Wednesday, June 03, 2026

Mehrwert für Manager

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Der Alltag von Führungspersönlichkeiten ist heute von hoher Entscheidungsdichte und permanentem Wandel geprägt. Wie behält man dabei den Blick für Werte und Sinnorientierung bei? Diesen Themen widmete sich eine Podiumsdiskussion im Gesellschafts- & Wirtschaftsmuseum Wien, zugleich der öffentliche Auftakt des neuen Zentrums für Unternehmerische Nachhaltigkeit an der Universität für Weiterbildung Krems. Auf dem Podium diskutierte unter anderem dessen Leiterin Marisa Mühlböck.

Bild: iStock

Eingeladen hatte der Alumni-Club der Universität für Weiterbildung Krems im Rahmen seiner Reihe „Blue Hour". Unter dem Titel „Der innere Kompass. Wie Führungspersönlichkeiten Unternehmen im Wandel prägen“ diskutierten nach einer Führung durch die aktuelle Ausstellung Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Unternehmenspraxis.

Moderiert wurde die Runde von Lukas Zenk, Professor für Innovationsforschung an der Universität für Weiterbildung Krems. Neben Marisa Mühlböck waren die Unternehmerin und ausgebildete Psychotherapeutin Marie Skrein sowie Gerlinde Tröstl-Katinger, Vorständin der Metagro Edelstahltechnik AG, zu Gast.

Was ein gelungenes unternehmerisches Leben ausmacht

Den thematischen Auftakt lieferte Marisa Mühlböck mit aktuellen Forschungsergebnissen zum unternehmerischen Wohlbefinden. Finanzielle Ziele allein seien für viele Unternehmerinnen und Unternehmer nicht ausschlaggebend. Ebenso wichtig für ein erfülltes unternehmerisches Leben seien Selbstentfaltung, Selbstbestimmung, gelungene Beziehungen und Sinnhaftigkeit.

Das Unternehmertum beschrieb sie als „Achterbahnfahrt", geprägt von hoher Entscheidungsdichte und permanentem Wandel, was nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch die persönliche Lebensqualität beeinflusse.

Mühlböck stellte dabei zwei Glückskonzepte einander gegenüber: „Hedonia" als kurzfristige Bedürfnisbefriedigung und „Eudaimonia", das Erfüllungsglück, das auf Sinn, Verbundenheit und persönlichem Wachstum beruht und damit das langfristig stabilere und gleichzeitig nachhaltigere Modell darstellt.

Der „innere Kompass“ ist entscheidend

Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung galt der Frage, wie Menschen in komplexen Veränderungsprozessen Orientierung finden. Die Vortragenden betonten die enge Wechselwirkung von Fühlen, Denken und Handeln: Neben rationalen Entscheidungen spielten auch Wahrnehmungen, Emotionen und körperliche Empfindungen eine wesentliche Rolle dabei, wie Menschen Veränderungen bewältigen. Hervorgehoben wurde zudem die Bedeutung von Vertrauen in junge Menschen, denen man Verantwortung übertragen und Räume zum Ausprobieren schaffen müsse. Eine offene Fehlerkultur galt dabei als wesentliche Voraussetzung.

Die Diskussion machte deutlich, dass moderne Führung nicht allein auf strategischen Fähigkeiten beruht. Gefragt sind ebenso Selbstreflexion, emotionale Kompetenz und der konstruktive Umgang mit Unsicherheit. Gerade in Zeiten technologischer und gesellschaftlicher Umbrüche fördert die Beschäftigung mit dem “inneren Kompass” gleichzeitig die nachhaltige Transformation von Unternehmen.

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