Mittwoch, August 19, 2026

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Die europaweite Hitzewelle hat auch in diesem Sommer vor Österreich nicht Halt gemacht – und verdeutlicht weiter den steigenden Handlungsbedarf im Bereich der Gebäudekühlung. Einer bis 1980 zurückreichenden Datenerhebung zufolge zeigt sich im Bundesländervergleich, dass der Kühlbedarf in Gebäuden vor allem in Wien, im Burgenland und in Niederösterreich überdurchschnittlich gestiegen ist: Die Anzahl der „Kühlgradtage“ („Cooling Degree Days“) hat deutlich zugenommen. Damit verändern sich auch die Anforderungen an Gebäude und deren Betrieb nachhaltig.

Techem-Geschäftsführer Karl Moll
Techem-Geschäftsführer Karl Moll (Foto: Thomas Steinlechner)

Europa gilt als der Kontinent, der sich weltweit durch den Klimawandel am schnellsten erwärmt – mit spürbaren Folgen für Österreich. Vor diesem Hintergrund verändern sich auch die Anforderungen an Gebäude ganz grundlegend – egal, ob es um Büros, Schulen oder Wohnhäuser geht. Denn längere Hitzeperioden führen dazu, dass sich Innenräume auch viel stärker aufheizen. Sie kühlen zudem nachts weniger aus. Und damit gerät der thermische Komfort nachhaltig unter Druck.

„Hitze und ihre Regulierung werden immer mehr zu einer zentralen Herausforderung im Gebäudebetrieb“, bestätigt Karl Moll, Geschäftsführer von Techem Messtechnik. „Es ist deshalb entscheidend, die Auswirkungen dieser Entwicklung transparent zu machen und Gebäude datenbasiert so zu steuern, dass Komfort und Effizienz auch bei steigenden Temperaturen gewährleistet bleiben. Wir müssen gemeinsam die Basis dafür schaffen, dass ein hoher Energieaufwand dabei vermieden werden kann – mit entsprechender Planung und dem klugen Einsatz moderner Technologie.“

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Ost-West-Gefälle bei Hitzerekorden
Wie sehr sich das Hitzeproblem in den Orten und Regionen manifestiert hat, zeigt der neue Techem Hitzeatlas Österreich auf. Er macht die Entwicklung seit 1980 sichtbar. Grundlage der Auswertung sind die sogenannten Kühlgradtage: Sie geben an, wie häufig und intensiv hohe Temperaturen zu einem Kühlbedarf führen. Damit sind sie ein verlässlicher Indikator für die Hitzebelastung. Gab es 1980 österreichweit durchschnittlich noch 1,44 Kühlgradtage, wuchs deren Zahl bis 2025 auf 25,39 an. Konkret besagt ein Kühlgradtag, inwiefern die Differenz aus maximaler und minimaler Tagestemperatur zusätzliche Kühlungsmaßnahmen notwendig macht. Wenn es tagsüber heiß ist, aber in der Nacht weiterhin natürliche Abkühlung erfolgt, ist es durch richtiges Lüften möglich, die Innentemperatur erträglich zu halten. Wenn die nächtliche Abkühlung ausbleibt bzw. weniger Erleichterung bringt – bis hin zu „Tropennächten“ –, dann kann intelligente Gebäudetechnik helfen.

Die Analyse von Techem zeigt auf Basis der Vorjahresdaten eine klare geografische Konzentration: Die Orte bzw. Regionen mit dem meisten Kühlbedarf 2025 lagen im Osten und Süden Österreichs – betroffen sind vor allem Wien, das nördliche Burgenland und Teile Niederösterreichs. Als Top-10 dieser heißesten Orte und Regionen 2025 wurden ausgemacht:

1. Wien
2. Nordburgenland
3. Wiener Umland/Südteil
4. Wiener Umland/Nordteil
5. Weinviertel
6. St. Pölten
7. Südburgenland
8. Linz-Wels
9. Klagenfurt-Villach
10. West- und Südsteiermark

Insgesamt zeigt sich: Der Umgang mit Hitze entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen Aufgabe im Gebäudebetrieb und erfordert ein Zusammenspiel aus Technik, Daten und intelligentem Management. Für Wohnungswirtschaft, Gebäudebetreiber und Kommunen bedeutet das: Hitze muss stärker in Planung, Ausstattung und Betrieb von Gebäuden berücksichtigt werden. Datenbasierte Analysen und intelligente Lösungen werden dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Zur Methodik
Für den Techem Hitzeatlas wurden Kühlgradtage (Cooling Degree Days, CDD) als zentraler Indikator zur Beschreibung der Hitzebelastung herangezogen. Ist die Tagesmitteltemperatur größer oder gleich eines definierten Grenzwerts, wird von einem Kühlgradtag gesprochen. Der Kühlbedarf für die einzelnen Tage wird als Differenz zu einer Grenztemperatur bestimmt. Die verwendete Quelle (agri4cast.jrc.ec.europa.eu) nutzt als Grenzwert 24 °C und als Grenztemperatur 21 °C. Die bei agri4cast angegebenen monatlichen CDD-Werte wurden zu jährlichen Summen aggregiert.

Die Analyse basiert auf Daten der NUTS3-Regionen der amtlichen Statistik der Europäischen Union für Österreich. Zur Darstellung auf Ebene der Bundesländer wurden flächengewichtete Mittelwerte der jeweiligen Regionen berechnet, um die Größen der Regionen zu berücksichtigen. Die aktuelle Hitzebelastung wird anhand der CDD-Werte für das Jahr 2025 dargestellt. Zur Bewertung der langfristigen Entwicklung seit 1980 wurde eine Glättung über dreijährige Mittelwerte vorgenommen.

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