Thursday, April 02, 2026

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Das Energieversorgungsunternehmen EVN zieht Bilanz: Rückgang im Konzernergebnis um 7,4 % auf 436,7 Mio. Euro, Anstieg der erneuerbaren Erzeugungskapazitäten auf 980 MW, Gesamtinvestitionen für die Energiezukunft erstmals über 900 Mio. Euro.

Photovoltaik-Park der EVN in Dürnrohr.

Das Berichtsjahr der EVN war in allen drei Kernmärkten des Energieunternehmens von deutlich kälterer Witterung geprägt als die vorangegangene Geschäftsperiode. Die Heizgradsumme lag in Österreich deutlich über dem Vorjahreswert, jedoch knapp unter dem langjährigen Durchschnitt. Auch in Bulgarien war es deutlich kühler als im Vorjahr, das langjährige Mittel konnte aber nicht ganz erreicht werden. In Nordmazedonien kam der Wert zwar auch über dem Vorjahreswert, jedoch weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt zu liegen.

Die Bedingungen für die Stromerzeugung aus Wasser und Wind zeigten sich in der Berichtsperiode deutlich ungünstiger als im Vergleichszeitraum. So blieb sowohl das Windaufkommen in Österreich und Bulgarien als auch das Wasserdargebot in Österreich, Deutschland und Nordmazedonien nicht nur hinter den teils sehr hohen Vorjahreswerten, sondern auch hinter dem langjährigen Durchschnitt deutlich zurück. Aufgrund der wachsenden Bedeutung erneuerbarer Kapazitäten im Energiesystem ist die unterjährige Entwicklung der Strompreise stark von saisonalen Effekten und den Erzeugungsbedingungen für erneuerbare Energien beeinflusst. Im Berichtsjahr führten die geringeren Erzeugungsmengen aus Wind- und Wasserkraft zu einem deutlichen Anstieg der Marktpreise für Strom.

Die Umsatzerlöse der EVN stiegen im Berichtszeitraum um 3,8 % auf drei Milliarden Euro. Zurückzuführen war dies auf positive Mengen- und Preiseffekte in den Vertriebsgesellschaften in Bulgarien und Nordmazedonien sowie in den Verteilnetzgesellschaften in allen drei Kernmärkten der EVN. Die kühleren Temperaturen im Winterhalbjahr bewirkten zudem auch einen Umsatzanstieg bei der EVN Wärme. Abgeschwächt wurden diese Entwicklungen durch preis- und mengenbedingt rückläufige Erlöse aus der Vermarktung der eigenen erneuerbaren Erzeugung und im Erdgashandel.

Höhere Beschaffungskosten im Energievertrieb in Südosteuropa bewirkten eine Zunahme im Aufwand für Fremdstrombezug und Energieträger um 10,3 % auf 1.503,0 Mio. Euro. Gedämpft wurde dieser Effekt durch geringere Beschaffungsmengen und -kosten für Erdgas sowie in der Erzeugung. Die Fremdleistungen und der sonstige Materialaufwand erhöhten sich um 10,4 % auf 312,7 Mio. Euro. Hauptgrund dafür waren Reparaturaufwendungen für Hochwasserschäden, die jedoch weitgehend durch Versicherungsleistungen gedeckt waren. Dies führte auch zu einem Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge. Während sich der Personalaufwand erhöhte, gingen die sonstigen betrieblichen Aufwände, die im Vorjahr vor allem von einer Forderungswertberichtigung geprägt waren, zurück.

In Summe lag das Ergebnis vor Ertragsteuern mit 574,4 Mio. Euro um 4,5 % über dem Vorjahreswert. Nach Berücksichtigung des Ertragsteueraufwands von 65,6 Mio. Euro (Vorjahr: 32,1 Mio. Euro) und des Ergebnisanteils nicht beherrschender Anteile errechnete sich ein Konzernergebnis von 436,7 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 7,4 %.

Energiegeschäft

Die Stromerzeugung der EVN lag in der Berichtsperiode mit 2.915 GWh um 12,2 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Das unterdurchschnittliche Wind- und Wasserdargebot konnte auch von den Kapazitätserweiterungen im Bereich der Windkraft und Photovoltaik nicht ausgeglichen werden und führte insgesamt zu einem Rückgang der erneuerbaren Erzeugung um 16,9 % auf 2.325 GWh. Der Anstieg der thermischen Erzeugung auf 590 GWh (Vorjahr: 519 GWh) wurde durch häufigere Abrufe des Kraftwerks Theiß durch den österreichischen Übertragungsnetzbetreiber zur Netzstabilisierung verursacht. Der Anteil der erneuerbaren Erzeugung lag bei 79,8 % (Vorjahr: 84,4 %).

Die hohe Dynamik im Ausbau der erneuerbaren Erzeugung setzte sich auch im Berichtszeitraum fort. Mit abgeschlossenen Repowering-Projekten und der Inbetriebnahme von neu errichteten Windkraft- und Photovoltaikparks verfügt die EVN zum Stichtag 30. September 2025 über eine installierte Leistung an erneuerbaren Stromerzeugungskapazitäten von 980 MW. Eine gut abgesicherte Projektpipeline gewährleistet, dass die Ausbauziele für Windkraft (770 MW), Photovoltaik (300 MWp) und Batteriespeicher (300 MW) bis 2030 erreichen werden können. Mit dem Bau eines 3,4 MW großen Batteriespeichers in Trumau wird im Zusammenspiel mit dem bestehenden Windpark Tattendorf und dem Sonnenkraftwerk in Trumau der erste „Super-Hybrid-Park” entstehen. Batteriespeicher gelten als Schlüsseltechnologien für einen erfolgreichen Weg in die erneuerbare Energiezukunft, da mit ihrem Einsatz Stromerzeugung, Verbrauch und Speicherung optimal aufeinander abgestimmt werden können.

Umwelt- und Wassergeschäft

Die Trinkwasserversorgung in Niederösterreich sowie die laufende Verbesserung dieser Infrastruktur zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit ist ein zentraler Investitionsschwerpunkt der EVN. Im Berichtsjahr wurde die 60 km lange, überregionale Transportleitung im Waldviertel fertig gestellt und in Betrieb genommen. In Reisenberg im Industrieviertel wird an der Errichtung der bereits achten Naturfilteranlage gearbeitet.

Im Juni 2025 erfolgte die Vertragsunterzeichnung mit STRABAG zum Verkauf des internationalen Projektgeschäfts; das Closing der Transaktion wird für Anfang 2026 erwartet.

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