Donnerstag, Mai 30, 2024
Mit ISO-Zertifizierungen zur nachhaltigen Transformation
Axel Dick (Quality Austria), Andreas Tschulik (Bundesministerium für Klimaschutz), Karl Grün (Austrian Standards)

Beim 9. qualityaustria Nachhaltigkeitsforum beleuchteten Expertinnen und Experten in Fachvorträgen und Best Practices, mit welchen Maßnahmen die nachhaltige Transformation unserer Wirtschaftssysteme (noch) gelingen kann. Rund 160 Teilnehmende holten sich Impulse für ihre unternehmerische Praxis.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst spürbar und gleichzeitig wird der Handlungsspielraum immer kleiner. Beim 9. qualityaustria Nachhaltigkeitsforum, das online stattfand, herrschte Einigkeit: Wir müssen jetzt handeln. In seinem Auftaktimpuls erinnerte Gastgeber Axel Dick (Leitung Business Development Umwelt und Energie, CSR/ESG, Quality Austria) daran, dass die meisten Unternehmen dabei nicht bei null beginnen müssen: „Seit Jahrzehnten etablieren wir internationale Standards in Form von ISO-Zertifizierungen in Österreich und treiben diese voran. Viele europäische Gesetzesentwürfe, die in Zusammenhang mit der Klimakrise stehen, referenzieren auf ISO-Standards. Das bedeutet, wir müssen nicht alles neu erfinden, sondern haben bereits ein gutes Fundament für ESG, auf dem wir aufbauen können.“ Durch die jahrelange, enge Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Klimaschutz und der Organisation Austrian Standards haben die Expertinnen und Experten von Quality Austria einen tiefen Einblick in die relevanten Handlungsfelder.

Transformation proaktiv gestalten
Um die Klimaziele zu erreichen und Österreichs Wirtschaft in eine nachhaltige Zukunft zu führen, müssen wir jetzt handeln. Übersehen wird oft, dass wir bereits mittendrin sind und diverse Akteure schon wichtige Schritte setzen. Etwa durch Verordnungen, Berichtspflichten oder neue Gesetzesentwürfe. Auch die ESG-Kriterien werden in vielen Unternehmen Standard. Quality Austria bietet seit Jahren bewährte Managementwerkzeuge und -methoden sowie Trainings, die internationalen Standards entsprechen. „Der Ruf nach einer Veränderung unseres Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells wird lauter und bestehende ISO-Standards bieten dafür eine gute Ausgangslage. Die ISO-Standards sind nicht nur Basis für viele Verordnungen, sie decken auch die ESG-Themen ab. Unternehmen, die bereits ISO-zertifiziert sind oder auf Integrierte Managementsysteme setzen, tun sich bei der Umsetzung neuer Verordnungen leichter“, erklärte Anneli Fischer, Business Development ESG und Green Finance, Quality Austria. Zertifizierte Integrierte Managementsysteme bilden für ESG ein wichtiges Fundament. So kann etwa die Zertifizierung und Verifizierung von Treibhausgasen nach ISO 14064 als Ausgangsbasis für Innovationen genutzt werden.

Bild: Anneli Fischer (Business Development ESG und Green Finance, Quality Austria)

Kreislaufwirtschaft als Antwort
Wenn es um die nachhaltige Transformation geht, wird Kreislaufwirtschaft oft als Heilsbringer genannt. Zu Recht, denn wenn wir verstehen, dass Kreislaufwirtschaft mehr bedeutet als Recycling, können wir damit tatsächlich einen Wandel bewirken. Dafür müssen wir vollkommen umdenken und zirkuläre Rahmenbedingungen schaffen, die bereits im Produktdesign ansetzen. Die Expertinnen und Experten bei Quality Austria beschäftigen sich bereits seit acht Jahren mit dem Thema Kreislaufwirtschaft und haben unter anderem in Kooperation mit der Johannes Kepler Universität entsprechende Studien durchgeführt. Auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelte Quality Austria gemeinsam mit der Schweizer SQS das Circular Globe Label. Damit wird ein Leitfaden geboten, der auf einem vollkommen neuen Ansatz beruht. Erstmals werden nicht einzelne Produkte auf ihre Kreislauffähigkeit untersucht, sondern das gesamte System eines Unternehmens. Das Circular Globe Label orientiert sich an der ISO-Normreihe 59000 zur Kreislaufwirtschaft und dient sowohl als Leitfaden als auch als Bewertungsmodell. Das innovative Label unterstützt Organisationen dabei, nachhaltige und zirkuläre Entscheidungen zu treffen und voranzutreiben.

Was bringt die Zukunft?
Der Handlungsauftrag beim Nachhaltigkeitsforum war klar. „Die Zukunft bringt auf jeden Fall Veränderung und es gibt für alle Beteiligten durchaus noch Hausaufgaben zu erledigen“, so Dick. Ob Digitalisierung, neue gesetzliche Anforderungen, Berichtspflichten oder Lageberichte – die Expertinnen und Experten von Quality Austria verfügen über Know-how, das im Kern integrierte ISO-Standards, EFQM und ESG umfasst. Aus bewährten Werkzeugen der Normungswelt hat Quality Austria in den vergangenen Jahren Audits, Assessments und Verifizierungen entwickelt und das eigene Trainingsangebot stetig ausgebaut. „Quality Austria ist heute viel mehr als ein Zertifizierungsdienstleister. Wir stehen den heimischen Unternehmen als Partner zur Verfügung, um gemeinsam erfolgreich die Zukunft zu gestalten und die nachhaltige Transformation proaktiv voranzutreiben“, so Dick abschließend.

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