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So viel kosten die Straßen der Welt


Die Welt wächst zusammen und wird immer kleiner. Noch nie war es so einfach und günstig, entfernte Orte zu bereisen und die Straßen der Welt zu befahren. Doch die geteerten Wege sind nicht überall frei befahrbar. Während es etwa in Deutschland für PKW-Fahrer möglich ist, die Autobahnen kostenlos zu nutzen, sieht es in der Schweiz ganz anders aus. Auch Österreich gehört zu den weltweit teuersten Ländern, wenn es um Maut-Gebühren geht.

Europäische Uneinigkeit
Da eine einheitliche, europäische Maut trotz gelegentlicher Vorstöße wohl noch lange auf sich warten lässt, bleibt Europa ein Flickenteppich. In einigen Ländern gibt es eine sogenannte streckenbezogene Maut. Die wird für den österreichischen Autofahrer etwa in Italien fällig. Hier zahlen Nutzer der Autobahnen an einer Einfahrtstation den fälligen "pedaggio" und müssen sich vor allem im Sommer in Geduld üben. An einigen hochfrequentierten Mautstellen kommt es schon mal zu langen Wartezeiten. Systeme mit einer Einmalzahlung wie die Vignette in Österreich oder Ungarn wirken auf Autofahrer, die es etwas eiliger haben, deutlich attraktiver. Besondere Anstrengungen verlangt die Benutzung einzelner Streckenabschnitte, die eine Vorab-Registrierung über das Internet voraussetzen. Derartige Hindernisse gibt es in Großbritannien, Frankreich oder Spanien. Für Uneingeweihte sind Umwege vorprogrammiert.

Die teuerste Brücke der Welt
Für lausige 7,8 Kilometer Fahrtstrecke über 135 € zahlen? Wer von Dänemark nach Schweden und zurück will, zahlt diesen Beitrag sicher freiwillig, denn die Überfahrt per Fähre ist meistens noch teurer. Der Bau der Öresundbrücke rechtfertigt den Preis aber durchaus, schließlich lagen die Kosten des Großprojekts bei über einer Milliarde Euro. Die teilten sich Schweden und Dänemark, ein Teil stammt auch von privaten Investoren. Und die wollen die Baukosten natürlich wieder reinholen. Teure Brücken bauen können die Dänen auf jeden Fall, denn die Storebaeltsbro kostete sogar 3,8 Milliarden Euro. Die Fahrt auf der 13 Kilometer langen Überwasserstraße ist allerdings günstiger und bereits ab 36 € möglich. Das liegt wohl daran, dass sich die Dänen für die Finanzierung des Projekts 35 Jahre Zeit lassen. So viel Geduld haben die Investoren der Öresundbrücke nicht. Doch nicht nur über Wasser sind die Mautgebühren hoch, auch unter Berge sind Straßen teuer. Für eine Fahrt durch den Mont-Blanc-Tunnel zahlen Sie 54 €. Dass es auch richtig günstig geht, zeigt der Herrentunnel in Deutschland, der für eine Durchfahrt mit gut 2 € zu Buche schlägt.

Globale Idee
Die Maut ist eine Errungenschaft, die auch außerhalb Europas erhoben wird. Wer auf Brasiliens Straßen fährt, dürfte eine gebührenpflichtige Straße auf Anhieb von einer kostenlosen unterscheiden. Das liegt nicht nur an den örtlichen Mautstellen, sondern vor allem an der Qualität der Straße, die auf frei befahrbaren Strecken oft deutlich schlechter ist. Hochkomplex in Sachen Straßennutzung zeigen sich die USA. Privat finanzierte Streckenabschnitte sind häufig mit einer Gebühr versehen. Auf den sogenannten Toll Roads sollten Autofahrer wenigstens eine Begleitperson dabeihaben, da bei erst Fahrzeugen ohne Beifahrer eine Gebühr fällig wird. Deutlich übersichtlicher sind da schon die Japaner. Touristen können sich im Land der aufgehenden Sonne den Japan Expressway Pass besorgen. Damit können sie wahlweise über zwei Tage bis zwei Wochen die Autobahn nutzen.

Bild: iStock

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