Sonntag, Juli 21, 2024

Unternehmen müssen sich als attraktive Arbeitgeber präsentieren, um potenzielle Mitarbeitende zu überzeugen. Work-Life-Balance und ein ansprechendes Gehalt sind begehrt – aber nicht entscheidend.

Flexible, zielgruppengerechte Benefits werden als besonders relevant für die Bindung von Mitarbeiter*innen und der Steigerung von deren Zufriedenheit erachtet. Zielgruppenorientiert eingesetzt, können sie sich positiv auf die Fluktuation und durchschnittliche Betriebszugehörigkeit auswirken – allerdings ist dies offenbar kaum der Fall. „Arbeitnehmer*innen können weit weniger über ihr Benefits-Angebot entscheiden, als sie es gerne würden“, bringt Alfred Berger, Geschäftsführer von Kienbaum Österreich, die jüngste Studie zum Thema „Employer Attractiveness & Employee Expectations“ auf den Punkt.

In 80 Prozent der Unternehmen ist keine Auswahl von Benefits möglich. Nur 18 Prozent lassen die Mitarbeiter*innen aus einem fest definierten Paket wählen. Home-Office-Regelungen, Essensgutscheine bzw. subventionierte Kantinen sowie eine betriebliche Altersvorsorge sind die am meisten nachgefragten Benefits auf Seiten der Arbeitnehmer*innen. Akademiker*innen und die Generation X fragen vermehrt nach Sabbaticals und Weiterbildungszuschüssen. Für Arbeitnehmer*innen mit mittlerem Bildungsabschluss ist das Angebot einer betriebliche Altersvorsorge relevanter.

Kriterien zur Job-Wahl

Work-Life-Balance, Gehalt sowie Erreichbarkeit des Arbeitsortes sind österreichweit die drei wichtigsten Faktoren zur Bestimmung der Attraktivität eines Arbeitgebers. Während bei Arbeitnehmer*innen mit Pflichtschul- und Lehrabschluss der Fokus auf das Gehalt sogar noch höher ist als beim Durchschnitt, sind insbesondere für Akademiker*innen die Faktoren Gestaltungsfreiraum und Unternehmenskultur sehr wichtig. Frauen legen zudem Wert auf Chancengleichheit und Familienfreundlichkeit.

Entscheidende Elemente bei der Jobwahl kommen jedoch schon im Bewerbungsprozess zum Tragen. Hier spielt die unternehmenseigene Karriereseite, die von den Firmen selbst als besonders relevant eingestuft wird, eine eher untergeordnete Rolle. Die für die Studie befragten Arbeitnehmer*innen gaben an, sich bevorzugt über professionelle Anbieter, private Empfehlungen und soziale Medien zu informieren. Rasche Recruitingverfahren und ein strukturiertes, klassisches Bewerbungsgespräch werden nach wie vor am meisten geschätzt. Persönlichkeitstests und Telefoninterviews landen im Ranking dahinter. Die Teilnahme an einem Assessment Center ist am unbeliebtesten - auch unter Führungskräften. 

Meistgelesene BLOGS

Firmen | News
25. März 2024
Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel und Künstliche Intelligenz (KI) spielt dabei eine entscheidende Rolle. Unternehmen weltweit erkennen zunehmend die Bedeutung von KI für ihre Produktivität und W...
Andreas Pfeiler
27. März 2024
Die Bundesregierung hat ein lang überfälliges Wohnbauprogramm gestartet. Ausschlaggebend dafür war ein Vorschlag der Sozialpartner, der medial aber zu Unrecht auf einen Punkt reduziert und ebenso inte...
Redaktion
09. April 2024
Die Baubranche befindet sich gerade in einem riesigen Transformationsprozess. Dabei gilt es nicht nur, das Bauen CO2-ärmer und insgesamt nachhaltiger zu gestalten, sondern auch Wege zu finden, wie man...
Firmen | News
27. Mai 2024
Die Zeiten, in denen man eine Bankfiliale besuchen musste, um sich über finanzielle Produkte zu informieren, sind längst vorbei. Heute, in einer Ära, in der praktisch jede Information nur einen Klick ...
Fujitsu
05. April 2024
Die IT-Landschaft hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Früher dominierten zentralisierte Rechenzentren, ein neuer Trend favorisiert nun aber eine verteilte IT-Infrastruktur. Diese erstreckt...
Bernd Affenzeller
02. Juni 2024
Am 9. Juni findet in Österreich die Wahl zum Europäischen Parlament statt. Überschattet wird der Wahlkampf derzeit von Vorwürfen gegen die grüne Kandidatin Lena Schilling. Trotz der heftigen Turbulenz...
Marlene Buchinger
21. April 2024
Derzeit gibt es Unmengen an Schulungsangeboten und ESG-Tools schießen wie Pilze aus dem Boden. Anstelle das Rad neu zu erfinden, lohnt es sich bestehende Strukturen zu neu zu denken. Herzlich Willkomm...
Alfons A. Flatscher
02. Juni 2024
Elon Musk, Tesla-Gründer und Twitter-Eigner, ist immer gut für Sager. Jetzt wurde er gefragt, wer denn im November die Präsidentenwahlen gewinnen werde: Biden oder Trump? Er habe keine Ahnung, antwort...

Log in or Sign up