Montag, Juni 29, 2026

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Manchmal geht das mit dem Naturschutz auch nach hinten los – Zeit, die Krone der Schöpfung auch wieder mal geradezurücken. Eine Reviermarkierung von Rainer Sigl. Zeitgeschehen mit einem Augenzwinkern
auf den Punkt gebracht.

Ein Wolf im Wald zwischen Bäumen
Bild: iStock


Nennen S’ mich meinetwegen Ishmael, aber das mit dem Wal hat mich dann doch ein bissl gewurmt. Ich mein, da setzt man als Menschheit Himmel und Hölle in Bewegung, um selbstlos zu helfen – und dann das! Das ganze Trara mit Rettung und Rausschleppenlassen, und dann einfach so sang- und klanglos trotzdem provokant erst recht abkrageln – das grenzt schon ein wenig an hinterfotzige Ignoranz! Erst alles in Anspruch nehmen, dann z’Fleiß ums Eck verenden – ist das der Dank, dafür, dass wir den Walfang großteils gelassen haben? Wird einem so die Hilfsbereitschaft vergolten? Ich sag’s nur ungern, aber: Ich plädiere dafür, dass wir den nächsten Fettsack, der sich mit Todeswunsch da wieder deppert in irgendeine Bucht verirrt, dann lieber wieder auf bewährte Art und Weise ohne Gschistigschasti in die nächste Welt sprengen. Wenn’s doch wahr ist!

Oder auch das mit den Wölfen: Bitte, ich war immer der Erste, der sich für die Renaturierung dieses beeindruckenden Beutegreifers in sein angestammtes Habitat eingesetzt hat! Aber das ist halt im finsteren Wald, auf irgendeinem Berg, in irgendeiner Einöde, weit weg vom Menschen! Wenn diese depperten Viecher jetzt völlig undankbar auch in unmittelbarer Nähe von Wochenendhäusern, Schihütten, Schwammerlplatzerln und anderen ureigenen Lebensräumen der nicht umsonst dominanten Spezies auf dieser schönen Erde herumlungern müssen, müsst man halt schon wieder schauen, ob wir der guten alten Ausrottung nicht doch noch wieder was Gutes abgewinnen können. Immerhin ist so ein Jägersmann schon seit den Brüdern Grimm der – eben! – natürliche Feind des Schwarzrocks! Und den Elch, der da immer so sinnlos neben diversen Autobahnkreuzen herumkoffert, können’s dann von mir aus gleich mitdarwinisieren!

Weil: Es nützt der schönste Tierschutz halt nix, wenn damit erst recht wieder in dieses fragile Gleichgewicht der Natur eingegriffen wird! Wenn etwa das Nervensystem eines Pannonischen Flurlurchs mit den natürlichen Gefahren eines hochrangigen Straßenverkehrsnetzes überfordert ist, wer sind dann wir, dass wir da Gott spielen und diese überholte Spezies durch irgendwelche Krötenzäune oder widernatürliche Nachtfahrverbote künstlich am Leben erhalten? It’s Evolution, Baby!

Dafür bekommen jede Menge andere aufstrebende Gattungen vielleicht erst die Chance, sich so richtig zu entfalten! Die chinesische Tigermücke etwa, die’s seit kurzem auch in den Alpen gibt, seit’s nicht mehr so kalt ist im Winter – angesichts solcher erfolgreichen Anpassungsleistungen braucht mir keine Öko-Kassandra was vom Artensterben vorjammern!

Nur das mit den Kühen, das ist wirklich tragisch. Ich wär ja dafür, dass man den Rindviechern beim nächsten Mal, wenn sie wieder mal einen deutschen Touristen und/oder dessen Pudel tottrampeln, in einer Strafaktion unserer Bundesheerburschen von den Gebirgsjägern mal wieder mit der Steyr Aug zeigt, wer der Herr im Haus ist. In der Natur herrscht schließlich ein beinharter Kampf ums Überleben. Ich zumindest weiß, auf welcher Seite ich stehe.

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