Mittwoch, Juli 06, 2022
Resolution zur aktuellen Krisensituation im Baugewerbe

Die Rohstoff -und Lieferengpässe, mit denen die Baubrnache seit beginn der Corona-Pandemie zu kämpfen hat, spitzen sich durch die Ukraine-Krise weiter zu. Werden nicht rasch effektive Gegenmaßnahmen getroffen, droht auf vielen Baustellen die Einstellung der Bautätigkeit, befürchtet das österreichische Baugewerbe. Robert Jägersberger, Bundesinnungsmeister Bau, (Bild) mit den geboteten Maßnahmen zur Stunde. 

Bereits jetzt mussten einige Unternehmen trotz guter Auftragslage Mitarbeiter beim Frühwarnsystem des AMS anmelden, bei zahlreichen MItgliedsbetrieben befinden sich weitere solcher Anträge in Vorbereitung. Um diese dramatische Entwicklung aufzuhalten, sind aus Sicht des österreichischen Baugewerbes folgende Maßnahmen unerlässlich:

Veränderliche Preise bei öffentlichen und privaten Bauaufträgen

Neue Bauaufträge sollten ab jetzt nur noch zu veränderlichen Preisen ausgeschrieben werden. Als Basis für die Anpassung der Vergütung ist ein sachlich zutreffender Index heranzuziehen. Was bei öffentlichen Bauaufträgen aufgrund der Preissteigerungen und Lieferengpässe mittlerweile zum Standard geworden ist, muss auch für den privaten Bereich verbindlich werden. In diesem Zusammenhang muss auch die Vorgabe fester Preise in diversen Förderbestimmungen der öffentlichen Hand ab sofort unterbrochen werden, damit auch die Gemeinnützige Wohnungswirtschaft ihre Aufträge ausschließlich zu veränderlichen Preisen vergibt.

Vertragsanpassungen bei bestehenden Bauverträgen

Auch bei zu Festpreisen abgeschlossenen Bauverträgen muss die Krisensituation zu einer Vertragsanpassung auf Basis einer indexbasierten Vergütung führen. Genauso im Falle von Lieferengpässen, hier müssen die vereinbarten Fertigstellungstermine entsprechend angeglichen werden. Für eine in der Praxis bereits bewährte Vorgangsweise zur Vertragsanpassung steht der Leitfaden: „Preisveränderungen und Lieferengpässe” der ÖBV zur Verfügung, der von Vertretern seitens der Arbeitgeber - und Arbeitnehmer erstellt wurde. -> Link: www.wko.at/Leitfaden-fuer-Preisveraenderungen-und-Lieferengpaesse

Gegenmaßnahmen zum Energiepreisschock

Angesichts der exorbitanten Energiepreissteigerungen fordert das Baugewerbe das unbedingte Eingreifen der Politik: Neben einer zeitlich begrenzten Refundierung der Mineralölsteuer muss die geplante CO2-Bepreisung ausgesetzt werden.

Die Bauwirtschaft erwies sich in der Corona-Krise als eine zentrale Stütze der Volkswirtschaft und konnte trotz schwieriger Rahmenbedingungen die Produktion und die Beschäftigung aufrecht erhalten. Nun stehen die Baubetriebe vor einer existenziellen Bedrohung, welche die Fortführung der Bautätigkeit substanziell gefährdet. Es ist daher höchst an der Zeit, dass die Rahmenbedingungen für Bautätigkeiten der aktuellen krisensituation angepasst werden, um den Bauunternehmungen das wirtschaftliche Überleben zu ermöglichen.

 

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