Friday, February 13, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Was der Wahlsieg von Donald Trump für europäische Unternehmen bedeutet

Mit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus zeichnet sich ein neues Kapitel der Handelspolitik der USA ab – und für europäische Unternehmen könnten die nächsten Jahre herausfordernd werden. Trump, bekannt für seine unnachgiebige "America First"-Politik, hat bereits angekündigt, die US-amerikanische Steuerlandschaft radikal umzugestalten. Der wohl kontroverseste Punkt dabei: Trump will die Einkommensteuer abschaffen und die Staatseinnahmen künftig fast ausschließlich durch Zölle sichern.

Aktuell erheben die USA Zölle von durchschnittlich 1,4 Prozent auf importierte Waren und nehmen rund 70 Milliarden Euro jährlich dadurch ein. Doch Trumps Plan zielt auf eine völlige Neuausrichtung: Eine schrittweise Anhebung der Zölle würde den Wert der Einnahmen dramatisch erhöhen – auf etwa zwei Billionen US-Dollar. Diese Belastungen könnten für europäische Unternehmen, die stark auf den Export in die USA angewiesen sind, spürbare Folgen haben.

Zölle statt Einkommensteuer: Ein radikaler Plan

Trump argumentiert, dass die Abschaffung der Einkommensteuer die Kaufkraft der Amerikaner stärken und die Wirtschaft ankurbeln würde. Die Einnahmen, die normalerweise durch Einkommensteuern gesichert werden, sollen stattdessen über Zölle auf ausländische Waren hereinkommen. Dieser Ansatz würde es der US-Regierung ermöglichen, auf die Belastung  der eigenen Bürger zu verzichten und die Kosten auf ausländische Unternehmen zu verlagern.

Für europäische Exporteure könnte dies eine düstere Zukunft bedeuten. Besonders betroffen wären Industrien, die stark auf den US-Markt fokussiert sind – etwa die Automobil-, Maschinenbau- und Chemiebranche. Der erwartete Anstieg der Zölle könnte die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen erheblich schwächen, da ihre Produkte für amerikanische Kunden deutlich teurer würden.

Auswirkungen auf europäische Unternehmen

Die bereits bestehenden Handelsschranken haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass europäische Unternehmen alternative Märkte gesucht oder ihre Produktion in die USA verlagert haben. Eine drastische Erhöhung der Zölle könnte diese Entwicklung beschleunigen. Unternehmen, die sich einen Verbleib auf dem US-Markt sichern wollen, könnten gezwungen sein, ihre Produktionsstätten in die Vereinigten Staaten zu verlegen – eine Entscheidung, die jedoch hohe Kosten und logistische Herausforderungen mit sich bringt.

Hinzu kommt, dass europäische Unternehmen gezwungen wären, einen Teil der Zollkosten an ihre Kunden weiterzugeben, was zu einem Rückgang der Nachfrage führen könnte. Dies könnte eine negative Kettenreaktion auslösen: Arbeitsplätze in Europa wären gefährdet, die Exportvolumina könnten sinken, und langfristig könnte dies das wirtschaftliche Gleichgewicht zwischen den USA und Europa destabilisieren.

Was bleibt für Europa zu tun?

In den kommenden Monaten werden europäische Regierungen und Unternehmen aufmerksam verfolgen müssen, wie sich die Handelsstrategie der USA unter Trump konkretisiert. Gespräche und Verhandlungen auf internationaler Ebene könnten eine Möglichkeit sein, um den Druck auf europäische Exporteure zu mindern. Doch eine Anpassung an die neuen Bedingungen wird unerlässlich sein.

Trump hat mit seinen Ankündigungen deutlich gemacht, dass er gewillt ist, die USA von anderen Volkswirtschaften stärker abzugrenzen. Europäische Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Strategien flexibel zu gestalten, um auf die potenziellen neuen Handelshürden reagieren zu können. Wer in diesem neuen Umfeld überleben will, muss jetzt handeln – sei es durch Investitionen in den amerikanischen Markt, Diversifizierung der Absatzmärkte oder verstärkte Innovationsanstrengungen, um die Attraktivität der Produkte trotz höherer Preise aufrechtzuerhalten.

Mit Trumps Handelsrevolution steht Europa also vor einer Zäsur. Bleibt abzuwarten, ob dieser wirtschaftliche Schachzug der USA tatsächlich zu einer Stärkung der amerikanischen Wirtschaft führt.

LANCOM Wi-Fi 7 Access Points LX-7500 und LX-7300 a...
Im Ernstfall alternativlos

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/

Firmen | News

Vertiv
11 February 2026
Firmen | News
Die Kooperation verbindet akademische Exzellenz mit Branchenexpertise und treibt wichtige Innovationen im Bereich der digitalen Infrastruktur voran.Vertiv (NYSE: VRT), ein weltweit führender Anbieter für kritische digitale Infrastrukturen, hat e...
LANCOM Systems
10 February 2026
Firmen | News
Mit einer herausragenden Gesamtleistung ist LANCOM Systems im „Professional User Rating Security Solutions" (PUR-S 2026) des Research- und Analystenhauses techconsult zum zehnten Mal in Folge zum Champion im Bereich Virtual Private Network gekürt wor...
Firmen | News
29 January 2026
Firmen | News
Fußball gehört in Österreich zu den beliebtesten Sportarten und begeistert Menschen jeden Alters gleichermaßen. Ob im Verein, beim Freizeitkick mit Freunden oder in der Schule – der Ball rollt in Österreich nahezu überall. Doch obwohl dieser Sport, d...
Firmen | News
von Dr. Werner Vogels, Vice President und Chief Technology Officer, Amazon.com Wir stehen am Beginn einer neuen Ära, in der KI den Menschen in den Mittelpunkt stellt, Autonomie fördert und drängende Probleme wie Einsamkeit, Bildungsungleichheit und S...

Neue Blog Beiträge

12 February 2026
Europa
Mensch und Gesellschaft
Zwei exzellente Logiken. Ein System. Ein Widerspruch.Viele Organisationen und auch die Politik fordern Innovation. Viele Organisationen führen mit denselben Regeln wie die Produktion. Mehr Kontrolle. Mehr Druck. Mehr KPIs. Mehr Reporting. Und dann wu...
11 February 2026
Europa
Mensch und Gesellschaft
Was kommt 2026? Die Antwort unserer Leser*innen ist so österreichisch wie bemerkenswert: Turbulenzen, ja – aber bitte ohne Fatalismus. Die Report(+)-Umfrage unter Unternehmer*innen und Entscheider*innen liest sich wie ein Seismograf der Chefetagen: n...
10 February 2026
Intelligente Netze
Mensch und Gesellschaft
Im Jahr 2021 erblickte Industrie 5.0 die Welt. Was hat sich seit damals getan? Wo sind wir auf dem Weg des Paradigmenwechsels hin zu einer mensch-zentrierten Fertigung? Evolution oder Revolution? Werfen wir kurz einen Blick zurück: Seit den 1970iger ...