Tuesday, June 16, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Das Inkrafttreten der DSGVO im Jahr 2018 läutete eine neue Ära des Datenschutzes in der EU ein. Zumindest auf dem Papier. Verbraucher:innen erhielten die nötigen Mittel, um ihre Grundrechte einzufordern, während Behörden umfangreiche Ermittlungsbefugnisse erhielten. Eine davon: Die Verhängung hoher Geldstrafen. "Fast sieben Jahre später ist die Realität leider deutlich ernüchternder", heißt es in einer Aussendung der Datenschutz-Organisation noyb.

Bild: iStock

Anlässlich des diesjährigen Datenschutztages am 28. Januar, hat noyb aktuelle EDSA-Statistiken über die (Un-)Tätigkeit der nationalen Datenschutzbehörden analysiert. Die Daten zeigen, dass im Durchschnitt nur 1,3% aller Fälle vor den Datenschutzbehörden zu einer Geldstrafe führen. Laut Datenschutzexperten sind Geldstrafen jedoch das wirksamste Mittel, um Unternehmen zur Einhaltung der Gesetze zu bewegen.

Einige Datenschutzbehörden scheinen zwar weitaus höhere Strafen zu verhängen als andere, insgesamt liegen die Zahlen jedoch alle im einstelligen Prozentbereich – oder sogar darunter. Mit Strafen in 6,84% aller Fälle (Beschwerden und selbst initiierte Verfahren) zwischen 2018 und 2023 führt die slowakische Datenschutzbehörde die Statistik an. Es folgen Bulgarien (4,19 %), Zypern (3,12 %), Griechenland (2,65 %) und Kroatien (2,54 %). Am anderen Ende des Spektrums hat die niederländische Behörde in 0,03 % aller Fälle eine Strafe verhängt, dicht gefolgt von Frankreich (0,10 %), Polen (0,18 %), Finnland (0,21 %), Schweden (0,25 %) und Irland (0,26 %). Österreich liegt mit 1,10 % im Mittelfeld.

nyob hat dazu eine interaktive Karte erstellt (Link).

nyob-Gründer Max Schrems dazu: "Die europäischen Datenschutzbehörden haben alle erforderlichen Mittel, um DSGVO-Verstöße angemessen zu ahnden und Bußgelder zu verhängen. Stattdessen ziehen sich die Verhandlungen oft über Jahre hinweg in die Länge – und enden nur selten im Sinne der Betroffenen."

 

Populär

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2026!

Der Wirtschaftspreis eAward zeichnet Digitalisierungsprojekte aus dem Raum...

Cybersecurity im Fadenkreuz

Digitale Sicherheit ist längst Chefsache. KI-gestützte Angriffe, geopolitische...

Aus der Praxis: Verlust des Werklohns

In der Rubrik „Aus der Praxis“ gibt Roland Weinrauch, Weinrauch Rechtsanwälte, den Leser*innen...

Die Meinungsführer*innen: Führungskräfte auf LinkedIn

LinkedIn ist die mit Abstand wichtigste Businessplattform im Netz. Exklusiv...

Aus für Sanierungsbonus: Das sagt das Ministerium

Am 2. Februar verkündete das Umweltministerium das überraschende Aus für die...

Neue NÖ Bauordnung ab 1. März in Kraft

Mit 1. März 2026 tritt die umfassende Novelle der Niederösterreichischen...

Eventtipp: Enquete KI 2026

In einer Zeit, in der Unternehmen mit dauerhaft hohen Energiepreisen,...

Forschungsprämie als wichtiger Joker

Ende 2025 wurde die Forschungsprämien-Verordnung in Österreich novelliert....

Was CFOs 2026 erwartet

Die Finanzchef*innen der Unternehmen werden zu strategischen Architekt*innen...

Strabag plant weiteres Wachstum im Vereinigten Königreich

Die Strabag steht vor der Übernahme des britischen Spezialtiefbauunternehmens...

Die Zukunft war früher auch besser

In der Welt- und Wirtschaftspolitik folgt eine Hiobsbotschaft auf die andere....

Ranking: Die besten Arbeitgeber der Baubranche

Das Wirtschaftsmagazin Trend hat in Kooperation mit Statista, kununu und Xing...

Leben & StilView all

Office & TalkView all

Produkte & ProjekteView all