Montag, März 04, 2024
Best of: Digitalisierung
(Titelbild: Eplan)

Ständig ist von mehr Digitalisierung am Bau die Rede. Aber welche Möglichkeiten gibt es überhaupt - und was lohnt sich? Der Bau & Immobilien Report hat führende IT-Unternehmen und -Entwickler gefragt, welche Lösungen sie für die Bau- und Immobilienwirtschaft im Angebot haben - von automatisierten, »digitalen Bauwerken« bis hin zu Risiko-KIs.

Eplan: Gebäudeautomation effizient planen 

Seit Jahren steigen die Anforderungen an die Gebäude in Bezug auf Umwelt-, Brand-, Gesundheits-, Schall- oder Wärmeschutz. Engmaschig vernetzte Sensoren, komplexe Konfigurationen und die immer vielfältigere Verfügbarkeit von neuen Technologien stellen Planer und Betreiber vor steigende Herausforderungen. Standardisierung und Automation helfen, den Überblick in der Planung und im Betrieb eines Gebäudes zu behalten. Eplan unterstützt Unternehmen bei der Optimierung und Anwendung durchgängiger Prozesse im Bereich des electrical engineerings, dazu zählen im Bereich der Gebäudetechnik unter anderem die Gebäudeautomation, die Schaltplanerstellung und der Schaltschrankbau.

Durch die Verwendung der Makrotechnologie können wiederkehrende Aufgaben, Bauteile oder Schaltungen mit allen relevanten Informationen wie Herstellerartikel, Leistungsdaten oder Datenpunkten vorkonfiguriert werden. Für eine optimale Übersicht lassen sich sämtliche Informationen und die dazugehörigen Pläne mittels cloudbasierten Eplan-Lösungen mit allen Projektbeteiligten zur Abstimmung und Abnahme der Anlage oder für die Wartung bereitstellen. Mit dem Einsatz der Eplan-Lösungen werden die Prozesse im Bauwesen erheblich effizienter und automatisierter umgesetzt – das spart Zeit und Geld und bietet den einzelnen Gewerken nicht nur die Möglichkeit, parallel an Projekten zu arbeiten, sondern verbessert auch die Kommunikation. Dadurch werden Fehler und somit hohe Aufwände und Kosten im Nachgang vermieden.

Ishap: »Digitales Bauwerk«



»Das Bauwerk der Zukunft informiert selbstständig über seinen Bedarf« – diese Vision hat Ishap zum Programm gemacht. Denn mit dem »Digitalen Bauwerk« haben Bau- und IT-Profis in enger Zusammenarbeit ein umfassendes Dokumentationskonzept für den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks – von der Planung, über das Bauen bis hin zum Facility Management und der Bewirtschaftung von Immobilien – entwickelt. Einzigartig dabei ist die Kombination aus persönlicher Dienstleistung (u. a. ÖNÖRM B 1300, Bauakt-Digitalisierung, Bauwerksbuch, Beweissicherung) und innovativer Software. Damit reduzieren Eigentümer, Bauträger, Generalunternehmen und Hausverwaltungen ihr Haftungsrisiko und erhöhen gleichzeitig ihre Rechtssicherheit, Effizienz und Qualität. Nicht umsonst ist das Wiener Unternehmen mit der Software-Lösung ISHAPCARD Marktführer in der Personaldokumentation auf Baustellen. 

Magenta Business: Energieeffizienz-Lösung für nachhaltiges Gebäudemanagement 



Das Thema Nachhaltigkeit wird im Wohn- wie im Bürobau immer bedeutender. Im Hinblick auf das Gebäudemanagement steht vor allem die Energieeffizienz im Fokus. Eine Energieverbrauchsmonitoring-Lösung von Magenta Business sorgt für eine transparente Überwachung und Analyse des Energieverbrauchs – ob für Strom, Wasser oder Wärme. Durch die vollautomatisierte Fernablesung liefert die Lösung detaillierte Kennzahlen, um den Verbrauch von bis zu fünf Zählern gleichzeitig im Blick zu behalten. Diese Daten können dann verwendet werden, um den Energieverbrauch zu analysieren, Spitzenzeiten zu identifizieren und ineffiziente Prozesse zu erkennen. Eine spezielle IoT-Technologie namens NarrowBand IoT macht die Datenübertragung bei starken Hindernissen auch unterirdisch möglich. 

Microsoft: Risikomanagementlösung für die Strabag



Gemeinsam mit der Strabag hat Microsoft einen Data Science Hub aufgebaut, um dezentrale Daten zu sammeln und daraus wertvolle Informationen zu gewinnen. Eine zentrale Anwendung ist eine KI-basierte Risikomanagementlösung, die bewertet, welche Bauprojekte scheitern könnten. Die Lösung ermöglicht es, die potenziellen Auswirkungen eines Projekts in seinen frühesten Phasen zu bewerten, indem es mit allen realisierten Projekten vergleicht – und so die damit verbundenen Risiken minimiert. In weiterer Folge führen die Spezialisten der Strabag weitere Vergleiche durch, überprüfen die Projekte und priorisieren die Arbeit neu. Mit Daten aus nur drei Monaten kann der Algorithmus Risiken mit einer Genauigkeit von 80 Prozent vorhersagen. 

smino: Individuelle Lösungen für Bauprojekte 

Das Schweizer Unternehmen smino hat eine App entwickelt, die Informationen auf einer webbasierten Plattform zentralisiert und zeitgleich Bauherr*innen, Behörden, Planer*innen, Architekt*innen und Unternehmer*innen in jeder Phase eines Bauprojekts vernetzt. Smino bietet Kontrolle und Übersicht über Bauprojekte, Pläne und Dokumente sind zentral abgelegt. Weitere Schnittstellen gibt es zu verschiedenen Buchhaltungslösungen ebenso wie zu Budget- und Finanzthemen. Kosten und Arbeitszeiten für administrative Aufgaben werden mit smino signifikant reduziert und gleichzeitig wird die Produktivität gesteigert. Funktionen beinhalten beispielsweise Kontaktverwaltung, Aufgaben- und Mängelmanagement, Protokollwesen, Projektraum, Abnahmeprotokolle oder BIM.

Mit der Anwendung »Überprüfung von 3D-Modellen auf Kollision und Qualität« ist smino bis dato der einzige Anbieter am Markt.  Smino ist seit 2022 auch in Österreich und Deutschland vertreten. Die App wird laufend weiterentwickelt und ist mittlerweile in sechs Sprachen – Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Katalanisch – erhältlich. 

Nagarro: Digitalisierung der visuellen Inspektion 



Traditionell werden Kontrollen in der Produktion manuell durchgeführt und die Aufzeichnungen in Excel abgebildet. Dieser Prozess führt zu Fehlern und Verzögerungen bei der Planung, Koordination und Inspektion. Für Palfinger hat Nagarro eine Onlineplattform entwickelt, um den visuellen Inspektionsprozess mit der bestehenden Geschäftslogik und dem rollenbasierten Zugriff zu digitalisieren. Die in acht Wochen entwickelte Anwendung ermöglicht es den Qualitätsprüfern, in der Produktion Bauteile zu prüfen, Fehler zu protokollieren, Bilder hochzuladen und die Prüfergebnisse zusammen mit den Messergebnissen zu speichern. Mit Hilfe dieser Anwendung wurde der gesamte visuelle Inspektionsprozess für Bauteile digitalisiert und die Erstellung des Inspektionsprotokolls automatisiert. Ein Dashboard bietet eine werksinterne, regionale und globale Ansicht der Inspektionsergebnisse durch Dashboard-Grafiken und Diagramme.

projectnetworld: Digitales Bauprojektmanagement

Das im Jahr 2000 gegründete Wiener Software Unternehmen Project Networld AG gilt als österreichischer Pionier in der Digitalisierung von Bauprojekten. Die digitale Bauprojektmanagement-Software projectnetworld bildet das Konzept von CDE (Common Data Environment) als zentrale Informationsquelle für alle am Bauprozess beteiligten Unternehmen ab. Alle Werkzeuge sind über eine Oberfläche nutzbar und sorgen für effiziente Projekte. Schnittstellen zu anderen Systemen ermöglichen einfachen Datenaustausch.



Mit der All-in-One-Software sehen alle am Projekt Beteiligten die für sie relevanten Informationen betreffend Zeitplan, Kosten und Inhalt des Projekts, und zwar über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Jeder hat stets aktuelle Infos zur Verfügung, wodurch Fehler und Missverständnisse verhindert werden. Automatisierte Workflows ermöglichen effizientes Bauen und vermeiden zusätzliche Kosten, die etwa durch Stehzeiten entstehen können. Das Multi-Device-Konzept ermöglicht einen standort- und geräteunabhängigen Zugriff auf alle Daten in Echtzeit.

(Bilder: ISHAP/Stefan Zamisch, Magenta, Mircosoft, S Immo, Nagarro, projekt networld)

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