Thursday, March 19, 2026

Mehrwert für Manager

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Heimische Unternehmen müssen sich im globalen Wettbewerb mit Innovationskraft und Qualität behaupten. Teamkultur erweist sich dabei als Wachstumsbooster, waren sich die Expert*innen beim 31. qualityaustria Forum im Salzburg Congress einig.

Bild: Anna Rauchenberger

Bild: Werner Paar (Co-Geschäftsführer Quality Austria), Daniela Landherr (The Human Space), Patricia Neumann (CEO Siemens AG Österreich), Christoph Mondl (Co-Geschäftsführer Quality Austria)

Rund 800 Vertreter*innen der österreichischen Wirtschaft folgten am 18. März 2026 der Einladung von Quality Austria, um die Frage nach Wachstum und Qualität in volatilen Zeiten zu diskutieren. Das Thema der diesjährigen Fachtagung lautete „Menschen stärken“.

Gerade in Zeiten von KI und fortschreitender Automatisierung wird klar, dass die Unternehmenskultur über die Qualität und das Wachstum von Organisationen entscheidet. „Ein guter Einzelner gewinnt Spiele. Ein gutes Team gewinnt Meisterschaften. Sowohl die Unternehmens- als auch die Teamkultur sind heute spielentscheidend“, sagten die beiden Co-Geschäftsführer der Quality Austria Holding, Werner Paar und Christoph Mondl, in ihrem Eröffnungsvortrag. „Gemeinsame Ziele und klare Rollen, eine offene Kommunikation und eine gelebte Feedbackkultur fördern den unternehmerischen Erfolg, erhöhen das Produktivitätswachstum und können zu einem höheren Return on Investment führen. Managementsysteme bilden die Basis für erfolgreiche Unternehmenskulturen.“

In Zeiten hoher Dynamik und Komplexität entscheide nicht mehr nur die Fachkompetenz einzelner Personen über Qualität, sondern vor allem, wie offen Teams miteinander arbeiten. Ein zentraler Faktor ist die psychologische Sicherheit. In einer Umgebung, in der Menschen auf Risiken hinweisen, Fragen stellen und ohne Angst vor Bloßstellung Fehler sichtbar machen können, arbeiten sie produktiver.

Studien zeigen, dass Teams mit hoher psychologischer Sicherheit langfristig besser performen. „Qualität entsteht nicht nur in Prozessen und Normen, sondern im Verhalten von Teams. Dort, wo Menschen sich trauen, Probleme und Fehler früh anzusprechen und voneinander zu lernen, entsteht echte Qualität“, erklärte Daniela Landherr, Founder & CEO von The Human Space, in ihrer Keynote. Nachhaltige Qualität und Wachstum könnten sich nur entfalten, wenn Lernen möglich sei: Fragen, Feedback und konstruktiver Widerspruch sind Zeichen für eine gute Unternehmenskultur.

Teamkultur als Performancefaktor

Dass die Teamkultur über den Erfolg entscheidet, bestätigte auch Bernhard Neuhold, Geschäftsführer der ÖFB Wirtschaftsbetriebe GmbH: „In komplexen Strukturen entscheiden die handelnden Personen auf allen Ebenen über den Erfolg einer Organisation. Eine klare Strategie in Verbindung mit einer Priorisierung von Themen ist unabdingbar, um im nationalen und internationalen Vergleich reüssieren zu können.“ Neuhold verwies auch auf die Komplexität ganzheitlichen Denkens in föderalen Systemen. Optimierung in der Spitze dürfe dabei kein Widerspruch zur Förderung der Breite sein.

Eine Kultur des Wachstums und der Veränderung sieht auch Patricia Neumann, CEO der Siemens AG Österreich, als Grundlage für nachhaltigen Erfolg. Die Managerin setzt einen Fokus auf Eigenverantwortung, Leadership und Flexibilität, wodurch Mitarbeitende zu autonomen Entscheidungen empowert werden. Denn gerade in volatilen Zeiten ist eine schnelle Anpassung an Marktveränderungen nur durch eine offene Unternehmenskultur möglich. Das betrifft auch neue technologische Entwicklungen, die Eingang in die gemeinsame Unternehmensvision finden müssen. So reduzieren etwa automatisierte Prozesse die Komplexität und steigern die Produktivität. Die Integration von KI-Technologien in die Unternehmensabläufe geht noch einen Schritt weiter, macht die Entwicklung skalierbar und ermöglicht zukunftssichere Lösungen. Entscheidend sind für Neumann agile Strukturen, die schnelle Umsetzungsprozesse ermöglichen: „Wenn wir über Transformationen sprechen, dann sprechen wir über Menschen, Prozesse und Ideen. Wachstum ist nichts Kurzfristiges oder eine vorübergehende Phase, sondern ein langfristiger und beständiger Prozess. Eine Growth Culture bedeutet, Veränderungen bewusst zu führen und dabei Innovation gezielt voranzutreiben.“

Besser werden

Menschen und Teams brauchen Orientierung auf Basis von Regeln. In der Antike und im Mittelalter gaben Zünfte die Qualitätsregeln vor. Die Industrialisierung des 19. und 20. Jahrhunderts brachte Endkontrollen durch Inspektoren. Erst seit den 1980ern wird Qualitätsmanagement als Managementaufgabe verstanden. Infolgedessen haben sich Managementsysteme etabliert, weiterentwickelt und sichern heute die Qualität in Unternehmen und Organisationen.

„Wachstum braucht Struktur. Historisch bildet die ISO 9001 das Rückgrat aller Managementsysteme. In den 2000ern wurde das ISO-Universum erweitert und wir haben uns von der Qualitätskontrolle zum Qualitätsmanagement weiterentwickelt. Daraus kann eine Qualitätskultur entstehen, die für das Wachstum unerlässlich ist. ‚Structure follows strategy‘ gilt in weiterer Folge auch hier“, erläuterte Thomas Waldner, Product Management Quality bei Quality Austria. „Die Herausforderung für Organisationen ist es, das implementierte Managementsystem so zu gestalten, dass es gut anwendbar und offen ist und auf allen Ebenen wirkt – unabhängig von der Herkunft der Anforderungen wie Qualität, Umwelt, Recht, Compliance, Energie oder Gesetzen und Verordnungen“, so Waldner: „Kurz gesagt: alle Anforderungen, alle Quellen, aber ein Managementsystem.“

Die Expertinnen und Experten des 31. qualityaustria Forums sind sich einig: Wachstum beginnt bei den Menschen – vor allem dort, wo sie vertrauen, lernen und sich entfalten dürfen. Damit nachhaltiges Wachstum gelingt, brauchen Teams neben der gemeinsamen Kultur auch die notwendigen Werkzeuge. Die Kombination aus menschlicher Arbeitskraft, integriertem Managementsystem und einer gelebten Unternehmenskultur führt zu langfristigem und gesundem Wachstum. Dabei bedeutet Wachstum nicht zwangsläufig, immer größer zu werden, sondern vor allem besser. Denn nur mit einem nachhaltigen und glaubwürdigen Qualitätsversprechen können der österreichische und der europäische Wirtschaftsstandort gesichert werden.

www.annarauchenberger.com / Anna Rauchenberger - Salzburg, Austria - 18.03.2026 - Quality Austria Forum im Salzburg Congress. FOTO v.l.: Dr. Werner Paar, Geschäftsführung, Quality Austria, Mag. Bernhard Neuhold, Geschäftsführer, ÖFB Wirtschaftsbetriebe GmbH, Mag. Christoph Mondl, Geschäftsführung, Quality Austria, DI (FH) Thomas Waldner, Product Management Quality, Quality Austria

Bernhard Neuhold (ÖFB Wirtschaftsbetriebe GmbH), Christoph Mondl (Co-Geschäftsführer Quality Austria), Thomas Waldner (Product Management Quality, Quality Austria)

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