Dienstag, Juli 14, 2026

Mehrwert für Manager

Holcim Österreich und Daimler Truck Austria zeigten im Zementwerk Mannersdorf, welche Voraussetzungen für den Einsatz elektrischer Schwerfahrzeuge nötig sind. Neben neuen Lkw-Modellen standen vor allem Photovoltaik, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur im Mittelpunkt.

Elektrischer Mercedes-Benz eActros 600 mit Holcim-Silosattelauflieger an einer Ladestation in Mannersdorf, daneben drei Mitarbeiter.

Holcim und Daimler Truck präsentierten in Mannersdorf den elektrischen eActros 600 mit Silosattelauflieger an einer Ladestation am Standort. © Holcim Österreich/Richard Tanzer

 

Die Elektrifizierung des Schwerverkehrs beginnt nicht erst beim Fahrzeug. Sie setzt eine Energieinfrastruktur voraus, die hohe Ladeleistungen bereitstellen und zugleich mit dem laufenden Betrieb eines Industriestandorts vereinbar sein muss. Einen möglichen Ansatz dafür präsentierten Holcim Österreich und Daimler Truck Austria am 9. Juli im Zementwerk Mannersdorf.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen der vollelektrische Mercedes-Benz eActros 600 mit Silokompressor für den Baustofftransport sowie der eActros 400 für den Verteilerverkehr. Daimler Truck gibt für den eActros 600 eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern an, für den eActros 400 bis zu 400 Kilometer. Die tatsächlich erreichbaren Werte hängen unter anderem von Beladung, Topografie, Fahrweise und Einsatzprofil ab. 

Vom Zementwerk zum Energie-Hub

Am Standort Mannersdorf produziert Holcim nach eigenen Angaben jährlich rund 1,2 Millionen Tonnen Zement. Nach Angaben von Holcim werden bereits 85 Prozent der benötigten thermischen Energie durch alternative Brennstoffe ersetzt.

Parallel dazu baut das Unternehmen die elektrische Energieversorgung aus. Der Standort verfügt laut Holcim derzeit über Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 17 Megawatt Peak. Langfristig soll die Leistung auf 50 Megawatt Peak steigen und damit nahezu verdreifacht werden. 

Ergänzt werden soll die Stromerzeugung ab 2027 durch ein modular aufgebautes Batteriespeichersystem. Dieses soll Energie zeitversetzt bereitstellen und dazu beitragen, Lastspitzen aus Produktion und Fahrzeugladung auszugleichen.

Zwischen 2027 und 2030 will Holcim zudem Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge errichten. Die Unterlagen nennen Ladeleistungen von bis zu 400 Kilowatt. Ein Lastmanagement soll dabei die Anforderungen von Produktion, Speicher und Fahrzeugladung aufeinander abstimmen. 

Reichweite allein reicht nicht

Bei schweren Elektro-Lkw bestimmen nicht nur Batteriekapazität und Ladezeit über den möglichen Einsatz. Auch Nutzlast, Achslasten, Standzeiten und planbare Ladefenster spielen eine zentrale Rolle. Gerade im Baustofftransport müssen Fahrzeuge hohe Gewichte bewegen und gleichzeitig möglichst lange verfügbar bleiben.

Daimler Truck setzt beim eActros 600 auf drei Lithium-Eisenphosphat-Batteriepakete mit zusammen 621 Kilowattstunden Kapazität. Neben CCS-Laden mit bis zu 400 Kilowatt ist das Fahrzeug laut Präsentation für das Megawatt Charging System mit bis zu 1,1 Megawatt ausgelegt. 

Die höhere Ladeleistung kann Standzeiten verkürzen, setzt jedoch eine entsprechend leistungsfähige Energieversorgung voraus. Für energieintensive Standorte wird damit die Abstimmung zwischen Netzanschluss, eigener Stromerzeugung, Speicherkapazität und betrieblicher Einsatzplanung zum entscheidenden Faktor.

Die Pläne für Mannersdorf verdeutlichen, welche Voraussetzungen für die Elektrifizierung des Schwerverkehrs an einem energieintensiven Industriestandort geschaffen werden müssen. Entscheidend ist nicht allein, ob geeignete Lkw verfügbar sind. Stromerzeugung, Speicher, Ladeleistung und betriebliche Abläufe müssen so zusammenspielen, dass die Fahrzeuge geladen werden können, ohne Produktion und Logistik auszubremsen.

Wer wir sind

Populär

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2026!

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2026!

Der Wirtschaftspreis eAward zeichnet Digitalisierungsprojekte aus dem Raum...
Mistral: Expansion von KI-Diensten in Europa

Mistral: Expansion von KI-Diensten in Europa

Digital Realty hat eine strategische Partnerschaft mit Mistral AI geschlossen. Ziele sind...
Kosmos und IBM: Modernes Deployment und automatische Skalierung

Kosmos und IBM: Modernes Deployment und automatische Skalierung

Ob zu Ostern oder zu Weihnachten, während der Geschenkesaison geht es beim...
Agri-PV in Altenmarkt

Agri-PV in Altenmarkt

Die Energie AG hat nach knapp einem halben Jahr Bauzeitkürzlich in Altenmarkt...

Best of ... Connectivity

Vernetzung und Kommunikation auf Wasserstraßen, im Außendienst, im Vertrieb, im...
Mann in Anzug und mit Krawatte lächelt in die Kamera

Neuer Präsident von Österreichs E-Wirtschaft

Die Spitzengremien von Oesterreichs Energie, der Interessenvertretung der...
Forschungsprämie als wichtiger Joker

Forschungsprämie als wichtiger Joker

Ende 2025 wurde die Forschungsprämien-Verordnung in Österreich novelliert....
Was CFOs 2026 erwartet

Was CFOs 2026 erwartet

Die Finanzchef*innen der Unternehmen werden zu strategischen Architekt*innen...
Ein Wolf im Wald zwischen Bäumen

Tierlieb

Manchmal geht das mit dem Naturschutz auch nach hinten los – Zeit, die Krone...
Großspeicher im Burgenland

Großspeicher im Burgenland

Der Eisenstädter Bürgermeister Thomas Steiner hat am 12. Mai gemeinsam mit...
Mahlzeit am Morgen ohne Kummer und Sorgen

Mahlzeit am Morgen ohne Kummer und Sorgen

Wer sein Business-Breakfast nicht immer im Meetingraum veranstalten will, dem...
Porträtbild von Helmut Leopold, er schaut in die Kamera

Wenn ich das damals gewusst hätte ...

Helmut Leopold verbindet als Head of Center for Digital Safety & Security die...