Thursday, January 29, 2026

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120 Tonnen ist sie schwer, die neue Großwärmepumpe in der Müllverbrennungsanlage Spittelau. Die 16-MW-Anlage ist nach den Standorten Kraftwerk Simmering und ebswien Kläranlage die dritte Großwärmepumpe von Wien Energie. Das Investitionsvolumen beträgt rund 40 Millionen.

Anlieferung von Komponenten der Großwärmepumpe Spittelau.

Die Müllverbrennungsanlage Spittelau in Wien-Alsergrund hat bisher jährlich Strom für 30.000 und Fernwärme für 60.000 durchschnittliche Wiener Haushalte erzeugt. Durch die Inbetriebnahme der neuen Großwärmepumpe steigt die gesamte Wärmeerzeugung, wodurch die Spittelau nun insgesamt 76.000 Haushalte heizen kann (gerechnet wird ein durchschnittlicher Verbrauch pro Haushaltsbedarf von 8000 kWh/Jahr). „Mit der neuen Großwärmepumpe steigern wir die Effizienz am Standort auf 95 Prozent. Damit ist die Spittelau die effizienteste Müllverbrennungsanlage in Mitteleuropa“, sagt Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie.

Bei der Müllverbrennung entstehen heiße Rauchgase, die in Rohrleitungen aus Wasser Dampf erzeugen. Dieser Dampf wird über eine Turbine geleitet und mit einem Generator Strom erzeugt. Danach wird die Hitze über einen Wärmetauscher in die Fernwärme eingespeist. Die Rauchgase werden anschließend in einem mehrstufigen Prozess gereinigt. Das bei der Nasswäsche eingesetzte Wasser nimmt Wärmeenergie aus den Rauchgasen auf und wird dadurch erhitzt. Die Hitze aus der Müllverbrennung wird damit sogar dreifach genutzt – neben der Stromerzeugung aus der Verbrennung und der Einspeisung für die Fernwärme nun auch die thermische Verwertung der Rauchgase. Ähnliche Anlagen gibt es sonst nur in Basel, Kopenhagen und Hamburg.

„Von russischem Gas haben wir uns ja schon vor über einem Jahr verabschiedet“, so Gruber gegenüber dem Report. „Für die vollständige Abkehr braucht man aber lokale Wärmequellen“, spricht er vom Vorteil eines „großen Geothermiepotenzials unterhalb Wiens“ und einer guten Skalierungsmöglichkeit durch Großwärmepumpen. Generell könnten „auch andere Müllverbrennungsanlagen und industrielle Abwärmequellen“ dahin gehend ausgebaut und genutzt werden.

Für die Tiefengeothermie errichtet Wien Energie aktuell gemeinsam mit der OMV die erste Anlage in der Seestadt Aspern. Sie soll ab 2028 20.000 Haushalte mit Wärme aus der Tiefe versorgen. Bis 2040 wollen Wien Energie und OMV bis zu sieben Tiefengeothermie-Anlagen umsetzen, die umgerechnet 200.000 Wiener Haushalte versorgen können. Die Wärmeerzeugung 2040 für Wien soll im Wesentlichen aus den vier großen Bausteinen bestehen: Großwärmepumpen (31 %), Tiefengeothermie (26 %), erneuerbare Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und Heizkesseln (22 %) und Müllverbrennung (21 %).

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Bild: Eröffnung der Anlage in der Spittelau.

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Bild: Im Inneren des Wärmepumpen-Teils der Anlage.

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