Samstag, Oktober 31, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten schaffen neue Realitäten im Bankensektor. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich Konjunktur, Zinsniveau und KI bis 2030 massiv auf Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit auswirken.

Nach Jahren mit hohen Erträgen stehen den 339 österreichischen Regionalbanken nun anspruchsvolle Zeiten bevor. Der Rückenwind durch hohe Zinsen lässt nach, die schwächelnde Konjunktur und steigende Kosten bremsen gleichzeitig die wirtschaftliche Dynamik. „Die nächsten Jahre entscheiden darüber, ob Regionalbanken ihre Ertragskraft stabilisieren und in ihre Zukunft investieren können, oder ob sie in eine Phase deutlich sinkender Eigenfinanzierungskraft geraten. 2026 wird zu einem Entscheidungsjahr für Banken“, erklärt Michaela Schneider, Managing Partnerin bei zeb.Austria.

In der aktuellen Regionalbankenstudie zeigt die Strategieberatung zeb zwei mögliche Entwicklungsszenarien auf. Das Basisszenario geht von einer moderaten wirtschaftlichen Erholung aus. Die Zinsstruktur normalisiert sich, Insolvenzen gehen zurück und die Banken können mit steigenden Investitionen ihre Ertragslage stabilisieren. Im Rezessionsszenario verschärft sich der Abschwung bis 2028. Sinkende Leitzinsen und steigende Insolvenzen führen zu einem deutlichen Rückgang der Zinsüberschüsse. Gleichzeitig fehlen die Mittel für nachhaltige Investitionen in Digitalisierung und KI.

„Bei dermaßen volatilen geopolitischen Rahmenbedingungen, dürfen die Herausforderungen eines Rezessionsszenarios nicht ignoriert werden“, weiß zeb.Austria-Partner Andreas Sumper. Das hätte gravierende Folgen: Um das RWA-Wachstum mit Eigenkapital zu unterlegen, brauchen Banken ein Betriebsergebnis von mehr als 0,5 Prozent. Tritt das Rezessionsszenario ein, würden 65 Prozent der Banken 2028 diese Gewinnschwelle nicht erreichen. Jede vierte Bank würde Verluste schreiben.

KI fördert Wettbewerbsfähigkeit

Die Zukunft der Regionalbanken wird von der Fähigkeit abhängen, ihre Infrastruktur effizienter zu gestalten. Großbanken investieren bereits konsequent in die Modernisierung ihrer IT. Laut zeb könnten bei konsequentem Einsatz von KI bis 2035 auch bei Regionalbanken ein Drittel der Kapazitäten freigespielt werden, um diese Ressourcen in Wachstum, Qualitätssteigerung und neue Aufgaben umzulenken. „Statt Kapazitäten in Routinetätigkeiten zu binden, können sie gezielt für Innovationen, die Weiterentwicklung des Geschäfts und zusätzliche Wertschöpfung eingesetzt werden – ein wichtiger Hebel, um auch in herausfordernden Zeiten wettbewerbsfähig zu bleiben“, meint Schneider.

Derzeit werden die neuen technologischen Möglichkeiten vor allem für die Verbesserung der Produktivität genutzt. Der Einsatz von KI für effizientere Prozesse und Entscheidungsfindungen sei jedoch wesentlich komplexer und erfordere eine entsprechende Datenbasis und spezielle Tools, so Sumper: „Das ist schon ein Stück weit Evolution, die sich über die nächsten Jahre abzeichnet.“

Populär

In New York werden ungenutzte Luftrechte zu handelbarem Baupotenzial. So können neue Baukörper über oder neben bestehenden Gebäuden entstehen. Foto: REPORT/Eva Flatscher

Haus über Haus: Wie New York mit Luftrechten baut

In New York wird nicht nur mit Grundstücken gehandelt, sondern auch mit dem...
Luftaufnahme des Knauf-Standorts in Ferndorf in Kärnten mit Produktionshallen, Bahntrasse sowie angrenzenden Feldern und Gewässern.

Knauf investiert 30 Millionen Euro in Recyclinganlage

In Ferndorf in Kärnten entsteht eine neue Recyclinganlage für Glas- und...
Batterieelektrische Scania-Zugmaschine in Dreiviertelansicht.

Langstrecke unter Strom

Scania will batterieelektrische Lkw stärker für längere Strecken einsetzen....
Buchcover: Homo Universus von Matthias Strolz
Cover: Edition Platin

Homo Strolzus

Matthias Strolz widmet sich in „Homo Universus“ den großen Fragen des...
Gruppenbild Studierende mit Michael Nowak vor der verbotenen Stadt

Studierende tauchten in Chinas Tech-Welt ein

Das Bildungsprogramm „Seeds for the Future“ fand in diesem Jahr zum zwölften...
Gespräch am Tisch im Businessumfeld

Umfrage: Wie gut sind Unternehmen auch kommunikativ auf NIS2 vorbereitet?

Am 1. Oktober 2026 tritt in Österreich die NIS2-Richtlinie in Kraft. Damit...

Leben & StilView all