Schwierige Übergangszeit
Geplant war es vermutlich nicht, aber der Stein ist nun ins Rollen gekommen. Das Momentum wird von Jahr zu Jahr größer: Die Energiewende ist mittlerweile zu einer umfassenden Systemwende angewachsen, die auch die Bereiche Verkehr, Lebensqualität, Ökologie und Stadtentwicklung adressiert. Jetzt geht es darum, in den nächsten ein bis zwei Jahrzehnten die Fehler der letzten 100 Jahre auszubügeln. Ein schwieriges Unterfangen? Auf jeden Fall, aber nicht unmöglich, wie in unserem Coverinterview Energieexpertin Hemma Bieser meint (hier zu finden: »Ich bin von Grund auf ein positiver Mensch«).
Vieles ist derzeit auf Veränderung ausgerichtet und sowohl Technologien als auch ein konzertiertes Vorgehen unserer Gesellschaft und Politik – das weltweit merkbar ist – können diesen Spagat schaffen. Hoffen wir das jedenfalls für unsere Kinder und Kindeskinder.
Bei einer Fachtagung der E-Control Ende Jänner kamen die großen Netzbetreiber APG und Amperion zu Wort, die für ein Funktionieren des Stromsystems in Österreich, Deutschland und überhaupt ganz Europa sorgen – Strom fließt ja über alle Grenzen hinweg. Der Tenor: Um die Versorgungssicherheit müssen wir uns derzeit noch keine Sorgen machen. Ja, Risiken sind da, aber bewältigbar. (Link: Krisensicher und verlässlich)
Mit der Ukraine-Krise wird wieder einmal klar, dass leistbarer Strom aus der Steckdose und Gas aus der Leitung weniger eine technische Herausforderung sind als mitunter eine politische Aufgabe. Wollen wir die lösen, müssen dringend die Erneuerbaren ausgebaut werden. Eine stärkere lokale Energieerzeugung zumindest in Teilen Österreichs – nicht überall wird sie den Bedarf decken können – hilft auch über ein weiteres Problem weg: Die Stromnetze im Alpenkreuz Mitteleuropas sind ein Dreivierteljahrhundert alt. Solange Speicherlösungen fehlen und die Erzeugung fern von den Verbrauchern geschieht, sind fehlende Leitungskapazitäten der Flaschenhals der Energiewende. So oder so – es muss gebaut werden, im Großen und im Kleinen.
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