Freitag, Juli 03, 2026

Mehrwert für Manager

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Wer Auto fährt, der zahlt – und wer zahlt, der schafft bekanntlich an. Eine Empörung mit 300 PS von Rainer Sigl. Zeitgeschehen mit einem Augenzwinkern auf den Punkt gebracht.

Autoforder
Bild: iStock


Als Autofahrer ist man ja so einiges gewohnt. Natürlich ist man als Melkkuh der Nation gern bereit, wie ein Trottel jeden möglichen Schas wie Kindergärten oder Lehrergehälter mitzufinanzieren. Na logisch darf man wegen irgendwelcher Biotope jahrzehntelang auf den sechsspurigen Ausbau vernünftiger Pendlerstrecken zwischen Eigenheim im Wald und Innenstadtbüro warten, und sowieso muss man zähneknirschend als offensichtlich Stärkerer immer und immer wieder wegen irgendwelcher depperter Kinderwagen, Radfahrer oder Pensionisten im innerstädtischen Gebiet vom chilligen, auch ökonomisch sinnvollen 70kmh-Flow auf hirnverbranntes Schneckentempo runterbremsen. Okay, ist akzeptiert, soll sein, wie gesagt: Man ist es ja gewohnt.

Aber irgendwann reißt auch dem sanftmütigsten SUV-Stadtpanzerfahrer der Geduldsfaden, irgendwann fragt sich auch der ausgeglichenste pensionierte CEO im Testosteron-Gedenk-Cabrio, ob’s noch geht, auf kurz oder lang wird’s auch dem entspanntesten Kevin seinem geleasten und sportgetunten 500-PS-Gürteljet zu wild. Weil: Man fühlt sich heutzutag schon fast wie eine verfolgte, ausgebeutete und gnadenlos unterdrückte Minderheit im eigenen Land! Wehret den Anfängen, sag ich! Nie wieder, sag ich!

Weil: Der Schas mit den explodierenden Benzinpreisen ist ja jetzt nur der leidige Anlass, aber irgendwie, reden wir nicht blöd drumherum, ist das nur die letzte, grad aktuelle Kränkung in einem schon jahrzehntelangen Feldzug gegen die individuelle Motorisierung. Autohass ist
Gewalt!

Beschwert’s euch beim Darwin!
Glauben Sie, ich merk nicht, wie mir diese unverschämten Kindergarten­gschrappen Grimassen ins Stoßdämpferchrom schneiden? Glauben Sie, ich hör das Tuscheln nicht, nur weil ich zwei Meter über dem Erdboden in meinem Edelstahlcockpit meines Dodge Ram »Inner City Dominator« über den Dingen schwebe? Mir geht das nahe, wenn man überall in den Mainstreamsystemmedien von eingekauften Ökopropagandisten und Fahrradterroristen als egomanische Umweltsau dargestellt wird, nur weil vielleicht irgendein Klimadings bald die Grundlagen menschlicher Zivilisation bedroht oder ein paar innerpannonische Rohrdommeln wegen meines Autobahnzubringers halt leider aussterben! Beschwert’s euch beim Darwin, sag ich immer – das ist die Definition von natürlicher Auslese und Evolution! Survival of the fittest! Und die depperten Witze von wegen großes Auto, Mikropenis – sexuelle Belästigung!

Small is beautiful!
Ein lächerlicher Tankrabatt von ein paar müden Cent wiegt diese seelischen Verwundungen nicht einmal annähernd auf. Ich fordere deshalb: Tanken gratis – und zusätzlich einen Euro Provision auf jeden getankten Liter Treibstoff! Immerhin erzeugt jeder verbrauchte Liter Benzin jede Menge Wertschöpfung. Es wird höchste Zeit, dass davon etwas zurückkommt. Gute Fahrt!

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