Donnerstag, Mai 30, 2024

Cybersicherheit geht heute über den typischen Aufgabenbereich der IT hinaus. Denn die Verbindung mit weniger sicheren Techniksystemen für Heizung, Lüftung, Klimaanlage, Beleuchtung, Energiemessung oder Zugangskontrolle kann intelligente Gebäude anfällig für Cyberangriffe machen.

Der Wert von vernetzten Gebäudesystemen liegt auf der Hand, jedoch ist die Verwaltung und Verringerung der Angriffsfläche eine größere Herausforderung als je zuvor. Die zunehmende Anzahl von Verbindungen IoT-fähiger Geräte vergrößert die Angriffsfläche, dadurch sind Organisationen anfälliger denn je. Ohne Schutz können vernetzte Systeme die kritischen Daten oder digitalen Prozesse eines Unternehmens zugänglich machen und das Risiko eines Sicherheitsverstoßes erhöhen.

Cybersicherheit – eine neue Herausforderung

Im Laufe der Zeit haben sich Gebäudesysteme verändert. Vormals getrennte Gebäudesysteme, wie HLK, Sicherheit, Brandmeldeanlagen, Aufzüge und Gebäudeautomation, werden heute in ein einziges Netzwerk integriert, um Abläufe und Energieeffizienz zu optimieren. Das ermöglicht eine nahtlose Kommunikation zwischen diesen Systemen und eine kontinuierliche Überwachung im gesamten Gebäude. Die Systemintegration verbessert die Sicherheit, erhöht die Kontrolle und den Komfort, reduziert Fehlalarme und spart Geld und Energie.

Der Zugriff auf integrierte Systeme erfolgt zunehmend über Managementsysteme und Remote-Plattformen. Der Fernzugriff erleichtert die Verwaltung von Notfalleinsätzen sowie die Steuerung und Reparatur von Systemen, birgt aber auch Sicherheitsrisiken. Eine robuste Cybersicherheit wird zur Notwendigkeit. Gebäudesysteme könnten manipuliert und somit selbst gestört oder als Zugang zu weiteren Systemen ausgenutzt werden. Wenn integrierte Systeme über einen der Kommunikationswege angegriffen werden, stehen Leben und die Sicherheit von Werten auf dem Spiel. Um die Sicherheit in der vernetzten Welt zu erhöhen, ist es wichtig, die Cybersicherheit ganzheitlich zu betrachten.

Integrierte Sicherheit im Gebäude

Etwa die Hälfte der IP-verbundenen Geräte in einem Gebäude sind heute beispielsweise IP-Kameras, IoT-Geräte und OT-Geräte. Diese erschweren es den Sicherheitsteams, die Netzwerke zu patchen und zu verwalten. Deshalb ist es wichtig, dass die Geräte über integrierte Sicherheitsfunktionen verfügen. So bringt Siemens mit dem Feature »BACnet Secure Connect« für das Gebäudeautomationssystem BACnet Sicherheit auf der Geräteebene direkt in das Kommunikationsprotokoll. Findet ein*e Hacker*in trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Weg in ein System, kann BACnet/SC die letzte Verteidigungslinie sein.

Die Zahl der in IoT-Netzen verknüpften Geräte und Komponenten steigt – mit entsprechenden Herausforderungen für die Sicherheit, die Netzwerke lückenlos auf dem technisch neuesten Stand zu halten.

Das Engagement von Siemens im Bereich der Cybersicherheit ist vielschichtig. Dazu gehören die Unterstützung anderer Unternehmen mit Cybersecurity-Services, wie dem Cyber Security Gap Assesment, sowie Lösungen und Produkte, die zum Beispiel eine sichere, zertifikatsbasierte und verschlüsselte Kommunikation bieten. An erster Stelle steht »Security by Design«, ein durchgängiger Ansatz bei der Produktentwicklung, der Sicherheit von Anfang an einbezieht. Dazu gehört ein ständiger Zyklus von Tests, Verbesserungen und Weiterentwicklungen, um die Produkte und Lösungen auf dem neuesten Stand zu halten.

Darüber hinaus ist das Technologieunternehmen Gründungsmitglied der globalen Charter of Trust, die verbindliche Regeln und Standards fordert, um das Vertrauen in die Cybersicherheit zu stärken und die Digitalisierung voranzutreiben. Die Betriebstechnik (OT) ist das Rückgrat eines funktionierenden Gebäudes. Die Verbesserung der Sicherheit von OT-Systemen bedeutet, dass die Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit der physischen Geräte geschützt werden müssen. Für Unternehmen steht viel auf dem Spiel, aber sie benötigen auch die Vorteile von Smart-Building-Anwendungen, um ihre Ziele in Bezug auf Effizienz, Raumflexibilität, Nutzerkomfort und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu erreichen. Cyberangriffe sind auf dem Vormarsch, und es wird versucht, die neuen vernetzten Systeme auszunutzen, um auf sensible Daten zuzugreifen oder den Betrieb zu sabotieren. Eine verbesserte Sicherheitslösung für OT-Netzwerke ist erforderlich, um intelligente Gebäude zu schützen.

Die Idee: Mit der Digitalisierung werden ­Arbeitsabläufe vereinfacht und auch stets mit Sicherheitsfeatures unterfüttert.

Sicherheit als Geschäftsgrundlage

Als Komplettanbieter für Gebäude umfasst das Siemens-Sicherheitsportfolio Zutrittskontrolle, Video- und Einbruchmeldetechnik, Cybersecurity und vieles mehr. Die umfangreiche Kompetenz des Unternehmens ermöglicht es, auf spezielle Anforderungen und Prozesse angepasste Sicherheitslösungen aus einer Hand anbieten zu können. Dabei verschmelzen klassische Sicherheitsgewerke aus der Mechanik wie zum Beispiel Schrankenanlage, Vereinzelung, Schlösser, Beschläge und dergleichen mit elektronischen – dazu gehören etwa Video-, Einbruchmeldetechnik und Zutrittskontrolle. Die Siemens-Expert*innen ergänzen diese bei Bedarf mit einer übergeordneten Managementsoftware und jeder Menge Third-Party-Schnittstellen. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz gelingt es, Kundenprozesse durchgängig abzubilden und Lösungen mit Mehrwert zu schaffen.

Mit Serviceleistungen regional vor Ort oder der Möglichkeit, digital durch das »Siemens Advanced Service Center« und den entsprechenden Migrationskonzepten bleiben Sicherheitslösungen immer up to date und können auch rasch auf sich ändernde Anforderungen angepasst werden. Der längere Lebenszyklus steigert die Investitionssicherheit. Durch die Digitalisierung können außerdem Arbeitsabläufe in Unternehmen vereinfacht werden, egal ob in der Portierloge, Personal- oder IT-Abteilung, ob bei der Sicherheitsfachkraft, in der Betriebsfeuerwehr oder innerhalb des Facilitymanagements. Mit den richtigen Daten sinnvoll eingesetzt steigert das die Effizienz und Zusammenarbeit der Stellen.


BACnet Secure Connect

Für Unternehmen ist es Zeit, sich auf die Einführung neuer Technologien vorzubereiten, um die Sicherheit von Gebäudeautomationssystemen zu erhöhen. »BACnet Secure Connect« ist der nächste Schritt auf dem Weg zu einem interoperablen und sicheren »Building Automation System«. Die neue BACnet/SC Data-Link-Layer-Option ist eine bedeutende Aktualisierung des BACnet-Standards. Durch BACnet/SC-Upgrades investieren die Kunden nicht nur in Cybersicherheit auf dem letzten Stand der Technik, sondern auch in die Möglichkeit, ihr Building Automation System auf zukünftige Anforderungen vorzubereiten – wenn laufende neue Innovationen in der intelligenten Gebäudetechnik verfügbar werden.

(Bilder: iStock) 

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