Sonntag, September 27, 2026

Mehrwert für Manager

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Helmut Leopold verbindet als Head of Center for Digital Safety & Security die Bereiche Wirtschaft und Wissenschaft im AIT. Sein Motto: Glück und Innovation sind kein Zufall.

Porträtbild von Helmut Leopold, er schaut in die Kamera
Helmut Leopold ist Head of Center for Digital Safety & Security des AIT (Foto: Zinner).


Wenn ich vor 37 Jahren gewusst hätte, wie viel man als einzelne, zunächst unbedeutende Person in der Gesellschaft und in der globalen technischen Entwicklung bewegen kann, hätte ich das meiste genauso gemacht.

Als ich 1989 meine berufliche Laufbahn in einem internationalen Konzern gestartet habe und einerseits die Welt entdecken durfte und andererseits begonnen habe, am Bau des Internets mitzuarbeiten, hätte ich nie vorhergesehen, mit welchen Veränderungen in der Technik und in der Gesellschaft wir heute konfrontiert werden und vor allem, wie sich mein beruflicher Werdegang entwickeln wird – sicher nicht geradlinig und nicht vorhersehbar.

Wie wahrscheinlich jeder junge Mensch, habe ich eine berufliche Karriere begonnen, im Glauben, dass sich alle anderen Kollegen in jedem Thema – Technik, Markt, Gesellschaft – viel mehr auskennen und es Personen gibt, die das große Ganze verstehen und daraus ableitend, weise und wegweisende Entscheidungen treffen. Heute weiß ich, dass zwar oft viele im Detail eines Themas mehr wissen, aber die Zusammenhänge von technischen komplizierten Systemen von den meisten Menschen nicht verstanden werden und – noch viel wichtiger – sie auch keinen Ansatz finden diese am Ende komplexen Systeme, auch zu beeinflussen und im gewissen Sinne zu steuern. Dies gelingt nur, wenn man auch ein Netzwerk an Personen hat, die bei solchen Prozessen helfen und unterstützen. Aber dies gelingt nur, wenn man mit großer Freude an die Sache herangeht. Am Ende sind es immer Menschen und nicht die Technik für sich alleine, die etwas weiterentwickeln, Technik gestalten und funktionierende Businesspläne entwerfen und verfolgen.

Was mich geprägt hat, sind immer wieder faszinierende Menschen, die nicht immer nur sich selbst in den Mittelpunkt gestellt haben, sondern eine Begeisterung für die Sache, für andere Menschen oder auch für technische Details ihre Bereiche weiterentwickelt haben, andere Menschen mitgenommen haben und so kleine oder auch große Veränderungen und Entwicklungen erreicht haben – im Unternehmen, am Markt oder auch in der jeweiligen gesellschaftlichen Runde. Erfolg und Einfluss kommen somit nicht von selbst und kann man nicht einfach kaufen, sondern entstehen durch Begeisterungsfähigkeit, Initiative und vor allem ohne Angst vor Entscheidungen.

Man kann und muss nicht alles wissen, sollte aber immer offen sein, Neues zu lernen und ein gutes Netzwerk haben, mit dem man sich austauschen kann, sich selbst laufend hinterfragen kann und bei Bedarf auch Hilfe bekommt. So macht am Ende die Arbeit und auch das Leben enormen Spaß und der Erfolg kommt dann scheinbar »oft von selbst«.

Offenheit, Neugier, lebenslange Lernbereitschaft und keine Angst vor Veränderung sind Ausgangspunkte für beruflichen Erfolg. Und dann braucht es Wissensbündelung mit Menschen, die ihren Beruf ebenso als Berufung verstehen und Freude an der gemeinsamen Gestaltung von Technik, Wirtschaft und Gesellschaft haben.

Wenn ich jüngeren Menschen einen beruflichen Rat geben kann, dann ist es sich selbst zu vertrauen, Begeisterung für etwas zu entwickeln, Freunde und Mitstreiter zu suchen und sich immer da­ran zu erinnern, dass in jeder Veränderung, in jedem Neuanfang, ganz nach Hermann Hesse, »ein Zauber liegt, der uns hilft zu leben und uns weiter­zuentwickeln«. Damit entwickelt sich automatisch die berufliche Karriere zu einem spannenden Abenteuer im ­Leben.


Zur Person

Helmut Leopold hat in seiner Zeit als Technologiechef der Telekom Austria den Digitalstandort Österreich mitgeprägt. Unter seiner Leitung hat sich das Center for Digital Safety & Security am AIT Austrian Institute of Technology zu einem globalen Technologieführer entwickelt und die Industrialisierung von Wissenschafts- und Forschungswissen erfolgreich umgesetzt. Der gebürtige Vorarlberger ist Präsident des OVE und Board Member der europäischen Datenplattforminitiative Gaia-X.

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