Dienstag, September 27, 2022
Wellpappe-Industrie unter Druck 

Mit einem soliden Wachstum von 3,9 Prozent im ersten Quartal 2022 zählt die österreichische Wellpappe-Industrie zu jenen Branchen, die die Pandemie gut überstanden haben. Mehr als zwei Drittel aller in Österreich hergestellten Waren werden in Wellpappe verpackt.

Titelbild: v.l.n.r.: Stephan Kaar (Sprecher Forum Wellpappe Austria), Florian Thalheimer (IKEA Österreich, Sustainability Manager), Florian Döbl (Forum Wellpappe Austria) (Credit: Ludwig Schedl) 

Von der starken Nachfrage nach Konsumgütern, Möbeln und Elektronik sowie generell im Onlinehandel profitierten somit auch die fünf Mitgliedsunternehmen des Forum Wellpappe Austria. Anhaltende Probleme mit den Lieferketten und Preissprünge bei Rohpapier – plus 70 Prozent seit Anfang 2021 – bringen die Betriebe derzeit jedoch massiv unter Druck. Dazu kommen die stark steigenden Preise für Energie und Logistik.

„Das verschärft den Preisdruck enorm. Wir sind gefordert wie nie zuvor, um die Versorgung mit Wellpappe-Verpackungen sicherzustellen“, sagt Stephan Kaar, Sprecher des Forum Wellpappe Austria. „Derzeit ist noch keine Besserung in Sicht.“ Aufgrund der laufenden Preiserhöhungen bei den Rohstoffen musste auch der Wellpappe-Preis angepasst werden.

Was die Hersteller freut: Das Thema Nachhaltigkeit ist in den Unternehmen und bei den Konsument*innen angekommen. Der Möbelhändler Ikea will bis 2028 zur Gänze auf Kunststoff als Verpackungsmaterial verzichten. Bereits bis 2025 werden Kunststoffverpackungen für neue Sortimente ausgelistet, bis 2028 in der bestehenden Produktpalette ersetzt.

„Der Verzicht auf Kunststoff in Verkaufsverpackungen ist der nächste große Meilenstein auf unserem Weg, Verpackungen nachhaltiger zu machen. Unser Schwerpunkt wird dabei auf Papier und Wellpappe als recycelbarem und erneuerbarem Material liegen“, erklärt Florian Thalheimer, Sustainability Manager Ikea Österreich. Ikea gibt jährlich mehr als eine Milliarde Euro für rund 920.000 Tonnen Verpackungsmaterial aus.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen präsentiert sich die heimische Wellpappe-Industrie als sicherer Arbeitgeber. Mit der hohen Nachfrage nach Verpackungen steigt auch der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften. Die Branche beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter*innen und bildet Jahr für Jahr 80 Lehrlinge in 14 Berufen aus. Die technologische Entwicklung sorgt für vielfältige Arbeitsbereiche in der Produktion und im Vertrieb, wie Florian Döbl vom Forum Wellpappe bestätigt: „Wo es um Verkaufsverpackungen aus Wellpappe geht, spielt die Beratung eine immer größere Rolle.“  

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