Sonntag, Juli 14, 2024
Eine innovative Spenglerei setzt auf Solartechnik und sichert sich gegen Energieengpässe ab.

Während viele Unternehmen mit großer Verunsicherung auf Energieengpässe reagieren, sichert sich die Wiener Bauspenglerei Hartmann mit innovativer Solartechnik gegen solche Krisensituationen ab. Drei großflächige Solarkollektoren, die in die Dacharchitektur integriert sind, versorgen das neue Betriebsgebäude mit Strom und Wärme.
2008 wurde mit dem Neubau im Süden Wiens begonnen. Bereits im Zuge des Bauvorhabens stellte Peter Hartmann Überlegungen an, wie man einerseits das Thema Klimaschutz ins Unternehmen integrieren, aber auch die Energieversorgung des Gebäudes unabhängiger von externen Lieferanten machen könnte. »Den Lösungsansatz dazu fanden wir mit Solarthermie- und Photovoltaik-Elementen von Ertex Solar«, beschreibt Geschäftsführer Peter Hartmann. »Wir wollten nicht nur eine moderne und funktionelle Dachkonstruktion verwirklichen, die unser Engagement im Umweltschutz widerspiegelt, sondern auch möglichst viel Energie durch die Solartechnologie gewinnen«, erläutert Hartmann. Daher habe man sich auf eine Funktionsteilung der Kollektorflächen geeinigt.

Ein Dach, das alle Stücke spielt
»In Abstimmung mit dem Architekten wählten wir schließlich eine Konstruktion mit drei großen Sheds, die südseitig orientiert sind und dem Dach die charakteristische Zackenform geben. Die der Sonne zugewandten Seiten tragen jeweils die Solarpaneele, die nordseitigen vertikalen Flächen sind als große Dachfenster ausgeführt«, erklärt Hartmann. Zwei dieser Sheds werden mit Photovoltaik-Paneelen zur Stromerzeugung ausgerüstet, während das dritte mit Solarthermie-Kollektoren ausgestattet ist. Die zwei je zirka 70 Quadratmeter großen Photovoltaik-Flächen sind mit insgesamt 180 maßgefertigten Solarmodulen aus Verbundsicherheitsglas (VSG) von Ertex bestückt, die mit einem Schnellmontagesystem befestigt sind. »Die monokristallinen Zellen der VSG-Photovoltaik-Module zählen zu den effizientesten Zellen in diesem Bereich und liefern sehr gute Ertragswerte«, erklärt DI Dieter Moor, Marketingleiter bei der Ertex Solar GmbH.
Die installierte Anlage leistet 12,7 Kilowatt und produziert Gleichstrom, dieser wird über Wechselrichter auf 220 Volt aufbereitet und ins Hausnetz eingespeist. Unter idealen Bedingungen erzeugt die Anlage im Jahr ca. 12.000 Kilowattstunden, so viel, wie durchschnittlich vier Haushalte pro Jahr verbrauchen. »Damit decken wir durchschnittlich 30 Prozent unseres jährlichen Strombedarfs ab«, freut sich Hartmann. Die Überkapazitäten, die speziell an den arbeitsfreien Wochenenden entstehen, möchte der Betrieb ins öffentliche Netz einspeisen.
Neben der Stromerzeugung aus der Photovoltaikanlage versorgen Solarthermiemodule das Gebäude mit Wärme. Die Kollektorpaneele besitzen unterseitig aufgebrachte Kapillarröhrchen, welche die Sonnen- und Umgebungswärme absorbieren und an das Hausnetz weiterleiten. Dabei dienen die Paneele auch als hochwertige Dachdeckung. Ergänzt wird die Wärmeausbeute, welche die Sonne zur Verfügung stellt, mit einer zugeschalteten Luft-Wärmepumpe. »Damit können wir sowohl den gesamten Heizbedarf als auch die Warmwasseraufbereitung aus der Sonne beziehungsweise der Luft decken. Das macht uns komplett unabhängig von Brennstoffen wie Gas oder Öl«, schwärmt Peter Hartmann. Angesichts der steigenden Energiekosten sieht der Unternehmer seine Investition in die Solartechnologie natürlich als langfristiges Projekt: »Bei den aktuellen Preisentwicklungen für Energie amortisiert sich die Investition in eine Solaranlage bereits nach einigen Jahren.« Derselben Meinung ist auch Dieter Moor: »Laut einer Studie der internationalen Energieagentur IEA könnte Österreich mit Solartechnologie auf allen Dächern der bestehenden Gebäude bereits 30 Prozent des Inlandstrombedarfs decken.«  

                                                                                                                                                  

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