Mittwoch, Oktober 28, 2026

Mehrwert für Manager

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Digitale Technologien verändern Wirtschaft, Verwaltung, Medien und Gesundheitswesen in rasantem Tempo. Gerade in Zeiten globaler Unsicherheit und tiefgreifender technologischer Umbrüche stellt sich zunehmend die Frage: Wie lassen sich Innovationskraft und menschliche Werte in Einklang bringen? Mit ihrem neuen Sammelband„Management Guide Digitaler Humanismus“liefern msg Plaut CEOGeorg Krauseund DigitalisierungsexperteMartin Giessweindarauf eine praxisorientierte Antwort. Im Management Club Wien diskutierten sie vor zahlreichen Gästen aus Top-Management, IT-Führung, Medien und Wissenschaft über konkrete Werkzeuge, Methoden und Governance-Modelle für eine verantwortungsvolle digitale Transformation.

„Unternehmen gestalten unsere digitale Welt aktiv mit. Daraus erwächst für Führungskräfte eine doppelte Verantwortung: technologische Fortschritte zu nutzen und sie zugleich an humanistischen Werten auszurichten“, betont Martin Giesswein, AI Program Director an der WU Executive Academy. Georg Krause ergänzt: „Der Fokus unseres Buches liegt auf dem operativen ‚Wie‘. Digitale Transformation darf nicht nur effizient sein – sie muss auch verantwortungsvoll, transparent und wertebasiert gestaltet werden.“

Im Podiumsgespräch wurde deutlich, wie unterschiedlich – und zugleich ähnlich – sich Verantwortung in verschiedenen Systemen manifestiert. Roland Ledinger, Geschäftsführer des Bundesrechenzentrums, verwies auf die besondere Tragweite der Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung. Dabei müsse eindeutig geregelt sein, wer die Letztentscheidung trifft. Es ist somit auf eine Ausgewogenheit zwischen digital Machbarem und den Menschen Zumutbarem gefunden werden.

Univ.-Prof. Dr. Siegfried Meryn, Internist und renommierter Gesundheitsexperte brachte die Perspektive des Gesundheitswesens ein. KI verändere nicht nur Diagnostik und Therapieprozesse, sondern auch die Verantwortung von Ärztinnen und Ärzten sowie die Führungsstrukturen medizinischer Organisationen. Astrid Zöchling, CIO des ORF, unterstrich die Herausforderung, Innovation mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag in Einklang zu bringen. Der Einsatz von KI müsse stets im Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt, Effizienz und gesellschaftlicher Verantwortung erfolgen.

Verena Krawarik, Leiterin des Innovationshubs APA-medialab der Austria Presse Agentur und Mitglied des KI-Beirates der österreichischen Bundesregierung, hob die zentrale Rolle von Vertrauen im Medienbereich hervor. Beim Einsatz KI-gestützter Prozesse brauche es klare redaktionelle Leitplanken, transparente Standards und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse.

Auch aus unternehmerischer Sicht machte Krause deutlich: KI ist längst kein reines IT-Thema mehr. Sie verändert Macht- und Entscheidungsstrukturen und wird damit zur strategischen Führungsfrage. Gleichzeitig, so Giesswein, müssten Führungskräfte gezielt darauf vorbereitet werden, algorithmische Systeme verantwortungsvoll zu steuern und einzuordnen.


Über das Buch
er „Management Guide Digitaler Humanismus“ vereint praxisnahe Beiträge erfahrener Unternehmensvertreter:innen und Wissenschaftler:innen. Von Unternehmenskultur über Strategien bis zu Geschäftsmodellen zeigen die Beiträge, wie digitale Transformation menschenzentriert gelingen kann. Im Mittelpunkt stehen konkrete Anwendungen, messbare Erfolge und erprobte Umsetzungsansätze aus unterschiedlichen Branchen.

Das Buch ist unter https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-49869-6 erhältlich.

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