Regierungsplan macht Sozialbetrug billiger. Baugewerkschaft fordert Änderungen
Die Strafen werden minimiert, Mindeststrafen abgeschafft. Sozialbetrug im großen Stil wird billiger.
Während die Strafen wegen Unterentlohnung eines einzigen Arbeitnehmers höher werden, wird es billiger, je mehr Arbeitnehmer betroffen sind. Je größer und organisierter der Sozialbetrug ist, umso billiger wird es. Das ist eine noch größere Wettbewerbsverzerrung gegenüber allen korrekten Unternehmen.
Bei Lohndumping bei vier ArbeitnehmerInnen kann nach alter Rechtslage die Strafe 8.000 bis 80.000 Euro betragen, nach dem Regierungsplan nur mehr 0 bis 20.000 Euro. Bei einem Fall mit 100 ArbeitnehmerInnen betrugen Strafen zwischen 200.000 bis 2 Mio. Euro, in Zukunft werden es 0 bis 100.000 Euro sein.Weitere Kritikpunkte
Die Verweigerung der Betretung einer Baustelle zur Kontrolle hat als Höchststrafe nur mehr 40.000 Euro Strafe. Es kann sich also bei großem Sozialbetrug rechnen, den Zutritt zur Baustelle zu verweigern, wenn man für diese Weigerung nur 40.000 Euro Strafe zahlt, in Wahrheit aber 100.000 Euro fällig wären. Laut Finanzpolizei steigen die Vereitelungen von Kontrollen massiv an. Des Weiteren gilt bei Montagen in Österreich von ausländischen Unternehmen bis zu drei Monate der Billiglohn aus dem Herkunftsland.
Unsere vier dringend notwendigen Änderungsvorschläge könnten aufgrund der Blockade im Bundesrat noch eingearbeitet werden
- Die Mindeststrafe darf nicht bei 0 Euro liegen, sondern muss zumindest die Höhe des Schadens betragen;
- Höchststrafen müssten höher angesetzt sein, ebenso bei der Vereitelung von Lohnkontrollen;
- Beseitigt werden muss das große Ungleichgewicht zwischen der Bestrafung kleiner Vergehen von kleinen Unternehmen einerseits und Sozialbetrug und Unterentlohnung im großen Stil andererseits;
- Das Montageprivileg soll, wie von der EU vorgeschlagen, nur einen Monat gelten und nicht drei.
Wir als Sozialpartner kämpfen seit Jahrzehnten gemeinsam gegen Sozialbetrug auf Baustellen – dann kommt die Regierung mit so einem Vorschlag daher – so geht das nicht!
- Höchststrafen müssten höher angesetzt sein, ebenso bei der Vereitelung von Lohnkontrollen;
- Beseitigt werden muss das große Ungleichgewicht zwischen der Bestrafung kleiner Vergehen von kleinen Unternehmen einerseits und Sozialbetrug und Unterentlohnung im großen Stil andererseits;
- Das Montageprivileg soll, wie von der EU vorgeschlagen, nur einen Monat gelten und nicht drei.
Wir als Sozialpartner kämpfen seit Jahrzehnten gemeinsam gegen Sozialbetrug auf Baustellen – dann kommt die Regierung mit so einem Vorschlag daher – so geht das nicht!
Stay Informed
When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.
About the author
Josef Muchitsch ist Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau Holz und Abgeordneter zum Nationalrat.
By accepting you will be accessing a service provided by a third-party external to https://www.report.at/
Firmen | News
Redaktion
17 June 2026
In den letzten Jahren hat sich tragbare Technologie deutlich weiterentwickelt und stark verändert. Während Smartwatches und Fitness-Tracker längst zum festen Bestandteil des täglichen Lebens geworden sind, rückt mit den smarten Brillen eine andere Ge...
Südtirol
17 June 2026
Bild: Die Berghütte Oberholz am Fuße des imposanten Latemar-Massivs (Bildquelle: IDM Südtirol-Alto Adige/Finn Beales). Südtirol ist vielen vor allem für seine traumhafte Landschaft und den boomenden Tourismus ein Begriff. Südtirol steht aber auc...
Vertiv
16 June 2026
Die Übernahme soll die Kompetenzen im Bereich Wärmemanagement sowie die Produktionskapazitäten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika stärken, um Rechenzentren mit hoher Dichte zu unterstützen Vertiv, ein weltweit führender Anbieter für kritische digi...
LANCOM Systems
09 June 2026
Berlin war Schauplatz des diesjährigen Partner Summit von LANCOM Systems. Mehr als 120 Partner nutzten vom 19. bis 21. Mai die Gelegenheit zu Austausch, Networking und der Teilnahme an informativen Sessions. Highlight war die Verleihung der Partner-A...
Neue Blog Beiträge
22 June 2026
Nachlese zum Kaplan-Vortrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am 16. Juni 2026 mit Sandra Wachter, Professorin für Technologie und Regulierung am Oxford Internet Institute. Die diesjährige Kaplan-Vorlesung der ÖAW, benannt nach d...
22 June 2026
Der Leitfaden liegt auf dem Tisch. Die Rechtslage ist klar. Jetzt braucht es den Willen, die neuen Möglichkeiten auch zu nutzen.Immer wieder höre ich von Bürgermeister:innen, Vergabestellen und öffentlichen Auftraggebern: »Wir würden gerne regional&n...
17 June 2026
Irgendwann musste das kommen. Die große Gratisphase der KI war kein Geschäftsmodell, sie war Wachstumsstrategie. Nutzer gewinnen, Daten sammeln, Abhängigkeiten schaffen. Und jetzt, wo die Abhängigkeiten da sind, dreht sich das Modell um. Claude mit v...