Tuesday, January 20, 2026

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Die Industriellenvereinigung (IV) begrüßt das klare Bekenntnis der Bundesregierung zum Industrieland Österreich. Auch der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) begrüßt die von der Bundesregierung präsentierte Industriestrategie Österreich 2035 als "wichtigen industriepolitischen Schritt". Oesterreichs Energie, die Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft, sieht ein "wichtiges Signal für einen wettbewerbsfähigen Industriestandort und mehr wirtschaftliche Resilienz".

Bild: iStock

„Die angekündigten Maßnahmen und die langfristige Zielsetzung, Österreich wieder unter die Top-10 der führenden Industrienationen zu bringen, setzen eine erste wichtige strategische Positionierung. Die Industrie ist Rückgrat von Wohlstand, Beschäftigung und Innovation in Österreich“, betont IV-Präsident Georg Knill. Der Erfolg der Industriestrategie werde daran zu messen sein, ob eine Re-Industrialisierung in den nächsten Jahren geschafft wurde, welche anhand von quantifizierbaren Zwischenzielen jährlich sichtbar gemacht werden muss.

Die vorgelegte Industriestrategie enthalte zahlreiche richtige Ansatzpunkte, so die IV – insbesondere im Bereich Forschung, Innovation, Energie, Fachkräfte sowie Bürokratieabbau. „Die heutigen Ankündigungen sind eine solide Basis, mit der es nun zu arbeiten gilt. Auch die langfristige Zielsetzung gibt Orientierung für Unternehmen. Entscheidend wird nun sein, wie die angekündigten Maßnahmen konkret ausgestaltet und umgesetzt werden, diese sollten rasch, wirksam und praxisnah erfolgen“, unterstreicht Knill und betont: „Die Umsetzung der Ankündigungen darf keinesfalls mit neuen Kosten, zusätzlicher Bürokratie oder weiteren Regulierungen einhergehen. Österreich steht im internationalen Wettbewerb, zusätzliche Belastungen würden den Standort schwächen und somit das Ziel verfehlen.“

Reformen bleiben bislang ausgespart
Kritisch sieht die Industriellenvereinigung, dass dringend notwendige strukturelle Reformen bislang, auch abseits der Industriestrategie, ausgespart bleiben. Diese wären jedoch Voraussetzung, um finanzielle und wirtschaftliche Spielräume für die angeführten Maßnahmen zu schaffen. „Ohne strukturelle Reformen bei Staat, Verwaltung und Abgaben wird es nicht gelingen, die notwendigen Freiräume für Zukunftsinvestitionen zu eröffnen“, so Knill. „Gerade angesichts der budgetären Lage braucht es Reformen, die Effizienz erhöhen, Kosten senken und Wachstum ermöglichen.“ Auch der Kapitalmarkt als wichtige Finanzierungsbasis für Unternehmen bleibt de facto ausgespart und wäre eine wichtige Komponente.

Stellungnahme des FEEI
„Die heute veröffentlichte Industriestrategie enthält sinnvolle Maßnahmen, die wir als FEEI zum Teil bereits seit Jahren einfordern. Österreichs Industrie braucht dringend planbare und international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Was jetzt zählt, ist die entschlossene und rasche Umsetzung“, sagt FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun.

Schlüsseltechnologien bilden das Fundament moderner Industriepolitik. Sie ermöglichen Innovationen, sichern Wertschöpfung und stärken die technologische Souveränität Österreichs und Europas. Neben Künstlicher Intelligenz, Robotik, Mobilitätstechnologien, Quantentechnologie und Photonik oder Weltraum- und Luftfahrttechnologien ist die Mikroelektronik ein ganz zentraler Bereich. Hier verfügt Österreich über eine besonders starke Ausgangsposition mit leistungsfähigen Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, enger europäischer Vernetzung und exzellenter Forschung. Vor diesem Hintergrund begrüßt der FEEI die von der Bundesregierung angekündigte Schlüsseltechnologieoffensive ausdrücklich. Ergänzend fordert der Verband einen klaren Pfad zur Erhöhung der F&E-Quote auf über 4 % bis 2030 sowie eine bessere Ausschöpfung europäischer Forschungsmittel.

„Europe first“ als Leitlinie
Positiv bewertet der FEEI die Verankerung des Europe-First-Prinzips in Förder- und Vergabeverfahren. „Nur wenn öffentliche Aufträge und Förderinstrumente europäische Technologien klar bevorzugen, lassen sich Abhängigkeiten reduzieren, Wertschöpfungsketten in Europa stärken und technologische Souveränität sichern“, so Hesoun. Gerade in Branchen wie Mikroelektronik, Bahnindustrie oder Umwelttechnologien, in denen Österreich und Europa bereits heute starke Positionen einnehmen, braucht es eine konsequente „Europe first“-Ausrichtung, um faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten und industrielle Zukunftskompetenzen im eigenen Wirtschaftsraum zu halten.

Industriestrompreis bringt Planungssicherheit
Die angekündigte Senkung des Industriestrompreises auf bis zu 5 Cent pro kWh ab 2027 ist ein weiterer wichtiger Schritt für Entlastung und Planungssicherheit. Ebenso entscheidend ist der Ausbau erneuerbarer Energieträger sowie die Modernisierung des Energiesystems – denn nur stabile und planbare Energiekosten sichern Investitionen und halten Arbeitsplätze langfristig im Land.

Laut dem FEEI braucht es jetzt jedoch entschlossenes und koordiniertes Handeln. Zentral sind ein schneller Start der Schlüsseltechnologieprogramme, ein verlässlicher Industriestrompreis, mehr Effizienz bei Genehmigungen, eine konsequente Orientierung an europäischer Wertschöpfung sowie eine Priorisierung von Maßnahmen, die direkt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Nur so können Wachstum, Innovation, Versorgungssicherheit und Beschäftigung langfristig gesichert werden.

E-Wirtschaft ist Konjunkturmotor
„Dass Industrie, Energie und Infrastruktur gemeinsam gedacht werden, ist ein richtiger und notwendiger Ansatz“, betont auch Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie. „Ein beschleunigter Ausbau erneuerbarer Erzeugung, der Netze und der Speicher schafft mittelfristig die Grundlage für eine sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung. Kurzfristig kann die E-Wirtschaft mit ihren Investitionen wichtige Impulse für Industrie und Wirtschaftswachstum setzen“, so Schmidt.

Die Branche begrüßt zudem die zentrale Rolle, die dem Ausbau der Wasserkraft in der Industriestrategie zuerkannt wird. Insbesondere Pumpspeicher werden als Schlüsselelemente für Versorgungssicherheit, leistbare Strompreise und die Integration erneuerbarer Energien hervorgehoben und sind damit unverzichtbare Elemente eines resilienten Energiesystems.

Die Branche unterstreicht in diesem Zusammenhang ihre hohen Investitionen in den Standort Österreich: Jeder zweite Euro, den die E-Wirtschaft investiert, fließt direkt in heimische Wertschöpfung – in regionale Betriebe, qualifizierte Arbeitsplätze und industrielle Lieferketten. „Diese Investitionen wirken unmittelbar im Land und sind ein stabiler Konjunkturimpuls“, so Schmidt. „Sie sichern Wettbewerbsfähigkeit heute und legen das Fundament für das Wachstum von morgen.“

Ein zentraler Bestandteil dieser Investitionen sind Ausgaben für Forschung und Innovation. Die E-Wirtschaft investiert kontinuierlich in neue Technologien, digitale Netze, Speicherlösungen, Systemintegration sowie Effizienz- und Sicherheitsforschung. „Forschung ist in der Energiewirtschaft kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für ein leistbares, sicheres und klimaneutrales Energiesystem“, betont Schmidt.

Industrie entlasten und Investitionen sichern
Die E-Wirtschaft hat in der Vergangenheit die Einführung eines Industriestrompreises für energieintensive Betriebe gefordert, die nun vorgeschlagene Finanzierung dieser zusätzlichen Maßnahme durch die Branche selbst jedoch scharf kritisiert. Bereits heute leistet die E-Wirtschaft mit Milliardenbeträgen an Steuern, Abgaben und Gewinnbeteiligungen einen bedeutenden Beitrag zu den öffentlichen Budgets.

Positiv bewertet die Branche daher die Ankündigung, dass der Energiekrisenbeitrag Strom im Umfang von rund 200 Millionen Euro pro Jahr, den die E-Wirtschaft bis 2030 zu leisten hat, künftig für die Finanzierung des Industriestrompreises verwendet werden soll und somit den Stromkunden zugutekommt. Damit wird eine langjährige Branchenforderung umgesetzt. 

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