Sonntag, Dezember 04, 2022



Eine moderne Verwaltung punktet mit praktischen Plattformen und flotten Services für Bürger*innen und Unternehmen. Wie es um den Faktor E-Government und Effizienz in der Verwaltung und im Gesundheitsbereich steht – das diskutierten Expert*innen aus der Wirtschaft und Verwaltung bei einem Podiumstalk des Report.


Ob „One-Stop-Shop“ oder das Konzept des „No-Stop“ – in Österreich sind zahlreiche Services des Staates bereits vollständig digital umgesetzt. Dennoch gibt es hinsichtlich einheitlicher Plattformen, Nutzerfreundlichkeit und der Fähigkeit zur Kooperation noch einiges zu tun, befanden die Diskutant*innen und das Publikum der Gesprächsrunde "Die Digitalisierung des Staates" am 12. Oktober. Insbesondere eine digitale Identität und die Zusammenarbeit der öffentlichen Hand nicht nur mit IT-Dienstleistern, sondern auch von Bund und Bundesländern miteinander könnten weitere Effizienzen heben. Wichtig ist dabei auch jene bei modernen Bürgerservices mitzunehmen, die über keinen Zugang mit Smartphone oder Computer verfügen.

Staatsekretär Florian Tursky, Bundesministerium für Finanzen, richtete an das Publikum im Bundesrechenzentrum Grußworte per Video. Moderator Martin Szelgrad, Report Verlag, führte die Diskussion. Partner der Veranstaltung waren T-Systems, BRZ, msg Plaut Austria und adesso Austria.

Die Diskutant*innen:

- Roland Ledinger, Geschäftsführer BRZ
- Georg Krause, Geschäftsführer msg Plaut Austria
- Eleonora Kernmayer-Farr, Senior Business Transformation Executive Microsoft
- Gernot Silvestri, Head of Consulting adesso Austria
- Christian Gesek, Leiter der Abteilung Rechtsinformatik, Informations- und Kommunikationstechnologie, Bundesministerium für Justiz
- Claudia Baur-Stark, Managing Director Accenture

Kurzvideo zur Veranstaltung (c) Bernhard Schojer: www.youtube.com/watch?v=PZAkfQqOxVc

Fotos der Veranstaltung (c) Milena Krobath: www.flickr.com/photos/award2008/sets/72177720302872231/



Roland Ledinger ist Geschäftsführer des Bundesrechenzentrums und ein langjähriger Begleiter der öffentlichen Verwaltung.

… über Produkte und Services der digitalen Verwaltung und die Rolle des BRZ


„In unserer Rolle als Partner der Verwaltung wissen wir um die Herausforderung, dass sich mit der Digitalisierung auch die Prozesse ändern müssen. Denn Services sollten keinesfalls nur so abgebildet werden, wie diese am Papierweg gestaltet waren. Vielmehr braucht es ein völlig neues Denken und auch Öffnen von Prozessen. Wir begleiten und unterstützen die digitale Transformation in Projekten mit unseren Kunden, den Ministerien, oft von Beginn einer Idee an. Daraus werden dann digitale Prozesse entwickelt, wie beispielsweise der Einsatz von künstlicher Intelligenz, um den Servicefokus auf die Unternehmen weiter zu stärken und auch Bürgerservices zu unterstützen.

Das Bundesrechenzentrum entwickelt sich nun weg vom historischen, begrenzten Aufgabenbereich Rechenzentrum hin zu einem Partner und Begleiter der digitalen Transformation. Wir sehen uns mit unserer Expertise zur öffentlichen Verwaltung hier besonders gut aufgestellt. Gute Beispiele sind FinanzOnline, die Anwendungen in der Justiz – die selbst sehr früh auf die Digitalisierung gesetzt hatte –, aber auch das Unternehmensserviceportal und nun der digitale Ausweis als jüngstes innovatives Projekt. 

… über Herausforderungen und Chancen in der Digitalisierung

 „Wichtig ist, dass Portale wie oesterreich.gv.at., gesundheit.gv.at oder justiz.gv.at tatsächlich auch gesehen und verwendet werden. Funktionen wie die elektronische Identität mit bereits über drei Millionen Nutzer*innen bringen Österreich in eine Vorreiterrolle in Europa. Damit wäre auch ein einheitlicher Zugang zu allen Portalen möglich – je nach Situation als Bürger*in, als Unternehmer*in oder als Patient*in. Anders als die erfolgreichen Plattformen wie Amazon und andere, geht es einer Nutzerfreundlichkeit bei den Services der öffentlichen Verwaltung nicht um eine hohe Frequenz in der Nutzung, sondern eigentlich ums Gegenteil. Mit dem „One-Stop“- und dem „No-Stop“-Prinzip können die Berührungspunkte mit der Verwaltung weiter vereinfacht und sogar komplett automatisiert werden. Mit dem Konzept „Once only“ haben wir gemeinsam mit dem Bundesministerium für Finanzen einen Register- und Systemverbund als Datendrehscheibe dafür entwickelt. Damit müssen nicht die Bürger*innen den Daten nachlaufen, sondern die Behörden haben je nach Antrag die nötigen Informationen bereits zur Verfügung.

Die Vielfalt der Prozesse aktuell ist auf Bundesebene ebenso so groß wie in den Bundesländern. Da wie dort finden nun Veränderungen in einer traditionell sehr stabilen Organisationskultur statt. Das ist auf Seite der Kunden herausfordernd, ebenso wie auf Anbieterseite eines Bundesrechenzentrums oder anderer IT-Dienstleister am Markt.“



Georg Krause, Geschäftsführer msg Plaut Austria, begleitet als einer der großen IT-Dienstleister im deutschsprachigen Raum zahlreiche Projekte im öffentlichen Bereich.

… über Rahmenbedingungen für die Digitalisierung des Staates
„Ich unterstütze seit einigen Jahren persönlich die Initiative fit4internet für digitale Kompetenzen, die für mich eine der zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft und Wirtschaft bilden. Denn Services der Verwaltung sind nur dann erfolgreich, wenn es Menschen gibt, die damit umgehen können. Wir sehen das auch im Bildungsbereich mit neuen Lehrplänen mit digitalen Inhalten, für deren Vermittlung aber ebenso entsprechend ausgebildetes Lehrpersonal erforderlich ist. Also muss auch der Staat Rahmenbedingungen schaffen – was er auch tut –, beispielsweise mit der Förderung von digitalen Lehrberufen. Ich halte das für ein zentrales Thema auch für den Wirtschaftsstandort Österreich.“

.. über einen Vorsprung in Bereich E-Government
„Mit der digitalen Identität – der Handysignatur bislang und nun ID Austria – haben wir in Österreich eine hervorragende Lösung für die Datensouveränität, so wie es auch die EU vorsieht. Mit einem Login über verschiedenste Plattformen hinweg ersparen wir uns die übliche Passwortflut. Und die Menschen bekommen damit die Möglichkeit, den Umgang mit ihren Daten auch gegenüber kommerziellen Anbietern selbst steuern zu können. Diesen Weg müssen wir konsequent fortsetzen. Wir könnten damit auch den Zugang zu den unterschiedlichen Services von Bundesländern und dem Bund, aber auch zwischen Ministerien auf einen gemeinsamen Nenner bringen.“

.. über die Cloud-Diskussion in Europa
„Die Initiative Gaia-X der Europäischen Union ist eine exzellente Möglichkeit, um Cloud-Services in der Wirtschaft und auch in der Verwaltung zu nutzen und trotzdem den Schutz von Daten und Privatsphäre hochzuhalten. Es geht hier um einen europäischen Weg in der IT. Wir brauchen weiterhin die internationalen Cloudanbieter, können deren Service aber auch mit unseren Vorstellungen von Datensouveränität und einer bürgerzentrierten Datennutzung in Einklang bringen. Denn wenn wir künftig auch künstliche Intelligenz nutzen wollen – und das müssen wir, um nicht im internationalen Vergleich ins Hintertreffen zu geraten – brauchen wir Daten in großer Zahl. Eine Datenanonymisierung, wie es auch das Bundesministerium für Justiz in einem aktuellen Projekt erfolgreich zeigt, ist dann die Voraussetzung für den Einsatz für Machine Learning.“



Eleonora Kernmayer-Farr ist Senior Business Transformation Executive bei dem Softwarehersteller und Cloudpionier Microsoft.

… über Veränderungen am digitalen Arbeitsplatz in der Verwaltung

„Die Voraussetzungen für die Digitalisierung des Arbeitsplatzes und der Unternehmensprozesse sind in der Wirtschaft und in der Verwaltung immer noch unterschiedlich. So hatte man beim ersten Pandemie-Lockdown deutlich gesehen, dass viele Büroarbeitsplätze in der Verwaltung nicht nach Hause verlegt werden konnten. Es fehlen einfach die Rahmenbedingungen für Flexibilität mit mobilen Endgeräten, Software und Anwendungen, die sicher auch aus dem Homeoffice genutzt werden können. Mit einer Ausnahme: Das BRZ hatte damals bereits die Umgebung für den flexiblen Arbeitsplatz geschaffen und seinen Mitarbeiter*innen die gleichen Möglichkeiten geboten, die vielen Arbeitsplätzen in der Wirtschaft offenstanden.

Auch in der Verwaltung sollten Lösungen mit dem Fokus auf die Nutzer*innen zum Einsatz kommen. Die Mitarbeiter*innen müssen ebenso von modernen Systemen und Prozessen abgeholt werden, wie es auch die Bürger*innen vom Staat erwarten.“

… über Aufholbedarf in Österreich

„Digitalisierung bedeutet nicht, einfach einen Prozess vom Papier ins Digitale zu bringen. Mit Technologie sind oft Abläufe und Verknüpfungen möglich, die vorher nicht umsetzbar waren. Hier gibt es in Österreich sicherlich noch Aufholbedarf. Ich kann mir zwar meinen Meldezettel auch von zu Hause aus besorgen und ausdrucken, aber wieso muss ich diesen physisch etwa bei einer Heirat am Standesamt oder bei einer Namensänderung mitführen? Ich hatte vor einigen Jahren einen Mitarbeiter, der aus den USA nach Stockholm gezogen ist. Er bekam mit einer Terminvereinbarung innerhalb von 15 Minuten seine Sozialversicherungskarte, die nötigen Unterlagen waren alle bereits vor Ort.

… über beste Beispiele hierzulande und auch international


„Ein Beispiel für gute digitalisierte Services der Verwaltung ist die Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen. Seit ihrer Gründung 2020 berät die BBU etwa Asylsuchende in rechtlichen, sozialen und medizinischen Fragen. Die IT-Infrastruktur wurde damals völlig neu auf der grünen Wiese aufgebaut. Mit Cloud-Services und der Einrichtung eines Customer-Relationship-Managements wurden die Klient*innen von Anfang an als Kund*innen verstanden und entsprechend serviciert. Alle nötigen Informationen zu Personen und Abläufen befinden sich an einem Platz, das Herumschieben von Papier ist nicht nötig.

Bei einem anderen Projekt hat Microsoft ein Parlament auf europäischer Ebene bei Abstimmungen in der Zeit der Pandemie-Lockdowns unterstützt. Die Abstimmungen mussten sicher sein, verfassungsgerechten Abläufen folgen und trotzdem auch in der Distanz funktionieren. Im Gesundheitsbereich wiederum arbeiten wir gemeinsam mit dem AKH Wien, um mit bildgebenden Verfahren Diagnosen zu beschleunigen. Es gibt sowohl in Österreich als auch international viele Beispiele, wie mit Hilfe der Digitalisierung Services der öffentlichen Hand völlig neugestaltet werden können.“



Gernot Silvestri, Head of Consulting der stetig wachsenden Österreichtochter des IT-Konzerns adesso aus Deutschland, erwirtschaftet knapp drei Viertel des Umsatzes im Public Sector.

.. über ein Erfolgsprojekt in zwei Bundesländern

„Eines unserer Projekte zur Unterstützung der gesamten Verwaltungsadministration in der Pandemie wurde für das Land Steiermark umgesetzt. „ELEFANT“ (Anm. „Epidemiologische Langzeiterfassung inklusive Nachverfolgung und Testung“) wurde mit August 2020 täglich von über 400 Landesbediensteten, Ärzt*innen und Soldat*innen des Bundesheeres genutzt – auch das steirische Rote Kreuz, ein Vertragslabor sowie die Bezirksbehörden und das steirische Pflegeheimmanagement wurden mit Schnittstellen angeschlossen. Der komplette Prozess beginnt beim Erfassen von Daten, geht übers Nachverfolgen im Contact Tracing, die Erstellung von Bescheiden, bis zur Meldung ans EMS (Epidemiologisches Meldesystem). Das System wurde aufgrund des Erfolgs über die Landesgrenzen hinweg für Kärnten weiterentwickelt.“

… über die Zusammenarbeit von IT-Branche und Verwaltung und weitere Effizienzen

„Wir sollten aufgrund des Fachkräftemangels darauf schauen, wie Kräfte für E-Government-Anwendungen gebündelt werden können. Keine Frage – für die IT-Dienstleister ist es sicherlich ein gutes Geschäft, wenn Fachanwendungen für Verfahren mehrfach entwickelt werden. In einer breiten Verwaltungs-Community dagegen, in der Länder und Gemeinden, Pflichten teilen und gemeinsame Ziele definieren, könnten Lösungen viel effizienter partnerschaftlich umgesetzt werden. Ähnlich der Arbeitsaufteilung in der Open-Source-Community könnten so in Österreich bestimmten öffentlichen Verwaltungen eine Führungsrolle für einen Nukleus eines Verfahrens zustehen und die anderen bauen darauf auf. Die Zuständigkeiten können so fair über alle Gebietskörperschaften aufgeteilt werden.
So wie eine Digitalisierung eines Verfahrens nicht die Eins-zu-eins-Abbildung von Abläufen der Papierwelt in die IT sein darf, so sollte bereits bei der Formulierung von Gesetzen auch auf die zukünftige IT-Umsetzung der Prozesse in der Verwaltung Rücksicht genommen werden. Darauf aufbauend können Anwendungen dann optimal gestaltet und umgesetzt werden – und damit die Menschen bestmöglich unterstützen.“

… über Erfahrungen vom Digital-Vorreiter Estland

„Am Beispiel Estlands kann man sehen, wie eine einheitliche digitale Signatur der Türöffner für die Bereitschaft der Nutzung der Onlineangebote der Verwaltung geworden ist. Ein Hebel waren die Banken, die für den Zugang zum Onlinebanking ebenfalls die digitale Signatur einsetzen – somit hatten die Bürger*innen fast täglich mit diesem System zu tun und diese Einstiegshürde war genommen. Auch können die Esten bei jeder Verwaltungsanwendung abfragen, welche Daten über Sie gespeichert sind.

In der Privatwirtschaft gibt es aktuell den Trend, mit IT-Partnern in der Wirtschaft nicht nur einzelne Beratungen oder Projekte abzuwickeln, sondern auch strategisch zusammenzuarbeiten. Ein IT-Dienstleister kann dann bei der Umsetzung umfassender beraten und unterstützen. Dies kann auch ein Blueprint für die Verwaltung sein.“



Christian Gesek nutzt als Digitalisierungsvorreiter und Leiter der Abteilung Rechtsinformatik im Bundesministerium für Justiz die IT als Hebel zur Erneuerung.

… über die Notwendigkeit der Digitalisierung in der Verwaltung und des Aufbauens von Vertrauen in Projekten

„Die IT versetzt uns in die Lage, traditionelle Prozesse zu überdenken und effizient neu aufzusetzen. In der Justiz blicken wir auf eine lange Geschichte der Datenverarbeitung zurück und haben auch aufgrund begrenzter Personalressourcen schon sehr lange Mitarbeiter*innen bei ihren Aufgaben mit IT unterstützt. Wichtige Meilensteine waren hier etwa die Automatisierung der Grundbücher und die Etablierung des elektronischen Rechtsverkehrs. Die Schlagzahl wurde in den letzten Jahren dann weiter erhöht – getrieben unter anderem vom steten Anwachsen digitaler Inhalte und der Notwendigkeit, den Workflow zunächst innerhalb der Justiz weiter zu verbessern.

Mit der strategischen Initiative Justiz 3.0 arbeiten wir aktuell an der Umsetzung einer vollständig digitalen Akten- und Verfahrensführung bei den österreichischen Gerichten und Staatsanwaltschaften. Dazu koordinieren wir uns gezielt mit User-Gruppen und entwickeln Lösungen, die auf Know-how, Zusammenarbeit, Vertrauen und Handschlagqualität basieren. Denn es geht nicht darum, den Anwender*innen fertige Werkzeuge vorzusetzen, sondern gemeinsam Lösungen zu entwickeln und diese stetig zu verbessern. Das ist ein aufwendiger Prozess – der sich aber bei unserer bis in die Wurzeln der Verfassung reichenden, sehr selbstbewussten und selbstständigen Benutzer*innen-Gruppe lohnt. Es wäre für uns nicht anders möglich, als durch die Qualität unseres Produktes zu überzeugen.“

… über die Pandemie als Hebel für Veränderungen

„Die Pandemie war sicherlich auch in der Justiz ein Treiber, Digitalisierungsskeptiker zu überzeugen. Gemeinsam mit dem Bundesrechenzentrum waren wir dann doch relativ rasch in der Lage, unsere Mitarbeiter*innen auch remote bei ihrer Justizarbeit unterstützen zu können.“

.. über ein Beispiel für erfolgreiche Digitalisierung in der Justiz

„Aktuell arbeiten wir in einem Projekt zur Anonymisierung von Gerichtsentscheidungen. Bisher konnten in diesem großteils manuellen Vorgang überwiegend Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs im RIS (Anm. Rechtsinformationssystem) entsprechend aufbereitet zugänglich gemacht werden. Aus Ressourcengründen war dies bei Entscheidungen von darunter liegenden Instanzen bislang so gut wie gar nicht möglich. Mit einer Lösung auf Basis von künstlicher Intelligenz können wir künftig nun den Entscheidungsorganen auch dieser Gerichte einen validen Anonymisierungsvorschlag in die Hand geben. Die Freigabe erfolgt immer noch durch den Menschen. Es schlägt uns hier bereits auch großes Interesse außerhalb unserer Organisation für diese Lösung entgegen.“



Claudia Baur-Stark, Managing Director Accenture, ist seit vielen Jahren strategische Partnerin der Republik Österreich bei Digitalisierungsprojekten.

„Es gibt viele sehr gute Leuchtturmprojekte der Verwaltung in Österreich, wie den ersten No-Stop-Shop der antragslosen Familienbeihilfe ALF, die Accenture gemeinsam mit dem BRZ umgesetzt hat. Dabei wird ab der Geburt eines Kindes und der Nutzung von FinanzOnline die Familienbeihilfe automatisch ausgezahlt. Ähnliche Prozesse haben wir jetzt beim Klimabonus. Accenture hat in kürzester Zeit gemeinsam mit dem BRZ auch eine Pre-Travel-Clearance für die Registrierung von Pendler*innen umgesetzt. Wir sehen derzeit viele gute Einzellösungen, die am Ende des Tages als One-Stop-Shop auf Plattformen wie oesterreich.gv.at gebündelt werden. Diese Verknüpfung von Daten und Prozessen ist sicherlich auch eine zentrale Herausforderung.“

.. über das Wissen und die Lust zur Nutzung digitaler Angebote

„Wenn die Services schon bereitstehen, sollte auch der Nutzungsgrad durch die Bürger*innen erhöht werden. FinanzOnline und auch Registrierungen und Dashboards zum Impfen kennt heute jeder. Bereits bestehende Online-Angebote wie die Wahlarzt-Rechnung via App bei der Sozialversicherungen einzureichen, werden weit weniger genutzt. Welche Möglichkeiten gibt es bei einer Authentifizierung etwa bei Bestellungen mit dem Führerschein oder Reisepass – oder bei der Meldung eines Nebenwohnsitzes? Essenziell werden hier nicht nur die Nutzerfreundlichkeit der Lösungen sein, sondern das Wissen darüber und die Lust, diese Services auch zu nutzen. Eine einheitliche Plattform und eine einfache und sichere digitale Identität werden das vereinfachen. Ziel sollte sein, alle diese Leuchttürme für einen flächendeckenden Einsatz zu verknüpfen.“

.. über die Nutzung von Cloudservices durch die Verwaltung

„Die Vorbehalte der Verwaltung gegenüber Infrastrukturservices der Hyperscaler (Anm. internationale Rechenzentrumsanbieter) verschwinden. Man hat gesehen, dass es ohne diese starken Provider nicht mehr geht. Sie sind heute mit ihren Infrastrukturen, ihren Teams und mit lokalen Rechenzentrumsbetreibern vor Ort und agieren nach den lokalen Gegebenheiten. Es eröffnen sich einfach neue Möglichkeiten, wie eben das Aufsetzen von Anwendungen – am Beispiel Pre-Travel-Clearance – innerhalb von nur einer Woche. Ohne Cloud wäre das gar nicht möglich. Mit Initiativen wie der Datensouveränität in europäischen Cloud-Initiativen auch in Partnerschaft mit den Hyperscalern können dann auch die letzten Ängste abgelegt werden. Denn Angst hemmt Innovation und verhindert so gute Lösungen.“

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