Mittwoch, August 17, 2022



Lademöglichkeiten in Ostrava, klimaneutraler Busverkehr in Zürich, Schnellladungen in Bern und Infrastrukturmanagement in Rom: Siemens liefert die Basis für den Systemwandel zu einer grüneren Mobilität in ganz Europa. 

Neben Systemänderungen bei der Erzeugung von Strom und Wärme gilt die Energiewende im Verkehr als die dritte zentrale Säule, um die Klimaziele zu erreichen. Dabei spielt nicht nur die Abkehr von Verbrennungsmotoren eine Rolle, sondern insgesamt eine Reduktion des Verkehrsaufwands und eine Verlagerung des Individualverkehrs auf klimaverträglichere Verkehrsmittel. Das benötigt eine Verhaltensänderung bei den Menschen aber auch das richtige Angebot von neuen Technologien, Produkten und Services auf dem Mobilitätssektor.

Das Zusammenspiel klimafreundlicher Verkehrsmittel, einer intelligenten, anpassungsfähigen Infrastruktur und den passenden Angeboten kommunaler Betriebe ebenso wie privater Anbieter zeigen jüngste Projekte mit Beteiligung von Siemens. Die Geschäftseinheit Siemens Smart Infrastructure adressiert die drängenden Herausforderungen der Urbanisierung und des Klimawandels durch die Verbindung von Energiesystemen, Gebäuden und Wirtschaftsbereichen.

Ostrava, Tschechien

Siemens Smart Infrastructure wurde mit der Lieferung einer Ladelösung für die Verkehrsbetriebe Ostrava beauftragt, die ihre Flotte um 24 Elektrobusse von Solaris erweitern. Der bisher größte Auftrag für Elektrobusse in Tschechien beinhaltet vier Sicharge UC-Ladestationen. Diese Hochleistungsladegeräte liefern eine effektive Höchstleistung von je 400 kW. Darüber hinaus wird Siemens 28 mobile Ladegeräte, die elektrische Infrastruktur sowie Software für die Energieautomatisierung liefern.

Am Busbahnhof Hranečník wird ein Sicharge UC-Schnellladegerät mit einem Top-Down-Pantographen installiert, in der Valchařská-Straße im Zentrum von Ostrava drei Schnellladegeräte mit Pantographen. Simatic S7-Einheiten sorgen für zuverlässigen und optimierten Betrieb. Alle Ladepunkte werden mit einem Überwachungskamerasystem ausgestattet und laufen per Self-Service. Diesen Sommer sollen die ersten E-Busse geladen werden können.

Eine Siemens-Microgrid-Control-Anwendung misst und überträgt Ladedaten an die Systeme des Verkehrsbetreibers, sowohl für das Energiemanagement als auch zur Betriebsplanung. Dies ermöglicht einen ferngesteuerten und automatisierten Ladevorgang entsprechend der Busfahrpläne und die Ladeleistung kann in Abhängigkeit von der verfügbaren Energie angepasst werden. Siemens liefert außerdem einen 800 kVA- und zwei 1.250 kVA-Mittelspannungstrockentransformatoren zum Anschluss der Ladepunkte an das Netz sowie Mittelspannungsschaltanlagen. 

Die Solaris Urbino-12-Modelle verfügen über Solaris High-Power-Batterien mit einer Gesamtkapazität von 91,4 kWh. Dank der stufenweisen Aufladung in den Busbahnhöfen beträgt die tägliche Reichweite der neuen Elektrobusse bis zu 400 Kilometer. Das Aufladen tagsüber dauert aufgrund der eingesetzten Hochleistungsladetechnik jeweils maximal zehn Minuten pro Bus.

Zürich, Schweiz
 

Die Stadt Zürich hat sich zum Ziel gesetzt, die direkten Treibhausgasemissionen im Stadtgebiet bis zum Jahr 2040 auf netto null zu bringen. Bis 2030 soll bereits eine Reduktion von mindestens 50 Prozent gegenüber 1990 erreicht werden. Nun wird eine Busgarage mit 45 Sicharge UC-Ladestationen ausgestattet, davon 30 mit einer Ladeleistung von 100 kW und 15 mit 150 kW. Die Fahrzeuge werden hauptsächlich in den Nachtbetriebspausen über Ladekabel und Stecker (CCS-Standard) geladen.

»Das Besondere an der Lösung für die VBZ ist die Ladekabelzuführung über die Decke«, sagte Birgit Dargel, Globale Leiterin Future Grids bei Siemens Smart Infrastructure. »Bestehende Garagen sind oftmals nicht auf die Ausrüstung mit Ladeinfrastruktur ausgelegt, der laufende Betrieb darf dadurch jedoch nicht eingeschränkt werden. Wir werden eine entsprechende Kabelaufhängung installieren, die zudem im Vergleich zu sonst üblichen Kabeltrommeln sehr wartungsarm ist. Die Durchfahrwege bleiben somit frei und die ein- und ausfahrende Fahrzeuge werden nicht behindert.«

Bern, Schweiz 

Von den Verkehrsbetrieben Bernmobil hat Siemens den Zuschlag für die Lieferung von Ladeinfrastrukturlösungen für den Betrieb 14 neuer Elektrobusse erhalten. Diese sollen ab Anfang 2023 eingesetzt werden. An den Endhaltestellen Elfenau, Blinzern (Linie 19) und Bremgarten (Linie 21) sollen drei Siemens-Schnellladestationen Sicharge UC 600 inklusive eines Lademastes mit absenkbarem Pantographen zum Einsatz kommen. Die Fahrzeuge werden dort während ihres fahrplanmäßigen Aufenthalts mit einer Leistung von bis zu 450 kW aufgeladen. Der 6,5 Meter hohe Lademast ist mit einer Standfläche von 130 x 33 cm verhältnismäßig kompakt.

Im Busdepot Eigerplatz werden sieben Schnellladestationen des Typs Sicharge UC 200 mit je drei Dispensern installiert. Die Ladeinfrastruktur, bestehend aus Sicharge UC-Ladezentren, Dispensern sowie CCS2-Anschlusskabel, wird im bestehenden Depot unter laufendem Betrieb installiert. Um dieses komplexe System mit mehreren Sicharge UC-Dispensern pro Ladezentrum zu managen, wird im Busdepot eine digitale Depotmanagement-Lösung eingesetzt. Das cloudbasierte System überwacht unter anderem alle elektrischen Ströme, generiert Berichte zu den Ladevorgängen und ermöglicht ein effizientes Diagnose- und Lastmanagement.

Rom, Italien

Auch Rom ist dabei, einen Plan für nachhaltige urbane Mobilität umzusetzen. Ein Baustein zum Erreichen dieses Ziels ist die Einführung von Shared-Mobility-Angeboten. Für den Car-Sharing-Anbieter On liefert Siemens Ladeinfrastruktur, die aus 120 kompakten Ladesäulen vom Typ Sicharge AC22 besteht. Dort können jeweils zwei Elektrofahrzeuge gleichzeitig über zwei Ausgänge mit einer Leistung von 22 kW aufgeladen werden.

An zwei 230-Volt-AC-Steckdosen lassen sich außerdem Elektrofahrräder, Elektroroller und andere kleine Elektrofahrzeuge aufladen. Die Ladesäulen sind mit dem E-Car Operation Center verbunden, einer cloudbasierten Software zum Ladeinfrastruktur-Management. Über diese Anwendung können sowohl die Ladeinfrastruktur als auch die Ladevorgänge verwaltet werden.

Außerdem erlaubt die Lösung einen Export der verarbeiteten Daten in benachbarte Systeme zur Nutzung in weiteren Prozessen wie der Rechnungsstellung. Ausgehend von diesen Daten zeigt die On-App alle Ladepunkte auf einer Karte an. Außerdem werden die Verfügbarkeit und der Betriebsstatus jeweils in Echtzeit angegeben. Der Fahrer kann in einer Smartphone-App, die zusammen mit der Backend-Software bereitgestellt wird, den Ladevorgang starten und den gewünschten Zahlungsdienst nutzen.


Nachhaltige Energieverteilung für die Steiermark

Erstmals wird eine Mittelspannungsschaltanlage mit Clean-Air-Technologie in Österreich installiert.

Das Umspannwerk Münichtal der Energie Steiermark Gruppe hat eine neue nachhaltige Mittelspannungsschaltanlage von Siemens seit Jahresende 2020 in Betrieb. Sie wurde nun nach einer sechsmonatigen Testphase offiziell dem Kunden übergeben.

Die Schaltanlage nutzt das klimaneutrale Isoliermedium »Clean Air«, das ausschließlich aus natürlichen Bestandteilen der Umgebungsluft besteht. Siemens verzichtet bei dieser technologischen Neuentwicklung nicht nur auf SF6 als Isoliermedium, sondern auf jegliche Gasgemische, die auf Fluor basieren. Die neue Anlage verringert damit den CO2-Fußabdruck der Anlageninstallation des Netzbetreibers. Weitere Vorteile sind die einfache und sichere Handhabung und das unkomplizierte Recycling der Anlage am Ende ihrer Lebensdauer. 



Vorstandsdirektor Martin Graf, Energie Steiermark, und Gerd Pollhammer, Head of Siemens Smart Infrastructure CEE, vor der nachhaltigen Mittelspannungsschaltanlage. 

»In Summe haben wir für unsere Netze in den kommenden Jahren Investitionen von mehr als 600 Millionen Euro eingeplant«, sagt Vorstandsdirektor Martin Graf von der Energie Steiermark. »Eine der zentralen Herausforderungen für uns ist es, erneuerbare Energie von dezentralen Erzeugungseinheiten in allen Teilen des Landes entsprechend einspeisen zu können – dafür braucht es regionale, intelligente und nachhaltige Lösungen. So wie in diesem Projekt.«

Eingesetzt werden Schaltanlagen in öffentlichen und industriellen Energienetzen, um Energie aus dem elektrischen Übertragungsnetz ins Verteilnetz einzuspeisen und dort weiterzuverteilen. Auch Verteilnetzstrukturen und Schaltanlagen müssen sich den Anforderungen anpassen, die sich aus zunehmend dezentralen, erneuerbaren Energiequellen sowie Prosumern ergeben. Dadurch werden die Lastflüsse komplexer, bidirektional und schwieriger zu steuern.

»Schaltanlagen sind eine Schlüsselkomponente für eine sichere, zuverlässige und effiziente Energieverteilung in allen Netzstrukturen und spielen damit auch eine wichtige Rolle in Infrastrukturen von heute und morgen«, betont Gerd Pollhammer, Head of Siemens Smart Infrastructure CEE.

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