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Bausicherheit neu denken
Laut AUVA sind die Arbeitsunfälle am Bau seit 2010 um 20 % zurückgegangen. Mit proaktivem Fehlermanagement kann die Sicherheit auf Baustellen weiter erhöht werden.
Mit 13.773 Arbeitsunfällen (ohne Wegunfälle) liegt das Bauwesen im Branchenvergleich hinter der »Herstellung von Waren« mit 14.547 Arbeitsunfällen auf Rang zwei. Besonders gefährdet sind traditionell Maurer, Bauspengler, Sanitär- und Heizungsinstallateure sowie Zimmerleute und Bautischler. Das ergibt die jüngst veröffentlichte Unfallstatistik der AUVA. Auch bei der Art der Arbeitsunfälle hat sich nichts geändert. Spitzenreiter 2025 waren Kontrollverlust (4.781), Stürze (2.282), unkoordinierte Bewegungen (2.304), Heben, Tragen, Umknicken (1.817) sowie Brechen, Fallen, Einstürzen (1.411).
Gefahren erkennen
Ein umfangreiches Sicherheitskonzept, weitreichende Koordination, regelmäßige Informationen, Unterweisungen und Schulungsmaßnahmen sowie ein achtsamer Umgang miteinander könnten die Sicherheit am Bau erhöhen. Die Betonung liegt auf könnten. »Grundsätzlich haben wir die Herausforderung der fragmentierten Gewerke«, betont Harald Kopececk, Geschäftsführer der BAUAkademie BWZ OÖ und der Zukunftsagentur Bau. Er hält seit 14 Jahren Vorträge zum Thema proaktives Fehlermanagement. »Das Problem liegt dabei oft nicht in fehlenden Gesetzen oder Vorschriften, sondern darin, wie mit Fehlern, Beinaheunfällen und Sicherheitsrisiken umgegangen wird. In vielen Fällen endet die Aufarbeitung eines Unfalls noch immer mit der Suche nach einem Schuldigen. Die eigentliche Chance – nämlich aus Ereignissen systematisch zu lernen – wird zu selten genutzt«, kritisiert er.
Datenschutzfragen und eine nach wie vor vorhandene Kultur der Verschwiegenheit erschweren zusätzlich den offenen Umgang mit Fehlern. Etwas Positives kommt von ihm aber auch: In den vergangenen Jahren hat sich im Bereich Arbeitssicherheit am Bau sehr viel positiv entwickelt, viele Unternehmen investieren heute intensiv in Sicherheitsmaßnahmen, in Schulungen und in ein Arbeitsumfeld, das ihre Mitarbeiter bestmöglich schützt. Oft werde Arbeitssicherheit aber als Bürokratismus gesehen, der nur kostet. Dem widerspricht die AUVA. Alleine für das Bauwesen sind im Jahr 2024 für die Betriebe Unfallkosten in der Höhe von 31,8 Millionen Euro für 3.852 Arbeitsunfälle im Hochbau und 56,5 Millionen Euro für jene aus vorbereitenden Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstigem Ausbaugewerbe (8.149) angefallen.

Bild: Mit dem Exoskelett S von Hilti werden Arme, Schultergelenke und -muskulatur und bei Bedarf der Nackenbereich mit Hilfe der Nackenstütze entlastet.
In der Bundesinnung Bau hat das Thema Arbeitssicherheit weiterhin hohe Priorität. In den vergangenen Jahren wurde in diesem Bereich viel umgesetzt, etwa mit dem Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGe-Plan) für Baustellen, dem branchenweiten Standardwerk »Baumappe – Sicherheit am Bau« sowie zahlreichen Schulungen, Sicherheitsberatungen und Aufklärungskampagnen. Ergänzend dazu wurde mit der e-baulehre.at eine digitale Lernplattform für die Bauwirtschaft geschaffen, die neben zahlreichen fachlichen Onlinekursen auch ein breites Angebot an Kursen und Lehrvideos zum Thema Arbeitnehmerschutz bietet. Die Plattform verzeichnet mittlerweile mehr als 600.000 Video-Downloads.
Mehr Sicherheit mit neuen Technologien
Neben besseren Prozessen und einer zentralen Koordination können auch neue Technologien die Sicherheit auf Baustellen erhöhen. Großes Potenzial sehen Expert*innen etwa in Exoskeletten. Das sind körpergetragene Assistenzsysteme, die Muskeln und Gelenke bei körperlich schwerer Arbeit wie langen Schweiß- und Schleifarbeiten in vornübergebeugter oder Überkopf-Position, beim Heben, Tragen, Positionieren schwerer Bleche und Montieren von Fenstern, Türen und Glasbauteilen entlasten. »Die flexibel tragbaren Stützgerüste bringen für den Körper eine signifikante Entlastung, indem sie die Belastung bis zu einem Drittel reduzieren und gleichzeitig eine ergonomisch korrekte Körperhaltung fördern«, betont Bernhard Bär, Sortimentsmanager Arbeitsschutz bei Haberkorn. Das Vorarlberger Unternehmen bietet mit SoftExo Lift, SoftExo Hold und SoftExo Carry innovative Exoskelette von Hunic.
Hintergrund: Hitzeschutzverordnung

Bild: Robert Jägersberger, Bundesinnungsmeister Bau, sieht in der Hitzeschutzverordnung hauptsächlich ein Mehr an Bürokratie für ein Problem, das bereits rechtlich geregelt ist.
Laut Europäischem Klimabericht könnten im Sommer 2026 neue Hitzerekorde auftreten, die Hitzeschutzverordnung wird aktuell. Die Bundesinnung Bau erkennt in der Verordnung jedoch hauptsächlich Bürokratie. »Der Arbeitnehmerschutz ist seit Jahren durch gesetzliche Regelungen abgedeckt. Die Verordnung bringt keinen praktischen Mehrwert«, so Bundesinnungsmeister Robert Jägersberger. Hilfe zur praxisgerechten Umsetzung bietet eine Musterevaluierung, die von den Bauverbänden erstellt wurde.
Die Formulare stehen unter www.bau.or.at/arbeitssicherheit zur Verfügung.
Sicher arbeiten bei Hitze
Am Bau sind Beschäftigte häufig über Stunden direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Umso wichtiger ist eine durchdachte Ausstattung, die vor Hitze sowie Sonneneinstrahlung schützt und zudem die Arbeitssicherheit gewährleistet. Spezialisten für Betriebstextilien unterstützen Unternehmen bei der Auswahl eines geeigneten Sommer-Outfits und übernehmen, wie etwa Mewa, auch die fachgerechte Pflege und Instandhaltung der Textilien.
An richtig heißen Tagen bewährt sich luftig geschnittene Arbeitskleidung: Sie fördert die Luftzirkulation an der Körperoberfläche und trägt so zum Wohlbefinden bei. Ergänzend sorgen thermoregulierende Funktionsmaterialien dafür, dass Feuchtigkeit von der Haut nach außen transportiert wird und eine natürliche Kühlung entsteht. Auch die Farbe der Kleidung spielt eine Rolle. Helle Textilien reflektieren das Sonnenlicht und können helfen, die Wärmeaufnahme zu reduzieren. Dunklere Stoffe sind oft dichter gewebt und schützen die Haut deshalb besser vor UV-Strahlung.
Grundsätzlich gilt: Bedeckung ist der effektivste Schutz vor intensivem Sonnenlicht. Daher können auch langärmlige Oberteile im Sommer sinnvoll sein.
Auch lange Hosen haben im Sommer Vorteile. Sie schützen vor Verletzungsgefahr durch Funkenflug, scharfe Kanten oder abrasive Materialien. Hosen aus leichten, strapazierfähigen Materialien, wie z. B. aus der Kollektion Force Heavy Duty von Mewa, bieten hier einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Schutzwirkung und Bewegungsfreiheit.
Auch das Tragen von Handschuhen bleibt in vielen Bereichen trotz Hitze Pflicht. Dafür stehen Modelle aus modernen, atmungsaktiven Textilien zur Verfügung, die für die optimale Luftzirkulation sorgen und den Hitzestau reduzieren. Mewa bietet für die Baubranche eine Vielzahl kombinierbarer Looks an, die im Rundum-Service bereitgestellt und saisonal angepasst werden können. »Das reduziert organisatorischen Aufwand und spart Lagerkapazitäten im Betrieb«, heißt es seitens Mewa. Ergänzend gibt es im Mewa-Onlineshop für Kundinnen und Kunden, die bereits den Rundum-Service nutzen, eine qualitätsgeprüfte Auswahl an Kaufartikeln.
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