Dienstag, Juni 25, 2024
"Datennutzung ist der Schlüssel zum Erfolg"
Foto: MicrosoftStrategie/APA/Hörmandinger

Organisationen sollten rechtzeitig eine datengesteuerte Kultur aufbauen, um die Technologien von heute und morgen voll zu nützen. Wie Unternehmen die Transformation zum »Intelligent Enterprise« bewerkstelligen können, erklärt Michael J. Saylor, CEO von MicroStrategy, im Report(+)PLUS-Interview.

(+) plus: MicroStrategy richtet mit seinen Produkten und seiner Plattform den Fokus auf »Intelligent Enterprise«. Was ist darunter zu verstehen?

Michael J. Saylor: In den letzten Jahren hatten wir hunderte, wenn nicht tausende von Gesprächen mit Unternehmen, die mithilfe von Daten die Reise in Richtung Digitale Transformation antreten. Sie suchen nach dem schnellsten – und besten – Weg, um den Umgang mit einer Vielzahl externer Kräfte zu meistern, die ihr Wachstum und ihre Zukunft beeinflussen. Dazu gehören regulatorische und wettbewerbliche Herausforderungen, Trendtechnologien wie Cloud Computing und maschinelles Lernen sowie Faktoren wie etwa die größten Einzelhändler.

Diese Unternehmen haben den Vorteil, dass sie in Ressourcen wie Datenbanken, Anwendungen und physische Zugangskontrollsysteme investiert haben. Ihr Ziel ist es, diese Systeme optimal zu nutzen und ihrer gesamten Belegschaft zur Verfügung zu stellen, damit diese ihre Arbeit besser und effizienter gestalten kann. Bei all diesen Gesprächen und Best Practices haben wir festgestellt, dass die datengesteuerte Transformation, die alle Unternehmen anstreben, im Zusammenspiel von erstklassiger Technologie und Technik liegt. Wir haben uns überlegt, wie wir die Unternehmen am besten voranbringen können. Das Ergebnis ist die »Map of the Intelligent Enterprise«. Diese Übersicht kann jede Unternehmensorganisation darin unterstützen, dieses Ziel zu erreichen.

(+) plus: Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Datenanalysen. Was hat sich im Laufe der Zeit verändert?

Saylor: Für Unternehmen ist es wichtig, dass sie ihren Daten vertrauen können. Darüber hinaus muss es möglich sein, auf diese Informationen über verschiedene Geräte zuzugreifen und diese Intelligenz in eine Vielzahl von Anwendungen einzubetten. Die »Map of the Intelligent Enterprise« bildet mehr als 20 Jahre Wissen, Lernen und Expertise von MicroStrategy ab. Auf die Plattform kann jeder Nutzer in der Organisation zugreifen und auf Geräten wie Fernseher, Laptops, Mobilgeräten und sogar auf Sprachgeräten anwenden. Für Unternehmen, die langfristig wettbewerbsfähig bleiben möchten, war die Rolle von Daten und Analysen bei der Geschäftstransformation nie klarer.

(+) plus: Wie funktioniert das Konzept?

Saylor: Die Karte ist nach Abteilungen gegliedert. So kann man jederzeit sehen, wo man gerade steht und wohin man gehen möchte. Einzelne Personen, ein Team oder eine gesamte Organisation können damit bewerten, wie sich externe Kräfte auf das Unternehmen auswirken. Sie können diese Erkenntnisse in ihre Strategieplanung integrieren sowie Komponenten identifizieren, die vom Zugriff auf Informationen und Unternehmenssysteme profitieren. Mitarbeiter erhalten leistungsstarke Tools, um Daten flexibel zu untersuchen, einen Plan aufzusetzen und die Transformation zum Intelligent Enterprise erfolgreich zu bewerkstelligen.

(+) plus: Sollten Unternehmen einen eigenen Datenanalysten beschäftigen?

Saylor: Wir glauben, dass die Nutzung von Daten für neue Geschäftsmodelle und mehr Wertschöpfung der Schlüssel zum zukünftigen Erfolg ist. Daher benötigen Unternehmen einen Chief Data Officer, der Veränderungen vorantreiben und so dafür sorgen kann, dass das Unternehmen im Wettbewerb die Nase vorn behalten. Tatsächlich haben 57 % der Unternehmen einen Chief Data Officer und 24 % erwägen die Schaffung einer Chief Data Officer-Position.

(+) plus: Wie können die riesigen Datenmengen, die u.a. durch IoT entstehen, gemanagt werden?

Saylor: Von Augmented Analytics über sprach- und sensorgenerierte Daten bis hin zu einem unternehmensweiten Bedarf an Data Science und Analysefähigkeiten wird die Rolle, die Daten und Analysen bei Initiativen zur digitalen Transformation spielen, permanent wachsen. Organisationen sollten für ihre »Vision 2020« oder »2030« sicherstellen, dass sie eine datengesteuerte Kultur aufgebaut haben, um die Technologien von heute und morgen voll zu nützen – von AI bis IoT.

Die Enterprise-IoT-Lösung »Usher« von MicroStrategy ist ein Beispiel für ein digitales Badge, das eine kontextbezogene Authentifizierung mit physischen Assets ermöglicht und die Analyse über physische und digitale Ressourcen hinweg unterstützt. Was Usher so besonders macht: Es ist  nicht Teil eines Schlüsselbandes oder einer Karte, sondern läuft über ein Gerät, das die Mitarbeiter bereits bei sich tragen: ihr Smartphone. Die mobilen Identitätsausweise sind jeweils kryptografisch mit dem Smartphone des Besitzers verbunden und dynamisch mit den vorhandenen Identitäts-Repositories des Unternehmens verknüpft und können einfach und sicher implementiert werden. Die Nutzer können sich bei Anwendungen, VPNs und Workstations anmelden, Türen öffnen und Identitäten validieren. Usher erleichtert die interne Kommunikation.

 

Zur Person: Michael J. Saylor, geb. 1965, ist ein US-amerikanischer Unternehmer, Philantrop und Bestsellerautor. Er studierte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) u.a. Aeronautik und Astronomie. Sein ursprünglicher Berufswunsch Pilot erfüllte sich aus medizinischen Gründen nicht, so entwarf er 1987 zunächst für die Consulting-Firma The Federal Group Computer-Simulationsmodelle. Mit 24 Jahren gründete er gemeinsam mit seinem Studienkollegen Sanju Bansal das IT-Unternehmen MicroStrategy, dem er bis heute als CEO vorsteht. Mit speziell entwickelter Software für Data Mining etablierte sich das Unternehmen zu einem der weltweit führenden Anbieter für intelligente Business-Lösungen und Cloud-Services. 2012 veröffentlichte Saylor »The Mobile Wave. How Mobile Intelligence will change everything«, 2013 erschien das Buch in deutscher Sprache (Plassen Verlag).


Fakten

»Intelligent Enterprise« beschreibt eine ultimativ datengesteuerte Organisation. In diesem Rahmen werden sonst eher gegenläufige Kräfte – etwa Agilität und Governance, Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit, Einfachheit und Enterprise-Funktionalität – genutzt, um über traditionelle Business Intelligence hinaus relevante Erkenntnisse für jeden Anwender zu ermöglichen und im Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein.

 

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