Montag, Dezember 06, 2021
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Innovatives Österreich

IT-Lösungen »made in Austria« vereinfachen Prozesse, sparen Ressourcen, schützen vor Betrug und erweitern den Bildungshorizont. Ein Streifzug durch die Vielfalt der Ideen. 


Leistungsschub für Rechnungsprozesse

Wie Kosten optimiert und die Qualität dokumentenbasierter Prozesse erhöht werden können, zeigt Scanpoint, ein Tochterunternehmen der Österreichischen Post AG, mit einer Lösung für die automatisierte Rechnungserfassung. Dabei übernimmt und bearbeitet das Unternehmen die Eingangsrechnungen ihrer Kund*innen – egal, ob diese in Papierform oder per E-Mail eintreffen – und stellt die extrahierten Daten am gleichen Tag elektronisch zu. Die ausgelesenen Daten werden auf Qualität geprüft und schließlich in den Workflow der Kund*innen übergeben – automatisiert, schnell und sicher.



»Wir digitalisieren rasch zu vereinbarten Service-Level-Agreements täglich alle Rechnungen, extrahieren im Schnitt 30 Datenfelder pro Rechnung und speisen die strukturierten Daten direkt in die Buchungssysteme unserer Kund*innen ein«, erklärt Geschäftsführer George Wallner. »Die Lösung ist besonders für den Mittelstand und Großunternehmen geeignet, da ein gewisses Rechnungsvolumen gegeben sein sollte.« Durch die automatisierte Rechnungserfassung sind Einsparungen von bis zu elf Euro pro Rechnung möglich – die WKO bezifferte 2011 den manuellen Papierprozess mit 13 Euro.

Fortbildungsoffensive

Die Bildungsgruppe aspire education – Muttergesellschaft der ARS Akademie, ETC – Enterprise Training Center, ibis acam, KAOS Bildungsservice, Fast Lane und Stepin – unterstützt jährlich rund 50.000 Lernende mit tausenden Kursen in ganz Österreich für die Anforderungen der heutigen Arbeitswelt. Mit der Initiative »Zukunftsmillion.jetzt« sollen Menschen und Unternehmen für den Arbeitsmarkt und herrschenden Fachkräftemangel gestärkt werden.

»Es geht im Berufsleben nicht nur um Arbeit oder Freizeit, sondern auch um lebenslanges Lernen und persönliche Weiterentwicklung«, sagt ETC-Geschäftsführer Michael Swoboda, der »das Thema Bildung als etwas Interessantes, Spannendes und Unterhaltsames positionieren« möchte: »Wichtig ist dabei das Interesse, die Neugier, den Wunsch nach Bildung an sich zu wecken, statt zu belehren oder zu mahnen. Bildung an sich soll das Erlebnis sein.«

Mülltrennung mit KI

Rohstoffe sind begrenzt und kostbar – Recycling wird deshalb immer wichtiger. Mit dem Projekt »Hawkeye« definiert das niederösterreichische Unternehmen Brantner Green Solutions den Standard in der bildbasierten Erkennung von Objekten in der Abfallwirtschaft neu. »Mit Hilfe unseres neuronalen Netzes können wir in Echtzeit direkt bei der Schüttung im Bio-LKW momentan 32 verschiedene Störstoffe unterscheiden und jede einzelne Tonne bei Bedarf mit einer Schulnote von 1 bis 5 versehen«, erzählt Christoph Pasching, Head of Digital Solutions.



Bei der Preisverleihung des »ICEBERG innovation leadership award 2021«.

Durch den Einsatz dieser intelligenten Technologie ist es möglich, noch mehr wertvolle Ressourcen aus den Abfallströmen herauszufiltern und sie einem zielgerichteten Recycling zuzuführen. Das Projekt wurde mit dem »ICEBERG innovation leadership award 2021« ausgezeichnet.

Erfolgreiches Serviceportal

Mit 1,2 Millionen Kund*innen verantwortet die Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) die Betreuung einer großen, stark wachsenden Versichertengemeinschaft, wobei die Rahmenbedingungen und Risiken für Selbstständige einem steten Wandel unterliegen. Die Übergänge zwischen selbstständiger und unselbstständiger Arbeit sind heute fließender denn je: Rund 40.000 neue Start-ups pro Jahr bringen Bewegung ins österreichische Unternehmertum.

Auch die soziale Absicherung der Selbstständigen erfordert zeitgemäße Lösungen. Mit dem Serviceportal der SVS können Versicherte viele Anliegen selbst erledigen – unabhängig davon, wann und wo sie dies tun wollen. »Die Covid-Pandemie hat den Ausbau unseres digitalen Serviceangebots zusätzlich vorangetrieben«, sagt SVS-Generaldirektor Hans Aubauer.

»svsGO wurde als One-Stop-Shop konzipiert – für eine verbesserte Customer-Experience, Zeitersparnis und einen effizienten Einsatz von Ressourcen.« Der Launch im September 2020 verlief höchst erfolgreich. Die svsGo-App verzeichnete bis August 2021 mehr als 120.000 Downloads. Über 30 Prozent der Arztrechnungen werden bereits digital zur Erstattung eingereicht.

Sichere Behandlung im VR-Raum

Leiden Sie unter Flugangst, Klaustrophobie oder Angst vor Spinnen? Der Wiener Softwareentwickler Bytewood hat in Zusammenarbeit mit Psycholog*innen eine Behandlungsmethode für Angstpatient*innen geschaffen. Virtual Reality ermöglicht es, Menschen mit Phobien in kontrolliertem Setting und gefahrlos mit ihrer Angst zu konfrontieren und sie davon zu befreien. Die Lösung wird bereits von Phobius, einem Zentrum für Angstbekämpfung in Wien, eingesetzt.



»Da es wichtig für die Patient*innen ist, glaubwürdige Erfahrungen zu machen, haben wir großes Augenmerk auf Realismus gelegt. Andernfalls würden die Umgebungen keine Angst auslösen«, erklärt Bytewood-Geschäftsführer Joachim Brandtner. Das Unternehmen ist Spezialist für die Erstellung virtueller Umgebungen und interaktiver Erlebnisse, die in den Bereichen Medizin, Wissenschaft und Industrie Anwendung finden.

Fake-Shop-Detector

Online-Shopping boomt wie nie zuvor, gleichzeitig schnappt die Falle immer öfter zu: Die Ware ist bestellt und bezahlt, kommt aber nie an. Fake-Shops werden immer professioneller und damit schwieriger als solche erkennbar. Der Fake-Shop-Detector, entwickelt vom AIT – Austrian Institute of Technology, dem Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) und X-Net Services, ist ab sofort in einer Beta-Version verfügbar. Das KI-basierte Tool untersucht anhand von 21.000 Merkmalen, ob es sich um seriöse oder betrügerische Onlineshops handelt und warnt User*innen in Echtzeit. Gibt der Detector grünes Licht, kann in Ruhe weiter eingekauft werden.

Der Detector ist ab sofort auf www.fakeshop.at  (Zum Link: hier klicken) zum Download verfügbar. Schon jetzt weisen die Praxistests eine hohe Treffsicherheit auf. Das Programm kennt mehr als 10.000 Fake-Shops und über 25.000 vertrauenswürdige Online-Händler in der DACH-Region. Durch die Nutzung der Beta-Version können Konsument*innen mithelfen, andere vor Bestellbetrug zu warnen, da durch eine breite Nutzung in der Testphase die Datenbasis laufend verbessert werden kann.

Arbeitsplatzbelegung via App

Der IT-Dienstleister NAVAX hat eine App entwickelt, über die Mitarbeiter*innen mit wenigen Klicks einen freien Arbeitsplatz im Büro buchen können – auch an unterschiedlichen Standorten. Dadurch wird die Einhaltung der Sicherheitsabstände und der maximalen Belegung der Räume gewährleistet. Außerdem ist es möglich, bekannt zu geben, wann und wo der Urlaub verbracht wird. Gibt es Reisewarnungen für bestimmte Länder, kann rasch nachverfolgt werden, welche Kolleg*innen miteinander in Kontakt waren.



Die Redsettlement-App steht NAVAX-Kund*innen kostenlos zur Verfügung. »Als Spezialist für Individuallösungen haben wir die App selbst entwickelt und bei uns im Unternehmen bereits erfolgreich im Einsatz«, sagt Oliver Krizek, Eigentümer der NAVAX Unternehmensgruppe. »Das möchten wir nun mit unseren Kund*innen teilen, damit auch sie ihre Belegschaft schützen und ihre Betriebsfähigkeit, unter Einhaltung der Sicherheitsauflagen, einfach und benutzerfreundlich aufrechterhalten können.«

Blended Learning für die Polizei

Hate Crimes sind strafbare Handlungen, die wegen einer ablehnenden Einstellung gegenüber dem Opfer und aufgrund dessen tatsächlicher oder vermeintlicher Zugehörigkeit zu einer besonders schutzwürdigen Gruppe begangen werden. Mit einer Online-Schulung gibt die Sicherheitsakademie des Bundesministeriums für Inneres den österreichischen Polizist*innen künftig Handlungssicherheit bei der systematischen Ermittlung und Erfassung solcher vorurteilsmotivierter Straftaten.

In Co-Creation der Abteilung für Grund- und menschenrechtliche Angelegenheiten mit dem E-Learning-Center des BMI wurde eine innovative Online-Schulung erstellt, die zeit- und ortsunabhängig absolviert werden kann. Mit Grafiken, Fotos, Kurzfilmen und interaktiven Fallbeispielen wird das Grundlagenwissen einprägsam und abwechslungsreich vermittelt. Die Absolvierung ist für die Sicherheitsexekutive und Sicherheitsverwaltung verpflichtend, für alle anderen Bediensteten des BMI freiwillig.

»Durch die Online-Schulung soll ein für den Polizeidienst bedeutsamer Standard bei der Prävention und Bekämpfung von vorurteilsmotivierten Straftaten in den Bereichen Fachkompetenz, sozial-kommunikative Kompetenz und personale Kompetenz weiterentwickelt werden«, betont Markus Richter, stellvertretender Direktor der Sicherheitsakademie und Leiter des E-Learning-Centers des BMI. Zusätzlich wurde ein flächendeckender Multiplikator*innenpool geschult, der Präsenzschulungen an der jeweiligen Dienststelle zur Vertiefung des Themas durchführt.

Einfach kommunizieren

Die Hagenberger App-Spezialisten der bluesource – mobile solutions gmbh und SPS Marketing holten sich mit ihrer innovativen Kommunikationslösung »hAPPydo HR« den HR Award 2021 in Silber. »Es freut uns sehr, dass unsere Innovationskraft und unser Know-how, die in dieser Lösung stecken, ausgezeichnet wurden«, sagt Roland Sprengseis, COO von bluesource.


Das Entwickler*innen Team bei bluesource. 

Die App ermöglicht es nationalen und vor allem internationalen Unternehmen, alle Mitarbeiter*innen unabhängig von Arbeitsort, Sprache und Hierarchie schnell und direkt über das Smartphone zu erreichen. Wichtige Informationen poppen als Push-Notification auf. Den öffentlichen Teil der App können Unternehmen für Employer-Branding nutzen. Auch die Sicherheit kommt nicht zu kurz: Alle Inhalte sind verschlüsselt und werden über ein zentrales Content-Management-System verwaltet.

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