Freitag, August 14, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Auch heuer hat der Bau & Immobilien Report wieder führende Baumaschinenhersteller nach spektakulären, herausfordernden oder einfach nur interessanten Einsatzberichten gefragt. Herausgekommen ist wieder ein Sammelsurium nicht immer alltäglicher Einsätze.

Baumaschine auf einer Waldstraße

Zeppelin: Technisches Pilotprojekt

Mit einem innovativen Pilotprojekt wollen die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) und Zeppelin Österreich neue Maßstäbe im Forstwegebau setzen. Einer der neu ausgelieferten Cat 120 Grader wurde erstmals mit einer Dreifachrüttelplatte ausgestattet. Ziel ist es, die Verdichtung von Forststraßen direkt mit dem Grader durchzuführen und den Einsatz einer zusätzlichen Walze zu reduzieren. Die gemeinsam mit dem Anbaugerätehersteller Brandl entwickelte Lösung ermöglicht Planieren und Verdichten in einem Arbeitsgang. Das steigert die Effizienz, reduziert Personal- und Transportaufwand und erhöht die Produktivität auf der Baustelle. Gleichzeitig verbessert sich die Sicherheit, da insbesondere in steilem Gelände weniger Fahrten mit einer separaten Walze notwendig sind. Für die Umsetzung wurde die Rüttelplatte speziell in das Hydrauliksystem des Cat 120 integriert. Ein intelligentes Ventilsystem sorgt dabei automatisch für den optimalen Anpressdruck und eine gleichmäßige Verdichtungsleistung. Die ersten Praxiserfahrungen der ÖBf-Forsttechnik sind durchwegs positiv. Die erzielten Verdichtungswerte zeigen, dass der Rüttelplattenanbau eine wirtschaftliche und sichere Alternative zum herkömmlichen Walzeneinsatz sein kann.

 

liebherr-wurtenspeicher_2_300dpi.jpg

Liebherr: Alpiner Bohreinsatz

Der Wurtenspeicher ist ein Stausee und das Kernelement in der Kraftwerksgruppe Fragant in Kärnten (Österreich). Um das Speichervolumen zu steigern, wird der Damm um 7 Meter erhöht. Das Unternehmen Züblin setzt für diese Baumaßnahme das Bohrgerät LB 45 und den Seilbagger HS 807/08 0 HD von Liebherr ein. Die alpine Lage des Staudamms und die schmale Zufahrtsstraße machen die Baustellenlogistik besonders herausfordernd. Für Züblin war vor allem eine Eigenschaft des LB 45 ausschlaggebend, um das Bohrgerät von Liebherr für den Spezialtiefbau einzusetzen: der Klappmäkler, durch den die Gesamtlänge des Gerätes für den Transport verkürzt werden kann. So bewältigt das Unternehmen beim Antransport zum Wurtenspeicher enge Kehren und begrenzte Platzverhältnisse im Tunnelbereich.

Mit dem Bohrgerät LB 45 setzt Züblin auf der alpinen Baustelle Pfahlgründungen im Kellybohrverfahren um. Die Bohrtiefe beträgt je nach Bodenschicht 2,7 bis 22,5 Meter und der Durchmesser 1.200 Millimeter. Im Verlauf des Projektes erstellt das Unternehmen insgesamt 2.800 Meter Bohrpfahl. Die überschnittene Pfahlwand der Untergrundabdichtung in Talmitte aus 167 Pfählen bindet entlang des gesamten Bereichs vollflächig den anstehenden Fels ein, was kurzfristige Längenanpassungen der Bewehrung erforderlich macht. Die geologischen Verhältnisse machen die Umsetzung dabei besonders anspruchsvoll: stark abrasives Material im Bohrkanal sowie hohe Festigkeiten der angetroffenen Felsblöcke. Für die Arbeiten gilt eine verminderte Bohrtoleranz bzw. eine maximale Abweichung der Bohrpfahlwand von nur 1 Prozent, weshalb Züblin sehr präzise arbeiten muss. Der Spezialtiefbau am Wurtenspeicher hat 2025 begonnen und wird in diesem Jahr abgeschlossen.

KobelcoBau0726.jpg

Kobelco: 72-Stunden-Einsatz für die ÖBB

Unter enormem Zeitdruck und auf engstem Raum kamen beim Neubau der ÖBB-Unterführung in Föderlach in Kärnten leistungsstarke Großbagger zum Einsatz. Während einer exakt getakteten 72-Stunden-Totalsperre der Südbahn mussten insgesamt 14.500 Kubikmeter Aushubmaterial bewegt werden. Die Aufgabe wurde von Erdbau Lintsche mit einer spezialisierten Kobelco-Flotte bewältigt. Im Zentrum des rund um die Uhr laufenden Schichtbetriebs standen zwei 38 Tonnen schwere Kurzheckbagger vom Typ Kobelco SK380SR. Dank ihres kompakten Schwenkradius konnten die Maschinen unmittelbar neben Oberleitungs- und Signalanlagen arbeiten und dennoch die notwendige Sicherheit gewährleisten. Die beiden Bagger übernahmen den schweren Aushub direkt am Bahndamm und verluden gemeinsam rund 400 Tonnen Material pro Stunde auf die bereitstehende Lkw-Flotte. Unterstützt wurden sie von einem 31 Tonnen schweren Kobelco SK300. Der Kettenbagger war für den Fundamentaushub der neuen Brückenwiderlager, die Böschungssicherung sowie den Einbau von rund 3.200 Kubikmetern Sickermaterial und Tragschichten zuständig. Der Erfolg des Maschineneinsatzes zeigte sich am Ende der Sperre: Der Erdaushub konnte bereits sechs Stunden vor dem offiziellen Ende des Zeitfensters an die nachfolgenden Betonbaugewerke übergeben werden.

 

Rockster_R700_Impact_Crusher_705208_Brasil_Basalt-Crushing__44.jpg

Rockster: Einsatz in Brasilien

Mit dem Start der Partnerschaft zwischen Rockster und seinem neuen Händler für Brasilien und Lateinamerika, Lippel, wurde mit dem R700 der erste Rockster-Brecher der Region an eine lokale Gemeinde ausgeliefert. Der R700 zählt weltweit zu den leistungsstärksten kompakten raupenmobilen Prallbrechern und überzeugt durch hohe Flexibilität bei unterschiedlichsten Anwendungen. Ein besonderes Merkmal ist der dieselhydraulische Antrieb mit hydrostatischer Rotorsteuerung. Dadurch arbeitet der Motor stets im optimalen Drehzahlbereich und ermöglicht einen konstant hohen Materialdurchsatz. Gleichzeitig profitieren Betreiber von einer einfachen Wartung, da das Hydrauliksystem den meisten Maschinenführern bereits vertraut ist. Mit einem Transportgewicht von nur 22,8 Tonnen inklusive Siebsystem sowie kompakten Abmessungen lässt sich der R700 schnell und kostengünstig zwischen verschiedenen Einsatzorten verlegen.

 

KuhnBau726.jpg

Kuhn Baumaschinen: Einsatz bei Alpacem

Kuhn lieferte kürzlich einen neuen Komatsu WA485-11 an Alpacem Zement Austria GmbH in Peggau aus. Der Zement- und Baustoffproduzent setzt den Radlader vor allem in der Lkw-Verladung und bei der Materialmanipulation in seiner leistungsstarken Aufbereitungs- und Produktionsanlage ein. Mit dem WA485-11 bewegt Alpacem täglich zwischen 2.000 und 3.000 Tonnen Material. »Unsere Mitarbeiter sind vom Komfort der Maschine, der einfachen Bedienung und der hohen Leistung überzeugt. Die Federung ist ausgesprochen angenehm, ebenso der ergonomische Sitz mit Sitzheizung und -kühlung. Durch all diese Eigenschaften ist das Arbeiten mit dem WA485 immer eine Freude«, berichtet Lukas Brand, Leiter Aufbereitung und Bergbau bei Alpacem. Kuhn lieferte die Maschine passgenau für die Anforderungen am Standort Peggau und unterstützt damit einen effizienten Materialumschlag in der Aufbereitungsanlage.

 

Rubble_MasterBau726.jpg

Rubble Master: Prozessoptimierung bei voestalpine

Der oberösterreichische Aufbereitungsspezialist Rubble Master hat gemeinsam mit der voestalpine Stahl GmbH den Aufbereitungsprozess für Hochofenstückschlacke neu entwickelt. Ziel ist eine höhere Materialqualität für die Zement- und Steinwollindustrie sowie mehr Flexibilität im Anlagenbetrieb. Zum Einsatz kommen die elektrische Grobstücksiebanlage H50X und die elektrische Klassiersiebanlage RM MSC8500e. Beide Anlagen sind auf die Standortanforderungen abgestimmt, können sowohl netzgebunden als auch über einen integrierten Dieselgenerator betrieben werden und lassen sich nahtlos in die bestehende Infrastruktur integrieren. Basis der Investitionsentscheidung waren umfangreiche Praxistests. Über den Mietpark von Rubble Master wurden unterschiedliche Maschinenkonfigurationen mit Originalmaterial unter realen Betriebsbedingungen erprobt und der Prozess schrittweise optimiert. Erst danach wurde das finale Anlagen-Setup definiert.

 

PALFINGER_1Bau726.jpg

Palfinger: Präzision in historischer Kulisse

Erbaut im Jahr 1898 von Joseph Maria Olbrich, steht die Secession als Wahrzeichen der Wiener Moderne für das Brechen von Regeln und Verschieben von Grenzen. Für eine aktuelle Kunstinstallation stellte das historische Gebäude besonders anspruchsvolle logistische Anforderungen. Für die Ausstellung »The Heart of My Machine is Golden Lead« der südkoreanischen Künstlerin Mire Lee musste die aufgeschnittene Trommel eines Betonmischers mit einem Gewicht von rund 3,5 Tonnen punktgenau in das Gebäude manövriert werden. Dafür galt es, das schwere Bauteil zunächst von einem Anhänger zu heben, millimetergenau auf mobile Rollwagen abzusetzen und anschließend in die Ausstellungsräume einzubringen. Mit dem Palfinger PK 200002 L SH konnte der Einsatz in weniger als einer Stunde erfolgreich abgeschlossen werden. Gerade in der sensiblen Umgebung des historischen Bauwerks waren kontrollierte Bewegungsabläufe und exakte Positionierung entscheidend. Für diesen speziellen Anwendungsfall waren höchste Genauigkeit, maximale Leistung und Flexibilität gefragt. Die SH High Performance Reihe kombiniert enorme Hubkraft mit fortschrittlicher Stabilitätskontrolle. Das DPS Plus erhöht den Druck des Fly-Jibs, um die Hubkraft für Stabilität und Präzision bei großer Reichweite zu maximieren.

 

FelbermayrBau726.jpg

Felbermayr: Millimeterarbeit im Regierungsviertel

Mitten im Berliner Regierungsviertel hat die Felbermayr-Sparte Engineered Solutions Ende März eine 185  Meter lange und 1.500 Tonnen schwere Stahlbrücke für das Bundeskanzleramt in ihre endgültige Position verschoben. Die besondere Geometrie der Konstruktion stellte die Spezialisten vor erhebliche Herausforderungen. Durch die asymmetrische Form veränderten sich die Lastverhältnisse während des gesamten Verschubvorgangs permanent. Gleichzeitig durften die vier Querträger, auf denen die Brücke gelagert war, nur minimale Höhenabweichungen aufweisen. Zum Einsatz kamen drei Modulfahrzeug-Einheiten mit insgesamt 68 Achslinien sowie mehr als 1.000 Tonnen an technischem Equipment. Die Brücke wurde zunächst über eine rund 60 Meter lange Verschubbahn bis an das Ufer der Spree bewegt und anschließend mithilfe eines Pontons über das Wasser geführt. Unterstützt wurden die Arbeiten durch einen 230- und einen 650-Tonnen-Mobilkran aus den Felbermayr-Niederlassungen Bautzen und Dresden.

 

Wacker_Neuson_EW100_Wurzelstockfraese.jpg

Wacker Neuson: Mobiler Alleskönner

Beim Unternehmen Pfeffer Erdbau aus Bischofstetten in Niederösterreich fungiert der Wacker Neuson Mobilbagger EW100 als zentraler Geräteträger für verschiedenste Anwendungen. Ein Beispiel ist die Herstellung von Drainagegräben: Mit einer Künettenfräse lassen sich Gräben rascher herstellen und die Bewässerungsleitungen schneller einbringen als im Löffelbetrieb. Direkt im Anschluss übernimmt ein Verdichterrad die Rückverfestigung, bevor die Fläche mit dem Böschungslöffel planiert wird – ein durchgängiger Prozess ohne Maschinenwechsel. Auch darüber hinaus deckt der EW100 zahlreiche Aufgaben ab: Der Tiltrotator erleichtert das Modellieren der Geländeprofile und Wurzelstöcke werden effizient mit einer Wurzelstockfräse ausgefräst. Bei Abbrucharbeiten kommt der Hydraulikhammer zum Einsatz. Ein wichtiger Effizienzfaktor ist die MiC 4.0-Schnittstelle: Vorprogrammierte Einstellungen ermöglichen schnelle Gerätewechsel ohne Nachjustieren.

ThemaThema

Sorgenfrei außer Haus

Während Häuser und Wohnungen in der Ferienzeit leer stehen, können Unwetter, technische Defekte oder unbemerkte Wasserschäden zum Problem werden. Der Schadensanierer SOLUTO nennt Vorkehrungen, mit denen sich Risiken vor der Abreise reduzieren lassen.

Bau & Wirtschaft

Produkte & ProjekteView all