Mittwoch, Oktober 14, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Der Anteil weiblicher Vorstände in den 55 im Wiener Börse Index gelisteten Unternehmen steigt langsam, bleibt aber weiterhin jenseits eines akzeptablen Niveaus. Von den 192 Vorstandsmitgliedern sind nur 24 Frauen.

Der Vorstand als Männerdomäne
Helen Pelzmann, Partnerin EY Law, zeichnet für die Initiative „Women.Fast Forward“ bei EY Österreich verantwortlich.

Mit 12,5 Prozent markiert der Frauenanteil derzeit einen neuen, wenn auch sehr bescheidenen, Höchststand. Gegenüber August 2024 (22 Frauen) kamen zu Jahresbeginn 2025 zwei Frauen hinzugekommen. Zwar zeigt der Langzeitvergleich einen deutlichen Aufwärtstrend in der weiblichen Vorstandbesetzung – seit 2015 hat sich der Frauenanteil mehr als verdreifacht (von sieben auf 24 Personen). Dennoch hat dieser Fortschritt stark an Dynamik verloren. Zu diesem Ergebnis kommt das Mixed Leadership Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, das halbjährlich die Strukturen von Vorständen und Aufsichtsräten der im Wiener Börse Index gelisteten österreichischen Unternehmen analysiert.

Eine weibliche Spitze

Der Vorstand ist und bleibt eine Männerdomäne: 32 von 55 Unternehmen haben derzeit einen rein männlich besetzten Vorstand. Nur ein Unternehmen – die Oberbank AG – hat mehr als eine Frau im Vorstandsgremium.

Zudem gibt es nach wie vor nur eine einzige Frau an der Spitze eines WBI-Unternehmens: Radka Doehring hat in der Immofinanz AG die Position einer Co-CEO inne. Neun Frauen sind als Chief Operating Officer (COO) oder in anderen operativen Funktionen tätig, sieben Vorständinnen als Chief Financial Officer, zwei als Chief Risk Officer. Weitere Positionen umfassen Chief Human Resources Officer, Chief Legal Officer und Chief Scientific Officer.

Radka_Doehring_c_Immofinanz_AG.jpg

Bild: Radka Doehring, Co-CEO der Immofinanz AG, ist die einzige Frau an der Spitze eines österreichischen WBI-notierten Unternehmens.

„Der historische Höchststand beim Frauenanteil in den Vorständen ist zwar ein positives Signal, aber keineswegs ausreichend“, kritisiert Helen Pelzmann, Partnerin (EY Law) und Verantwortliche für die Initiative „Women. Fast Forward“ bei EY Österreich. „Die Unternehmen verpassen die Chance, von unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen zu profitieren. Vielfalt in Führungsgremien führt nachweislich zu besseren Entscheidungen und nachhaltigem Erfolg.“

Neue gläserne Decke

In den Aufsichtsräten liegt der Frauenanteil aufgrund der gesetzlichen Quote höher und beträgt derzeit bei 31,6 Prozent. Insgesamt sind 165 der 522 Mitglieder in den Aufsichtsratsgremien weiblich. Seit 1. Jänner 2018 gilt in den Kontrollgremien der österreichischen WBI-notierten Unternehmen eine Genderquote von 30 Prozent. Der Frauenanteil stieg dadurch deutlich von 19,8 Prozent auf über 31 Prozent – auch diese Entwicklung hat jedoch im Laufe der Jahre an Zugkraft verloren und sank zuletzt sogar geringfügig. Vieles deutet darauf hin, dass sich der Frauenanteil auf dem gesetzlich verankerten Niveau einpendelt – die Arbeiterkammer spricht von einer „neuen, gläsernen Decke auf dem Level der angesetzten Geschlechterquote“.

Sieben Unternehmen haben nach wir vor keine einzige Frau im Aufsichtsrat. In 48 der 55 Unternehmen hält zumindest eine Frau ein Aufsichtsratsmandat, in 38 Unternehmen sogar zwei. Nach Branchen liegt die Transport- und Logistikbranche einem Frauenanteil von 20 Prozent voran, gefolgt von den Sektoren Energie (17,6 %) und Immobilien (16,7 %). In zwei Branchen – Automobilindustrie und Telekommunikation – findet sich in den Vorständen keine einzige Frau.

Die leichte Abnahme des Frauenanteils in den Aufsichtsräten zeige, dass gesetzliche Quoten allein nicht ausreichen, so Pelzmann: „Es bedarf tiefgreifender und weitreichender Maßnahmen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, um langfristige Veränderungen zu bewirken. Dazu gehören unter anderem Gehaltstransparenz, eine Reform der Kinderbetreuung und eine stärkere Einbindung von Männern in Vereinbarkeitsmaßnahmen.“ Die ab 2026 EU-weit geltende Geschlechterquote könnte diesbezüglich ein wichtiger Impuls sein: Mindestens 40 Prozent der Aufsichtsratsposten oder 33 Prozent der Vorstands- und Aufsichtsratsposten sollen dann an Frauen gehen.

 

Firmen | News

Firmen | News
Rohde & Schwarz Networks and Cybersecurity stellt erstmals unter der neuen Firmierung auf der it-sa aus. Mit dem im Juli 2026 erfolgten Zusammenschluss von LANCOM Systems und Rohde & Schwarz Cybersecurity wird Netzwerk- und Cybersecurity-Komp...
Salesforce
12 Oktober 2026
Firmen | News
KI-Agenten verändern die Arbeitsweise der Menschen. Folglich besteht die Aufgabe von Führungskräften darin, das Unternehmen entsprechend neu auszurichten. Unternehmen, die das rechtzeitig erkennen und auch richtig umsetzen, haben eines gemeinsam: Sel...
Firmen | News
07 Oktober 2026
Firmen | News
Wirtschaftliche Volatilität und ein anhaltend hohes Zinsniveau zwingen die österreichische Unternehmenslandschaft im vierten Quartal 2026 zur konsequenten Konsolidierung ihrer Ressourcen. Führungskräfte stehen vor der Aufgabe, gewachsene Strukturen k...
Vertiv
06 Oktober 2026
Firmen | News
Das 2,3-MW-Modell erweitert das Flüssigkeitskühlungsportfolio von Vertiv für Edge-, Colocation- und Hyperscale-KI-Anwendungen. Dank dieser Zertifizierung können Hersteller von KI-Fabriken Kühlprodukte zielgenauer anhand der geltenden NVIDIA DSX-Anfor...

Populär

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2026!

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2027!

Der Wirtschaftspreis eAward zeichnet Digitalisierungsprojekte aus dem Raum...

Best of ... Connectivity

Vernetzung und Kommunikation auf Wasserstraßen, im Außendienst, im Vertrieb, im...
Elektrischer Mercedes-Benz eActros 600 mit Holcim-Silosattelauflieger an einer Ladestation in Mannersdorf, daneben drei Mitarbeiter.

Strom für die schweren Aufgaben

Holcim Österreich und Daimler Truck Austria zeigten im Zementwerk Mannersdorf, welche...
Bürogebäude von Primetals Technologies

Primetals: Brownfield-Conversion auf SAP S/4HANA

Atos hat gemeinsam mit Primetals Technologies ein weiteres internationales...
Visualisierung des Projekts PIER05 an der Seestädter Waterfront mit mehreren Gebäuden direkt am Wasser.

Viermal ÖGNI-Gold für PIER05

Für PIER05 in der Seestadt Wien liegen nun ÖGNI-Gold-Vorzertifikate für alle...
Ein Wolf im Wald zwischen Bäumen

Tierlieb

Manchmal geht das mit dem Naturschutz auch nach hinten los – Zeit, die Krone...

Neue Blog Beiträge

09 Oktober 2026
Architektur, Bauen & Wohnen
Qualitativ hochwertige Sanierungen und energieeffiziente Neubauten sind wesentlich für das Erreichen der Klimaziele. Der klimaaktiv Gebäudestandard mit dem aktualisierten Kriterienkatalog 2026.1 zeigt den Weg – ökologisch sinnvoll, transparent, verlä...
06 Oktober 2026
Europa
Politik
An der Zapfsäule beginnt Geopolitik. Nicht im Konferenzsaal, nicht in Brüssel, sondern dort, wo Pendler, Spediteure und Bauunternehmer merken, dass ohne Diesel alles steht. Ein perfekter Sturm hat sich zusammengebraut. Energieangriffe zwischen Russla...
02 Oktober 2026
Architektur, Bauen & Wohnen
 80 Jahre Sozialpartnerschaft sind 80 Jahre Gespräche, Verhandlungen und gemeinsame Lösungen. Nicht immer war man einer Meinung. Aber in den letzten Jahrzehnten ist man miteinander am Verhandlungstisch geblieben. Genau das hat die Bau-Sozialpart...

Leben & StilView all

Produkte & ProjekteView all