Montag, Juli 13, 2026

Mehrwert für Manager

Ticker

Synergien nutzen


Schulungsangebote und ESG-Tools schießen wie Pilze aus dem Boden. Doch anstelle das Rad neu zu erfinden, sollten bestehende Strukturen neu gedacht werden.

Die Anforderungen an Unternehmen punkto Verbesserungsfähigkeit, Agilität und Nachhaltigkeit werden immer größer. Doch anstatt das Unausweichliche zu verteufeln, lohnt ein Blick auf die daraus entstehenden Möglichkeiten. Zudem gibt es in fast allen Unternehmen schon jetzt Abteilungen und Mitarbeitende, denen diese Themen wichtig sind und die Veränderungen vorantreiben. Neben diesen werden mittlerweile neue Stellen oder Abteilungen aufgebaut, die unter der Bezeichnung Nachhaltigkeit, Sustainability oder ESG laufen. In der Praxis zeigt sich häufig, dass diese Expert*innen wenig Kontakt zueinander haben. Somit werden Synergien oftmals nicht genutzt. Daher empfiehlt es sich folgende wichtige Fragen zu klären:

- Wer beziehungsweise was ist schon vorhanden – Abteilungen, Verantwortliche, Systeme zur Prozessverbesserung?

- Welche Anforderungen gibt es jetzt und in absehbarer Zukunft, sowohl aus regulatorischer als auch Marktperspektive? Hier sind mit hoher Wahrscheinlichkeit rechtliche Vorgaben wie die EU-Regelungen CSRD (Nachhaltigkeitsberichtspflicht und Berichterstattung nach dem ESRS – European Sustainability Reporting Standard), CBAM (CO2 Grenzausgleich für den Import CO2 intensiver Güter aus Drittstaaten) oder CSDDD (Lieferkettensorgfaltsgesetz) zu nennen. Von Zulieferunternehmen werden häufig ESG-Ratings wie EcoVadis gefordert oder für Finanzierungen sind entsprechende Daten, zum Beispiel über den ÖKB Datahub in Österreich, bereitzustellen.

- Was wird schon gemacht? In diesem Schritt ist es relevant, einen Überblick über die Berichte und Audits und vor allem die dazugehörigen Datenerhebungen zu bekommen. Welche Prozesse gibt es bereits und welche Tools werden eingesetzt?

- Wie kann man diese Anforderungen sinnvoll kombinieren?

Die Mitarbeitenden, die im Wertschöpfungsprozess tätig sind, fragen sich oftmals was der ganze Aufwand soll. Meist dann, wenn jemand aus der Zentrale kommt, Daten und Berichte abfragt oder Prozessbestätigung macht. Das hält die operativ arbeitenden Menschen von ihrer Tätigkeit ab. Daher braucht es eine griffige Erklärung, warum die Nachhaltigkeits- und Verbesserungsarbeiten nötig, sinnvoll und nützlich sind. Das reicht von der Sicherung der Arbeitsplätze und Wettbewerbsvorteilen über die Einsparung von Ressourcen bis zum Erhalt des Lebensraums. Die Argumentation ist individuell im jeweiligen Unternehmen und nach der Zielgruppe zu überlegen.

Um den Aufwand so gering wie möglich zu halten, ist es wichtig Synergien der Zentralabteilungen zu schaffen. Wir haben beispielsweise mit Kunden*innen entsprechende Reifegrad-Assessments von Standorten entwickelt, die neben der Prozessverbesserung auch Nachhaltigkeitskriterien adressieren. Lean Goes Green in der Praxis sozusagen.

Die Prozessverbesserung hat auch meistens direkten Einfluss auf Nachhaltigkeitsindikatoren. Werden beispielsweise Logistik-Prozesse verbessert, macht sich durch weniger Transportaufwand und damit auch weniger Emissionen bemerkbar. Oder werden bei der Supply-Chain-Optimierung Kriterien wie Local-for-Local, EPP (Enviromental Preferable Purchase) oder soziale Aspekte mitgedacht, hat das entsprechende Einflüsse.

Ein altes Sprichwort im Qualitätswesen lautet: Es gibt in einem Unternehmen niemanden der nicht zur Qualität beiträgt. Genauso verhält es sich auch mit der Nachhaltigkeit. Sie wird zur Einflussgröße, die nicht mehr weggeht. Nutzen wir also die Vorteile und Chancen daraus.

Bild: iStock

×
Stay Informed

When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.

Resiliente Lieferketten – Ein neuer Hype?
Private 5G: Werden Drohnen 2024 zum Überflieger?

By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/

Firmen | News

Nagarro
07 Juli 2026
Firmen | News
Warum sich der Erfolg von KI-Projekten erst nach der Einführung entscheidet. Manche Prinzipien gelten unabhängig von Branche oder Sport. Während bei der Fußball-WM gerade Millionen Menschen über Aufstellungen, Taktik und Favoriten diskutieren, erlebe...
Firmen | News
07 Juli 2026
Firmen | News
Klickvinyl hat sich als pragmatische Antwort auf knappe Renovierungszeiten und steigende Designansprüche etabliert. Der Belag lässt sich schwimmend und ohne flächigen Klebstoff verlegen, ist strapazierfähig und kommt der Optik natürlicher Holzböden i...
Vertiv
02 Juli 2026
Firmen | News
Das neue Werk stärkt die regionale Produktion, die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette sowie die Implementierungskapazitäten für Stromversorgungs-, Kühlungs- und integrierte Infrastrukturlösungen Vertiv, ein weltweit führender Anbieter für kritische...
Firmen | News
02 Juli 2026
Firmen | News
Zwei Tage vollgepackt mit Keynotes, Workshops und Networking – das war die techConference 2026 von Microsoft in der Messe Wien. Neben KI und anderen IT-Trends stand dabei das Thema Security besonders im Fokus. Axians steuerte dazu einen Workshop zum ...

Neue Blog Beiträge

06 Juli 2026
Mensch und Gesellschaft
Politik
Vor etwa zehn Jahren durfte ich in meiner Funktion als Leiter der Abteilung Compliance bei Casinos Austria ein Seminar in den Räumlichkeiten der FIFA in Zürich besuchen. Der Verband gab sich damals demonstrativ geläutert. Man sprach von Reformen, von...
06 Juli 2026
Architektur, Bauen & Wohnen
Der steuerfinanzierte Waldfonds verfolgt legitime Ziele wie Klimaschutz, nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Stärkung regionaler Wertschöpfung. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Diskussion jedoch deutlich, dass die konkrete Ausgestaltung zunehmend ...
29 Juni 2026
Intelligente Netze
Europa
Mensch und Gesellschaft
Am 26. Juni 2026 lud epicenter.works zu einem Fireside Chat mit dem US-amerikanischen Experten für Kryptographie und Computersicherheit Bruce Schneier ins traditionsreiche Café Alt Wien. Thomas Lohninger führte durch ein gutes halbe Stunde dichtes Ge...