Sonntag, Oktober 18, 2026

Mehrwert für Manager

Bau | Immobilien

Österreichs Marktführer für Sonnen-, Licht- und Wetterschutzsysteme HELLA verbuchte im Jahr 2024 einen Konzernumsatz von 185 Mio. Euro. Das Osttiroler Familienunternehmen liegt mit diesem Ergebnis acht Mio. Euro über seinem Vor-COVID-Umsatz von 2019.

HELLA mit Umsatz über Vor-Corona-Zeit
Trotz steigendem Preisdruck vor allem im zweiten Halbjahr 2024 steht das Unternehmen als Premiumanbieter zu seinem Qualitätsbekenntnis, so Andreas Kraler, geschäftsführender Gesellschafter der HELLA Gruppe.

„Die Baubranche befindet sich seit 2021 in einer anhaltenden Rezession“, erklärt Andreas Kraler, geschäftsführender Gesellschafter der HELLA Gruppe. „Die Folgen dieser Rezession sind nun wie prognostiziert zeitverzögert auch in der Sonnenschutzbranche angekommen.“ Nachdem das Unternehmen in den ersten beiden Quartalen 2024 seine Umsatzziele noch erreicht hatte, blieb das zweite Halbjahr hinter den Erwartungen und brachte nach einem massiven Einbruch von Baugenehmigungen in ganz Europa einen Umsatzrückgang von gesamt 13,4 Prozent. „Wir haben in den Jahren der Pandemie und den von Niedrig- bis Nullzinspolitik geprägten Bauboomjahren die erhöhte Nachfrage in Umsatzrekorde ummünzen können. 2024 liegen wir mit unserem Umsatz etwas über den Niveaus der Vorkrisenjahre.“ Die Reduktion von 1.300 auf 1.200 Mitarbeitende im letzten Jahr erfolgte wesentlich durch natürliche Fluktuation und Anpassung der saisonalen Arbeitskräftekapazitäten an das Produktionsvolumen.

Einbruch im Wachstumsmarkt Deutschland am stärksten – Trendumkehr erst 2026 erwartet
HELLA setzt auf mehrere Vertriebskanäle in neun Ländern. Deutschland ist der größte Markt der Unternehmensgruppe und außerdem wichtigster Wachstumsmarkt. Etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes kommt aus der Bundesrepublik. Eine positive Prognose für das Baugewerbe in Deutschland spricht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erst für 2026 aus. 2025 soll die Produktion in der Bauwirtschaft weiter sinken, was weithin zu umsichtigen Managemententscheidungen mahnt. 2024 war der  prozentuelle Produktionsrückgang der gesamten deutschen Industrie massiver als das durchschnittliche Minus der gesamteuropäischen Industrie. Diesen Abwärtstrend bestätigen auch die Zahlen des deutschenHauptverbands der Bauindustrie, nach dessen Angaben die Wohnbaugenehmigungen 2024 um 18,6 Prozent zurückgingen. Derartige Entwicklungen stellen auch für HELLA besondere Herausforderungen dar.

Kein Preisdumping zulasten von Qualität und Nachhaltigkeit
„Den steigenden Preisdruck in der Baubranche spürten wir 2024 vor allem im zweiten Halbjahr mehr denn je“, resümiert Kraler. „Als Premiumanbieter stellen wir unsere Produkte in Österreich und Deutschland nach Maß her. Wir stehen zu unserem Qualitätsbekenntnis – auch und vor allem im Sinne der ökonomischen Nachhaltigkeit.“ Produzieren um jeden Preis, nur um die Auslastung abzusichern, kommt für Kraler nicht infrage, denn dies würde auf lange Sicht nicht der Strategie und Markenpositionierung entsprechen.

Innovation als Nachhaltigkeitstreiber
In Kombination mit Innovation kann Nachhaltigkeit nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch Kosten sparen und neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Das zeigen mehrere Forschungsprojekte, an denen sich HELLA als Partner beteiligt. Ein Beispiel ist „Flectuation“: das Unternehmen hat mit einem Forschungsteam der Universität Stuttgart zusammengearbeitet, um einen smarten Sonnenschutz mit integrierter Photovoltaik zu entwickeln. Das Ergebnis sind autonome Fassadenelemente, die in einem Pilotprojekt erfolgreich in der Praxis getestet wurden. Das unternehmenseigene InnovationLAB blickt für das Unternehmen über den Tellerrand hinaus. „Innovation ist tief in unserer Unternehmens-DNA verankert und unser Bekenntnis dazu ist gerade in herausfordernden Zeiten ungebrochen. Forschung betreiben wir aber nie zum Selbstzweck, sondern immer mit dem Blick auf zukünftige Geschäftsentwicklungspotenziale“, betont Kraler.

Positiver Ausblick trotz herausfordernder Zeiten
Mit Stand Ende Jänner 2025 sind bereits internationale Großobjekte mit einem Gesamtauftragsvolumen von insgesamt 25 Millionen Euro beauftragt, bei denen moderne Sonnenschutzsysteme des Unternehmens zum Einsatz kommen.

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