frequenzen des 5G-Netzes im Millimeterwellenband wird eine besonders feine Auflösung bei dem sogenannten „Sensing“ erreicht. So lassen sich damit auch mehrere, unterschiedliche Flugobjekte gleichzeitig unterscheiden und verfolgen, unabhängig von Wetter oder Sichtverhältnissen. Während die Drohnendetektion für den Gebäude- und Anlagenschutz, aber auch militärisch eingesetzt werden kann, ist ein weiterer Anwendungsbereich die Erkennung von Vogelflug auf Flughäfen – denn auch in Körpern eingelagertes Wasser reflektiert Millimeterwellen.

A1_5G_Drohnenortung_2.jpg

A1 hat als einer der ersten Netzbetreiber in Europa die ISAC-Technologie („Integrated Sensing and Communication“) unter realen Bedingungen im eigenen 5G-Netz getestet. Möglich macht dies laut CTO Christian Laqué die Verfügbarkeit des 26-GHz-Frequenzbands, „Österreich hat hier einen Vorsprung“, so Laqué gegenüber dem Report. „Wir kombinieren erstmals hochauflösende Ortungsfähigkeiten und Breitbandkommunikation mit ein und derselben 5G-Antenne“.

Für ein breites Ausrollen in Mobilnetzen müssten diese allerdings flächendeckend auf Massive-MIMO-Antennentechnologie ausgerüstet werden. Auf 6G müsse man jetzt für die Sensing-Funktion aber nicht mehr warten. „Die technischen Entwicklungen gehen immer schneller voran. Wir sehen das bei KI und auch im Mobilfunk. Deshalb wäre es wichtig, dass wir uns alle in Europa nicht zu stark von Regulierung bremsen lassen“, betont der Technikchef.

A1_5G_Drohnenortung_1.jpg

A1 CTO Christian Laqué, 2.v.l., ist mit seinem Team und dem Partner ZTE nun angetreten, den Standard "5G Advanced" um die "Sensing"-Awendung zu erweitern.

Populär

In New York werden ungenutzte Luftrechte zu handelbarem Baupotenzial. So können neue Baukörper über oder neben bestehenden Gebäuden entstehen. Foto: REPORT/Eva Flatscher

Haus über Haus: Wie New York mit Luftrechten baut

In New York wird nicht nur mit Grundstücken gehandelt, sondern auch mit dem...
Luftaufnahme des Knauf-Standorts in Ferndorf in Kärnten mit Produktionshallen, Bahntrasse sowie angrenzenden Feldern und Gewässern.

Knauf investiert 30 Millionen Euro in Recyclinganlage

In Ferndorf in Kärnten entsteht eine neue Recyclinganlage für Glas- und...
Batterieelektrische Scania-Zugmaschine in Dreiviertelansicht.

Langstrecke unter Strom

Scania will batterieelektrische Lkw stärker für längere Strecken einsetzen....
Buchcover: Homo Universus von Matthias Strolz
Cover: Edition Platin

Homo Strolzus

Matthias Strolz widmet sich in „Homo Universus“ den großen Fragen des...
Gruppenbild Studierende mit Michael Nowak vor der verbotenen Stadt

Studierende tauchten in Chinas Tech-Welt ein

Das Bildungsprogramm „Seeds for the Future“ fand in diesem Jahr zum zwölften...
Gespräch am Tisch im Businessumfeld

Umfrage: Wie gut sind Unternehmen auch kommunikativ auf NIS2 vorbereitet?

Am 1. Oktober 2026 tritt in Österreich die NIS2-Richtlinie in Kraft. Damit...

Leben & StilView all