Montag, August 17, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Ein breites Bündnis von 15 Verbänden aus Industrie, Gewerbe und Forschung hat eine groß angelegte Initiative für die thermische Sanierung gestartet. Der Bau & Immobilien Report kennt die Beweggründe.

Modell eines Hauses in einem Schal eingewickelt
Bild: iStock

Am Anfang des von der Initiative »Dämmen statt Verheizen« veröffentlichten Positionspapiers steht eine Frage: »Was bringt eine moderne Wärmepumpe, wenn die gewonnene Wärme durch undichte Fenster und Wände sofort wieder entweicht?« Die Antwort: »Wenig.« Schließlich gieße man auch kein heißes Wasser in eine Badewanne ohne Stöpsel. Die Initiative kritisiert, dass das Geld der Steuerzahler buchstäblich verheizt wird. »In Zeiten des Sparens ist das kein Sparprogramm, das ist ein Eigentor«, wird ein Ende der Geldverschwendung gefordert. Für die Energiewende brauche es thermische Sanierung, Energieeffizienz und Heizungstausch — in dieser Reihenfolge. »Wer nur die Heizung tauscht, baut eine Hochleistungspumpe in ein leckes Schiff«, so die 15 Verbände.

Argumente, mit denen die Initiative überzeugen will:
- Energie sparen, bevor man heizt. Eine umfassende Sanierung spart bis zu 76 Prozent der Energie ein. Eine Wärmepumpe arbeitet in einem gedämmten Gebäude um ein Vielfaches effizienter. Nicht zu dämmen ist keine Sparmaßnahme — es ist Energieverschwendung auf Kosten aller.
- Jeder Förder-Euro kommt mehrfach zurück. Ein Euro in die Sanierung löst 2,59 Euro Wertschöpfung aus — regional, in heimischen Betrieben. Die Förderungen 2023/24 allein haben Investitionen von 2,3 Milliarden Euro ausgelöst. Bei einer Sanierungsrate von 3 Prozent entstehen 30.000 neue Arbeitsplätze. Das ist Wirtschaftspolitik, die sich rechnet.
- Österreich darf nicht zum Geisterfahrer werden. Die gesamte EU setzt mit der »Renovation Wave« auf Verdopplung der Sanierungsrate. Wer jetzt die Förderung kürzt, verliert die Kapazitäten der Handwerksbetriebe — und das Know-how, das wir später dringend brauchen.

Wer von der Förderung der thermischen Sanierung profitiert:
Unsere Wirtschaft. 30.000 Jobs, jeder Förder-Euro kommt 2,5-fach zurück, regionale Betriebe, die Österreich stark machen.
Unsere Kinder. Wer heute nicht dämmt, hinterlässt der nächsten Generation überdimensionierte Heizungen, steigende Betriebskosten und Immobilien, die an Wert verlieren.
Unsere Mieter. Mangelnde Dämmung trifft besonders jene, die nichts daran ändern können: höhere Betriebskosten, Kälte im Winter, keine Kontrolle über die Bausubstanz.
Unsere Freiheit. Wahre Unabhängigkeit bedeutet: weg von Energielieferanten, weg von fremden Mächten. Ohne Sanierung bleiben wir in der Abhängigkeitsfalle — egal, wie modern die Heizung ist.

Hinter der Initiative stehen der Fachverband Steine-Keramik, die Bundesinnung Bau, die Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme, die Gewerkschaft Bau-Holz, Global 2000, der Zentralverband industrieller Bauproduktehersteller ZIB, der Forschungsverband der österreichischen Baustoffindustrie FBI, die Österreichische Arbeitsgemeinschaft Putz ÖAP, die Plattform Fenster & Fensterfassade, die Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum GPH, die GDI2050 – Gebäudehülle+Dämmstoff Industrie 2050, die Güteschutzgemeinschaft WDVS-Fachbetrieb, das Österreichische Institut für Bautechnik OIB, die Österreichische Fachvereinigung für Polystyrol-Extruderschaum ÖXPS sowie die ARGE Fachvereinigung Mineralwolleindustrie FMI.

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