Wednesday, April 29, 2026

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Erfolgreiche Cyberabwehr ist nicht nur eine Frage der IT, sie entscheidet sich ebenso in der Kommunikation. Die IT Expert:innen von Purple-Tec sowie die profilierte Wiener PR-Agentur comm:unications luden Mitte April gemeinsam ins Wiener Hardrock-Café. Im Mittelpunkt stand das Zusammenspiel von IT, Organisation und Kommunikation.

Foto: Isabella Holtmann

Bild: Die beste Krisenkommunikation ist jene, die vorbereitet wurde: Thomas Laszlo (Was-tun, wenn), Sabine Pöhacker (comm:unications), Wilhelm Klenner und Alexandra Schordan (Purple-Tec) sowie Wolfgang Hutter (telequest).

Cyberangriffe treffen Unternehmen längst nicht mehr nur auf technischer Ebene – sie entwickeln sich innerhalb kürzester Zeit zu umfassenden Kommunikationskrisen. Laut PWC mussten 60 Prozent der Unternehmen in den letzten zwölf Monaten aktiv auf einen Cyberangriff reagieren. Beim Business Breakfast, das erstmals IT und PR vereinte, wurde deutlich: „Wer im Ernstfall nicht strukturiert, schnell und transparent kommuniziert, riskiert nicht nur Datenverluste, sondern setzt das Vertrauen seiner Kunden aufs Spiel“, erklärt Sabine Pöhacker, Krisen-Expertin und Agenturgründerin von comm:unications.

„Cybersecurity ist längst kein reines IT-Thema mehr“, warnt Kommunikationsprofi Sabine Pöhacker. Mittels einer realitätsnahen Krisensimulation verdeutlichte sie die Dynamik: Ein Ransomware-Angriff legt Systeme lahm, interne Kommunikation fällt aus, Mitarbeitende posten erste Informationen auf Social Media, Medien berichten, Kund:innen verlangen Antworten und Behörden setzen Fristen. Innerhalb weniger Stunden eskaliert ein technischer Vorfall zur öffentlichen Krise. Fehlende, mangelnde oder verspätete Kommunikation verschärft die Situation zusätzlich und führt zu Kontrollverlust.

Ein zentraler Aspekt ist dabei die strukturierte Kommunikation entlang einer klar definierten Kommunikations-Kaskade: Wer informiert wen innerhalb des Unternehmens? Wann müssen Kund:innen, Partner oder Außenstellen, die womöglich im Ausland sitzen, informiert werden? Was passiert bei Medienanfragen? Während Mitarbeitende laufend konkrete Handlungsanweisungen benötigen, ist der Informationsbedarf für Kund:innen, Partner und Medien oft ganz anders gelagert – wobei stets die Prämisse gilt: Transparent, authentisch und auf Sicht zu kommunizieren. Gleichzeitig müssen rechtliche Vorgaben und die Behördenkommunikation eingehalten werden – etwa Meldefristen gemäß DSGVO oder NIS2-Richtlinie, die schnelles und koordiniertes Handeln erfordern.

Wolfgang Hutter von alerTel veranschaulichte, wie KI-gesteuerte Alarmierungssysteme im Notfall für klare Abläufe sorgen können. Thomas Laszlo von Was-tun, wenn e.U. präsentierte die praktische Anwendung eines individuellen Notfallhandbuchs für verschiedene Szenarien und die einfache Handhabung für Mitarbeitende. Hutter und Laszlo unisono: „Nur wenn technische Reaktion, organisatorische Prozesse und gezielte Kommunikation ineinandergreifen, können Unternehmen Krisen effektiv bewältigen“.

Nach der Krise ist vor der Krise
Die IT- und PR-Expert:innen sind sich einig: Erfolgreiche Krisenbewältigung basiert auf drei zentralen Faktoren – der raschen Reaktion, der richtigen Vorbereitung und der aktiven Kommunikation. Entscheidend ist dabei, dass diese Grundlagen vorbereitet sein müssen. Unternehmen, die Szenarien frühzeitig durchspielen, klare Kommunikationsverantwortliche festlegen und ihre Mitarbeitenden regelmäßig schulen, schaffen die Voraussetzung für schnelles und koordiniertes Handeln. Denn sobald zentrale Systeme wie E-Mail oder Teams ausfallen, bleibt keine Zeit mehr für Abstimmungen. Wer Zuständigkeiten und Botschaften erst im Ernstfall definiert, verliert wertvolle Zeit – und damit die Kontrolle über die eigene Geschichte.

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