Monday, March 09, 2026

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Pessimismus ist kein guter Ratgeber: Wer nur die drohende Apokalypse wahrnimmt, übersieht die guten Nachrichten aus der Welt der Energie.

Bild: iStock


Im brasilianischen Belém wird die Klimakatastrophe nicht aufgehalten. Die COP30, diesmal ohne die Teilnahme der Trump-Adminis­tration, hat wie alle vorhergegangenen Konferenzen zu den existenzbedrohenden Gefahren der Erderwärmung bei pragmatischer Betrachtung nur wenig beizutragen: Absichtserklärungen, Mahnungen, Versprechen, die an der Realität gemessen wenig bedeuten.

Was viel mehr Gewicht hat: Die bitter nötige Wende zu einer erneuerbaren Energiezukunft und damit zur Abmilderung der Erderwärmung und ihrer Folgen findet statt, egal, was in Brasilien beschlossen wird oder scheitert. Der Siegeszug der Solar- und Windenergie schreitet schneller voran, als dies Analysten vor Jahren für möglich gehalten hätten, und das weltweit. Ob der jetzige Kurs ausreicht, die schlimmsten Folgen der Klimaerwärmung abzuwenden, ist noch nicht ausgemacht; trotzdem gibt es auch Grund zur Hoffnung.

Einfache Rechnungen
Die IEA hat etwa vor kurzem vermeldet, dass über 100 Länder ihre Investitionen in fossile Energie wegen ihrer Nutzung erneuerbarer Energie reduzieren konnten, darunter Großbritannien, Deutschland, Chile und Dänemark. 2023 wurden durch Erneuerbare der Kauf von 700 Millionen Tonnen Kohle und 400 Milliarden Kubikmeter Gas vermieden – das sind beachtliche zehn Prozent des globalen Verbrauchs.

Der Wechsel von Fossilen zu Erneuerbaren macht sich überhaupt in den Geldbörsen von Staaten und Haushalten gleichermaßen bemerkbar: Seit 2010 hat sich etwa Großbritannien durch seine Windkraftanlagen die beachtliche Summe von 104 Milliarden Pfund erspart. Eine Studie des University College London errechnet diese Summe durch Einpreisung geringerer Importe und die Kostendämpfungseffekte, die Erneuerbare auf die verbliebenen Gasimporte ausgeübt hätten. Von wegen teurer Ökostrom.

Noch billiger wird es bald für Millionen australischer Haushalte, seit auch down under der politische Einfluss der Kohlebarone am Schwinden ist: Die Regierung des sonnenreichsten Kontinents arbeitet aktuell Pläne aus, in Zeiten starker Solarenergieproduktion den erzeugten Überschuss gratis an Haushalte abzugeben, um die Leitungsnetze stabil zu halten – drei Stunden würde so Tag für Tag Strom kostenlos fließen. Der australische Climate Change Minister Chris Bowen hat angekündigt, die Einwände von um ihre Profite besorgter Stromversorger auszuschlagen und Juli nächsten Jahres das Programm in Queensland, New South Wales und South Australia auszurollen.

Folgerichtig, dass auch die Petrostaaten auf die solare Zukunft setzen: Ein Solarkraftwerk namens Noor Abu Dhabi soll in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 3,2 Mio. Solarpanelen bis 2050 bereits die Hälfte des Energiebedarfs des Wüstenstaats decken und CO2-Emissionen um 70 Prozent sinken lassen.

Vielleicht, so hat in der Woche vor der COP30 der in Berlin beheimatete globale Thinktank Climate Analytics aufhorchen lassen, lässt sich das 1,5-Grad-Ziel doch noch retten – zwar nicht unmittelbar, aber längerfristig. Für Optimismus ist es noch zu früh – Schwarzsehen bringt die Welt aber auch nicht voran.

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