Sonntag, Oktober 18, 2026

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Bau | Immobilien

Nach zwei äußerst schwierigen Jahren hat der europäische Bausektor die Tal­sohle durchschritten. Auch die österreichische Bauwirtschaft dreht wieder ins Plus, allerdings mit geringerer Dynamik als die meisten anderen Länder.

Konjunktur: 2026 – Jahr der Erholung
Bild: iStock


In den Jahren 2023 und 2024 ist die Bauleistung in Europa laut dem Forschungsnetzwerk Euroconstruct um 0,5 % bzw. 1,7 % zurückgegangen. »Das ist die schwächste Zweijahresentwicklung seit der Pandemie«, erklärt WIFO-Experte Michael Weingärtler. Doch langsam scheint sich der Schleier zu lichten. Für 2025 wird ein moderates Wachstum von +0,3 % erwartet, gefolgt von einem deutlicheren Anstieg von +2,4 % im Jahr 2026. Dann sollten sich die Finanzierungsbedingungen wieder verbessern und der Tiefbau in Europa zum wichtigen Motor werden.

Die größte Wachstumsbremse bleibt weiterhin der Wohnbau. Da rechnet Euroconstruct erst 2027 mit einer echten Erholung. Auch die Sanierung bleibt ein Sorgenkind. Sie hat sich 2024 weiter abgeschwächt und wird voraussichtlich auch 2025 noch schrumpfen, bevor es in den Folgejahren zu einem moderaten Wachstum kommen sollte. Etwas besser entwickelt sich der Nicht-Wohnbau. Nach einem leichten Rückgang 2024 erwartet Euroconstruct schon für 2025 Wachstum, das sich 2026 noch beschleunigen wird. Stärkste und stabilste Komponente bleibt der Tiefbau. Nach Wachstum in den Jahren 2023 und 2024 wird für 2026 ein weiterer Anstieg prognostiziert, getragen sowohl vom Neubau als auch von der Sanierung der Infrastruktur. Die nationalen Entwicklungen zeigen weiterhin kein einheitliches Bild. Mit Irland, Polen, Schweden und Großbritannien werden nur vier Länder zwischen 2026 und 2028 ein jährliches Wachstum von über 4 % erreichen. Unter den großen Volkswirtschaften zeigt Spanien mit 3,0 % Wachstum solide Aussichten, während Frankreich und Deutschland mit 1,7 % bzw. 1,1 % gedämpft bleiben. Italien wächst um lediglich 0,6 %, trotz einer deutlichen Aufwärtskorrektur früherer Prognosen. Am unteren Ende steht Belgien (0,5 %), wo die Stagnation anhält.

Irland hebt sich bis 2028 als am schnellsten wachsender Markt hervor, getragen durch starke öffentliche Investitionen und robuste Nachfrage. Polen verzeichnet ebenfalls ein solides mittelfristiges Wachstum trotz nach unten korrigierter Erwartungen, während Spanien und Portugal von einer breit angelegten Expansion sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau profitieren. Im Gegensatz dazu sehen sich Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien weiterhin Gegenwind ausgesetzt – aufgrund schwacher Wohnraumnachfrage, hoher Kosten und eingeschränkter Finanzierungsmöglichkeiten.

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Fokus Österreich
Auch der Blick auf Österreich liefert kein einheitliches Bild. Im Wohnbau hat sich der Markt 2025 langsam erholt. Die Rückgänge im Neubau haben sich mit -3,8 % abgeschwächt, einen moderaten Anstieg von 1,4 % wird es 2026 geben. »Die gesunkenen Finanzierungskosten beleben die Nachfrage, Baubewilligungen ziehen an«, erklärt Weingärtler. Dafür wird der Sanierungsmarkt aufgrund der Budgetkonsolidierung an Dynamik verlieren.
Im Nicht-Wohnbau wirken die Rezession 2023–2024, schwache Exporte und hohe Zinssätze nach. Industrie-, Büro- und Handelsbauten blieben 2025 gedämpft, für 2026 zeichnet sich aber eine langsame Stabilisierung ab.
Der Tiefbau war bis 2024 robust, leidet nun aber unter den Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand. 2025 wird das Investitionswachstum im Tiefbau unter 1 % liegen. Besonders betroffen sind die Verkehrs-, Energie- und Wasserinfrastruktur mit deutlichen Rückgängen bis 2028.

»Zwar bauen Asfinag und ÖBB weiter, aber reduzierte Landes- und Gemeindemittel werden auf regionaler Ebene zu Verzögerungen oder Redimensionierungen führen«, sagt Weingärtler. Die Telekom-Investitionen werden nach dem raschen 5G-Ausbau aufgrund geringerer Förderungen und einer gewissen Marktsättigung zurückgehen, im Energiesektor bremsen neue Steuern und sinkende Gewinne die Investitionsfreude.

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Tipp: Der gesamte Euroconstruct-Bericht ist beim WIFO erhältlich: www.wifo.ac.at 

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