Montag, Mai 27, 2024

Geschichten aus der Welt der Technologie, Inspektionen im Flug, ein Marktplatz für die Rohstoffsicherheit und Sprachtechnologie für effiziente Dokumentation – beste Beispiele für Initiativen und Digitalisierungs-Tools für Arbeit und Familie. Eine Serie des eAward.

Amelia im Metaverse

»Es war einmal, in einem Land weit, weit weg, da lebte ein kleines Mädchen namens Olivia. Sie war acht Jahre alt und eines Tages stellte ihre Schwester ihr eine magische App namens Instagram vor.« So beginnt eine der Geschichten, die auf der Plattform »Tech Fairy Tales« erzählt werden. Ihr Gründer Peter Rechter ist selbst in der IT-Branche tätig. »Das Projekt wurde von meiner 17 Monate alten Tochter Amelia inspiriert. Das Ziel ist, eine Sammlung von technikthemenbezogenen Märchen zu erstellen, die Amelia und andere Kinder genießen und von denen sie lernen können, während sie aufwachsen«, berichtet der Wiener.

Peter Rechter bietet eine wachsende Sammlung von Technologiemärchen für Kinder – auch mit Hilfe von ChatGPT.

Abenteuer im Metaverse, die Berufswahl Softwareentwicklung, Geheimnisse der Blockchain, automatisierte Datenbanksysteme, Cloud-Services oder einfach auch das erste Smartphone – die Geschichten sprechen technologische und gesellschaftliche Trends an, die auch erklärt und kritisch diskutiert werden. Selbst ChatGPT und das Erstellen von Bildern mit OpenAI-Lösungen sind Themen von Geschichten. Gleichzeitig sind sie für Peter Rechter praktische Werkzeuge für das Erstellen von Geschichten und Illustrationen. Er hofft, dass die Texte Kindern helfen, sich besser mit Technik vertraut zu machen und »ihre Liebe zum Lernen über die Welt um sie herum zu entwickeln«. Tech Fairy Tales eine wachsende Sammlung von phantasievollen Märchen, die frei zugänglich sind, und die Chancen, aber auch Herausforderungen von Technologieentwicklungen und Tools in einfacher Sprache behandeln.

Info: www.techfairytales.com


Pionierarbeit in der Kreislaufwirtschaft

Digitale Technologien sind der Schlüssel auch zu einem nachhaltigen Rohstoffmanagement – so auch beim Marktplatz Secondtrade, der auf Sekundärrohstoffe fokussiert. Mit wenigen Klicks schöpfen registrierte User das gesamte Rohstoffpotenzial des europäischen Marktes aus. Die Onlineplattform garantiert den risikolosen Rohstoffhandel. Secondtrade mit Sitz in Wien wurde im Jahr 2018 als Tochter des Recycling- und Entsorgungsspezialisten UFH Holding gegründet. »Rohstoffe wie Aluminium, Zink oder Eisen sind unverzichtbar im Alltag und in der Industrie, mit Primärgrundstoffen allein können wir den steigenden Bedarf nicht decken«, betont Secondtrade-Geschäftsführerin Brigitte Reich. »Indem wir Materialkreisläufe schließen und den Einsatz von Sekundärrohstoffen erhöhen, können wir die Versorgungssicherheit in Österreich und Europa besser sicherstellen«, so die Expertin.

Brigitte Reich, Secondtrade: »Mit dem digitalen Marktplatz wollen wir dazu beitragen, den aktuellen Bedarf an Sekundärrohstoffen europaweit rasch, sicher und effizient zu decken.« (Bild: Secondtrade)

Ein wichtiger Ansatz, den auch die Kreislaufwirtschafts-Strategie verfolgt, ist das Schließen anthropogener Stoffkreisläufe: Indem Abfälle und unvermeidbare Reststoffe wertsteigernd verwendet werden, können sie dem Stoffkreislauf wieder zurückgeführt oder energetisch genutzt werden. Das erfordert ein Umdenken bei bisherigen Geschäftsprozessen und bietet ein enormes Potenzial für innovative Produkte: Biogene Reststoffe wie Klärschlamm können etwa zu grünem Gas weiterverwertet werden.

Info: www.secontrade.com


Aus Sicht der Drohne

Das Bemerkenswerte am Schienennetz der Metro in Los Angeles ist nicht nur seine beeindruckende Gesamtlänge von 163 Kilometern, sondern der Umstand, dass die Tunnel hier täglich Erdstößen ausgesetzt sind. Diese wirken sich auf die Bausubstanz der Infrastruktur aus. Das Tunnelnetzwerk der Metro wurde nun mithilfe einer Technologie aus Österreich inspiziert. 2019 als Joint Venture der Partner Palfinger, VCE und der Angst Group gegründet, nutzt ­»Strucinspect« Drohnen zur multispektralen Erfassung von Bauwerken und setzt diese Daten mithilfe künstlicher Intelligenz für Building Information Modelling (BIM) in Form eines digitalen Zwillings ein. In L. A. konnten die Schließzeit der Tunnel während der Inspektion und Datenerfassung um 79 Prozent verkürzt werden. Die präzisere Berechnung des aktuellen Zustands führt zu einer 30-prozentigen Reduzierung der Instandhaltungsaktivitäten im Folgejahr. Strucinspect will auf diesen Erfolgen aufbauen: Aktuell erschließt das junge Unternehmen aktiv den Weltmarkt für Infrastrukturinspektion. Attraktive Folgeaufträge werden bereits verhandelt, heißt es.

Die Daten, die die Drohne während ihres Inspektionsflugs sammelt, werden später in einen digitalen Zwilling umgewandelt – auch Schäden werden dabei erfasst. (Bild: Strucinspect)

Info: strucinspect.com 


Tippst Du noch oder . . . 

Das Unternehmen schickte bei Pandemiebeginn seine Geräte in Spitäler nach China, aber auch schon mit Franz Viehböck ins All und mit James Bond in diverse Film-Settings: ­Speech Processing Solutions feiert dieser Tage ein rundes Jubiläum. Vor zehn Jahren wurde die Diktier-Sparte mittels eines Management-Buyouts aus dem Philips-Konzern herausgekauft und als Speech Processing Solutions weitergeführt. »Die Bedeutung der Spracherkennung und deren Nutzung zur täglichen Arbeit ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen«, blickt CEO Thomas Brauner zurück. Zu den Hauptkundengruppen zählen Jurist*innen und Mediziner*innen. So vergeht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit von medizinischem Personal laut Studien mit Administration und Dokumentation. Sprachtechnologie-Lösungen werden bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen zum Game-Changer. Drei Komponenten sind dabei erfolgsentscheidend: die Genauigkeit des Eingabegerätes, die Qualität der Spracherkennung und der darauffolgende Workflow, der Prozesse digital abbildet und damit die Behandlung von Patient*innen massiv vereinfacht.

Mit der Sprachtechnologie von Speech Processing Solution wird Ärzt*innen endlich wieder mehr Zeit für die wesentlichen Aufgaben freigespielt. (Bild: Speech Processing Solutions)

Info: speech.com/de

(Titelbild: iStock)

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