Mittwoch, Oktober 21, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Die Siedler von Catan, Autorennen oder Mensch, ärgere dich nicht? Wie Österreichs Manager*innen ihre Freizeit verbringen und was sie gerne spielen.

Spielwürfel auf Landkarte und Spielbrett

Die begleitende Umfrage zur Coverstory "Spielen, um zu lernen" im Magazin Report(+), Ausgabe 07/2026: https://online.fliphtml5.com/jlgle/REPORT_07_2026/#p=1 


Marco Porak, Geschäftsführer IBM Österreich
"Seit einiger Zeit bin ich leidenschaftlicher »Simracer«. Im Simracing geht es darum, sich auf Basis von professionellen Simulationen mit anderen Racern auf den berühmten Rennstrecken der Welt virtuell zu messen. Dabei werden sowohl die Strecken als auch die Fahrzeuge naturgetreu simuliert, man trainiert nicht nur die eigenen Rennfahrkünste, sondern beschäftigt sich auch mit dem Setup der Fahrzeuge. Und das Wichtigste ist: Rennen zu fahren, erfordert 100 % Konzentration und Aufmerksamkeit – da ist man im Auto und der Alltag hat Pause."

Helmut Weinwurm, CEO Bosch Österreich
"Mich faszinieren Oldtimer, weil sie Technikgeschichte erlebbar machen. Vor allem begeistern mich die technischen Meisterleistungen, die in vielen dieser Fahrzeuge stecken. Sie zeigen, mit welcher Kreativität und welchem Erfindergeist Ingenieurinnen und Ingenieure Lösungen entwickelt haben, die ihrer Zeit oft weit voraus waren. Wer sich mit diesen Klassikern beschäftigt, entdeckt immer wieder überraschende Details, die den Mut, neue Wege zu gehen, greifbar machen."

Michael Stark, Geschäftsführer der Comm-Unity EDV GmbH
"Mein Lieblingsspiel ist »Wizard«. Warum? Es ist das ehrlichste Prognose-Training, das ich kenne! Vor jeder Runde muss man ansagen, wie viele Stiche man macht und wird gnadenlos bestraft, wenn man danebenliegt. Zu optimistisch? Fazit: Minuspunkte. Zu vorsichtig? Auch Minuspunkte. Klingt verdächtig nach Budgetplanung, oder? Der Unterschied: Bei Wizard lacht danach wenigstens die ganze Runde. Und genau deshalb liegt es bei uns immer griffbereit."

Daniel Horak, Co-Founder und Geschäftsführer CONDA
"Ich habe immer schon gerne Gesellschaftsspiele gespielt, besonders »Die Siedler von Catan«, und ich muss sagen: Das macht mir bis heute Spaß. Wenn man sieht, wie viele verschiedene Strategien zum Sieg führen können und dass sich auch ein aussichtsloses Spiel noch drehen kann, dann macht das schon besonders viel Freude. Ein Spiel ist sehr oft auch eine Challenge – egal ob gegeneinander oder gegen sich selbst. Im Unternehmertum ist das nicht anders. Aber es gibt noch eine aus meiner Sicht viel wichtigere Komponente: Spaß und Freude. Ohne sie macht kein Spiel aus meiner Sicht Sinn, und genauso sehe ich das auch im unternehmerischen Kontext. Aus »Die Siedler von Catan« nehme ich vor allem den Punkt mit, dass eine gute Strategie die halbe Miete ist und man nicht nur Zug um Zug denken sollte. Das hat sich sehr oft gezeigt – auch in Unternehmen: Zu kurzfristige Planung und fehlende Strategie sind oft wesentliche Gründe für das Scheitern. Ach ja, würde man meine Eltern fragen, dann würden sie wahrscheinlich das Spiel »Ohne Moos nix los« nennen. Ähnlich wie bei Monopoly geht es dabei darum, Geld zu investieren und zu vermehren – und ich habe sehr, sehr oft gewonnen!"

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Doris Lippert, Präsidentin des Verbands Österreichischer Software Innovationen (VÖSI)
"Ich liebe Spiele aller Art, ganz besonders Brettspiele. Ein Favorit ist »Prinzessin, ärgere dich nicht«  – die märchenhafte Variante von »Mensch, ärgere dich nicht«, die ich auch schon an so manche Prinzessin in meinem Umfeld verschenkt habe. Wenn ich aber nur ein einziges Spiel auf der Welt wählen dürfte, wäre es eine wilde Wasserschlacht mit meinen Kindern. Da gibt es keine Regeln, keine Hierarchien und keine To-do-Listen. Für ein paar Stunden sind alle Sorgen vergessen  – und genau das macht für mich die wahre Magie des Spielens aus."

Georg Chytil, CEO next layer
"Mein erstes richtiges Computerspiel war »Gruds in Space, 1985« – das habe ich damals nicht ohne Cheat-Sheet bis zum Ende durchgespielt und mit wohl tausend oder mehr Diskettenwechseln. Abseits vom Herumstolpern in DuoLingo absolvierte ich auch einige sehr begeisterte Durchläufe durch das »Paperclip Game«, wo der Ausdruck Weltherrschaft ganz neue Dimensionen bekommt. Was mir immer wieder Freude macht, sind meine leider seltenen Tarockrunden mit Freunden – ein taktisch anspruchsvolles Spiel, das das Gedächtnis und das planende Denken fördert, und viel Platz zum Blödeln und Tratschen lässt. Das gönn’ ich mir!"

Thomas Kicker, CEO Magenta Telekom
"Ich kann den Reiz guter Strategiespiele nachvollziehen, bin aber kein Computergamer. Dennoch hat mich in Jugendjahren, als die Tage gefühlt noch mehr Stunden hatten, »Civilization« begeistert: Die Notwendigkeit langfristig zu denken, Ressourcen sinnvoll einzusetzen bzw. Entscheidungen zu treffen, deren Konsequenzen später ersichtlich wurden, hat mich fasziniert. Heute ist mein Lieblingsspiel analoger: Tennis mit meiner Frau. Ich lerne noch, aber habe Freude an den Facetten, die auch auf Online-Spiele zutreffen – allen voran der Schnelligkeit, Strategie, Taktik, dem unmittelbaren Feed­back und natürlich dem Nervenkitzel."

Gerd Hesina, Geschäftsführer VRVis GmbH
"Spielen ist für mich dann besonders spannend, wenn es nicht nur um Reaktion oder Wettbewerb geht, sondern um Neugier. Deshalb hat mich zuletzt das PC-Spiel »Indiana Jones and the Great Circle« begeistert. Das Spiel verbindet Rätsel, Puzzles, Erkundung und eine starke Storyline mit Action-Elementen. Im Kern geht es aber um Entdecken und Verstehen. Das passt gut zu jemandem, der ein Forschungszentrum für Visual Computing leitet. Man könnte auch sagen: eine gewisse Berufskrankheit. Andere schalten nach der Arbeit ab, ich forsche einfach im Spiel weiter. Besonders überzeugt mich die visuelle Umsetzung: realistische 3D-Rekonstruktionen, atmosphärische Schauplätze und Computergraphik, bei der man als Computergrafiker genauer hinschaut. Da freut man sich, wenn nicht nur die Geschichte, sondern auch die Umsetzung stimmt."

Christoph Becker, CEO der ETC – Enterprise Training Center GmbH
"Ich liebe Gesellschaftsspiele mit Familie und Freunden, nach »My City« nun »Bomb Busters« – beides Legacy-Spiele, bei denen deine Entscheidungen dauerhaft bleiben und sich das Brett mit jeder Partie verändert. Genau wie im Business: Du leitest aus deinen Ressourcen eine Strategie ab, ziehst sie durch und passt sie laufend an. Und wir Spieler sagen: Man spielt nicht das Spiel, sondern die Mitspieler*innen – im Business also deinen Kunden, deinen Markt, deine Mitbewerber. Und KI? Die ersetzt keinen Spieler – aber wer sie klug nutzt, hat die besseren Karten."


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Markus Manz, CEO des Software Competence Center Hagenberg (SCCH)
"Im Rahmen der HR-Initiative »we are« findet am SCCH monatlich ein Spieleabend statt. Bei unseren internationalen Mitarbeiter*innen ist das kooperative Kartenspiel »The Game« sehr beliebt. Mein Lieblingsspiel ist »Assassin’s Creed Odyssey« (PS5). Mich fasziniert die offene Welt, in der Neugier belohnt wird und jede Entscheidung Folgen hat. Man erkundet, wägt Optionen ab und passt seine Strategie laufend an – gar nicht so unähnlich zur Forschung beim SCCH. Gute Ergebnisse entstehen selten durch den geradlinigen Weg, sondern durch Ausprobieren, Beobachten und Lernen. Manchmal ist dieser Perspektivwechsel die beste Erholung vom Berufsalltag."

Eveline Steinberger, Geschäftsführerin The Blue Minds Company
"Mein liebstes Spiel heißt »Shazam« – und ich spiele es überall. In der Hotellobby, an der Bar, im Uber. Ein Song läuft, ich kenne ihn nicht, das Telefon geht raus. Drei Sekunden. Manchmal verliere ich, weil es zu laut ist oder zu leise. Aber meistens gewinne ich – und dann landet der Song in einer Playlist, die einen Moment für immer festhält. Shazam ist für mich eine Brücke zwischen Erleben und Erinnern. Meine letzte Playlist entstand auf einer kleinen Insel vor der Côte de Provence. Sie heißt Île de Bendor. Ich höre sie und kann kreative Prozesse auslösen. Spielen bedeutet für mich: in Konzentration bleiben. Das kann man auch mit einem Telefon."

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Harald Kohlberger, Geschäftsführender Gesellschafter der Consileon Business Consultancy GmbH
"Ich gestalte meine Freizeit sehr gerne online mit dem Spiel »Cities: Skylines 2«, einem Computerspiel von Paradox-Interactive und Iceflake Studio. Was mich an diesem Spiel so reizt, ist, dass man seiner Kreativität freien Lauf lassen kann und eine Stadt nach seinen persönlichen Vorstellungen gestalten kann ohne Einschränkungen. Es ist einfach toll etwas mit seiner Vorstellungskraft zu erschaffen und auf diese Weise produktiv zu sein! Gestalten statt Verwalten ist auch meine Devise als Unternehmer, der ich lange selbst in der Bauindustrie tätig war und jetzt seit fast 20 Jahren im Consulting als Unternehmer tätig bin."

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