Mittwoch, September 30, 2026

Mehrwert für Manager

Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit rückläufigem Absatz zeichnet sich 2026 eine vorsichtige Trendwende am westeuropäischen Fenstermarkt ab. Das Absatzvolumen wird voraussichtlich um 1,2% zulegen. Von einer echten Entwarnung kann aber noch nicht gesprochen werden.

Fenstereinbau

Die aktuellen Zahlen von Interconnection zeigen, dass der Markt von einer vollständigen Erholung noch ein gutes Stück entfernt ist. Das Vorkrisenniveau ist vielerorts noch nicht erreicht und die Entwicklung verläuft innerhalb Westeuropas zunehmend unterschiedlich. Die Erholung des Fenstermarktes ist kein flächendeckender Aufschwung, sondern wird laut Interconnection von den einzelnen Regionen und Ländern in unterschiedlichem Tempo getragen.

DACH setzt Erholung in Gang – Westeuropa bleibt uneinheitlich
Der DACH-Raum gibt 2026 wichtige Impulse für die Erholung des westeuropäischen Fenstermarktes: Das Absatzvolumen steigt voraussichtlich um 2,3% auf 16,8 Millionen Fenstereinheiten. Bemerkenswert ist dabei die Diskrepanz zwischen dem deutlichen Anstieg der Baugenehmigungen und der moderateren Entwicklung der tatsächlichen Baubeginne. Dies deutet darauf hin, dass Projektentwickler zunehmend neue Vorhaben vorbereiten, bei der tatsächlichen Umsetzung jedoch weiterhin vorsichtig agieren. Insbesondere in Deutschland bremsen der Nahostkonflikt und ein erneuter Anstieg der Baukosten die Dynamik und stellen zusätzliche Herausforderungen für Projektentwickler und Bauunternehmen dar. In der Schweiz ist die Situation hingegen günstiger: Der anhaltende Wohnraummangel und niedrige Leerstandsquoten stützen den Wohnbau, während das niedrige Zinsniveau die Finanzierungsbedingungen zusätzlich begünstigt. Auch der öffentliche Bau profitiert von einem hohen Auftragsvolumen, insbesondere bei Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen. Gleichzeitig zeigt sich die Erholung in Westeuropa nicht flächendeckend: Während Frankreich und die Benelux-Länder erste Anzeichen einer Erholung des Absatzvolumens zeigen, bleibt die Entwicklung in anderen Ländern angespannt. Großbritannien verzeichnet 2026 einen weiteren Rückgang um 4,9% auf 8,96 Millionen Fenstereinheiten und damit das vierte rückläufige Jahr in Folge. Auch Italien bleibt aufgrund der Einschränkungen beim Superbonus von einer verhaltenen Nachfrage geprägt.

Nicht-Wohnbau entwickelt sich 2026 dynamischer als der Wohnbau
Der Nicht-Wohnbau entwickelt sich 2026 am aggregierten Fenstermarkt in Westeuropa etwas besser als der Wohnbau und wird voraussichtlich um 1,7% auf 19,3 Millionen Fenstereinheiten zulegen, während der Wohnbau lediglich um 1,0% auf 40,4 Millionen Einheiten wächst. Damit ist der Anteil des Wohnbaus am Gesamtmarkt seit 2022 von rund 70% auf 67,5% im Jahr 2026 zurückgegangen. Hohe Baukosten, ein weiterhin relativ hohes Zinsniveau und insbesondere die eingeschränkte Leistbarkeit von Wohnraum haben dazu geführt, dass sich die Nachfrage nach Neubauwohnungen nur langsam erholt. Der Wohnungsneubau kommt daher erst allmählich aus seinem Tief. Der Nicht-Wohnbau ist hingegen während der Krise weitgehend stabil geblieben und startet 2026 entsprechend von einer deutlich besseren Ausgangsbasis. Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche des Neubaus: Sein Anteil am gesamten westeuropäischen Fenstermarkt liegt 2026 nur noch bei 31,1%, im Wohnbau sogar bei lediglich 23,0% – historisch betrachtet außergewöhnlich niedrige Werte. „Der Wohnungsneubau bleibt derzeit der entscheidende Bremsfaktor für die Erholung des Fenstermarktes, da hohe Baukosten und die eingeschränkte Leistbarkeit von Wohnraum die Nachfrage weiterhin dämpfen“, so Studienautor Laszlo Barla.

Metall gewinnt Marktanteile
Da der Nicht-Wohnbau in vielen Ländern Westeuropas seit 2022 stabiler geblieben ist als der Wohnbau, konnten Metallfenster ihre Position am aggregierten Markt weiter ausbauen. Ihr Absatzanteil am westeuropäischen Fenstermarkt ist von 26,4% im Jahr 2022 auf voraussichtlich 28,1% im Jahr 2026 gestiegen. Gleichzeitig zeigen sich interessante Gegentendenzen in einigen traditionell von Metallfenstern geprägten Märkten: In Spanien, Portugal und Italien haben sich insbesondere PVC-Fenster in den vergangenen Jahren deutlich besser entwickelt und Marktanteile hinzugewonnen. „Die Materialentwicklung verläuft damit keineswegs einheitlich: Während Metallfenster vom stabileren Nicht-Wohnbau profitieren, gewinnt PVC insbesondere in einigen südeuropäischen Märkten an Bedeutung“, so Studienautor Laszlo Barla.

Press-Chart-WEU-DE.jpg

Populär

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2026!

IT-Projekte: Einreichen und gewinnen – eAward 2027!

Der Wirtschaftspreis eAward zeichnet Digitalisierungsprojekte aus dem Raum...

Best of ... Connectivity

Vernetzung und Kommunikation auf Wasserstraßen, im Außendienst, im Vertrieb, im...
Elektrischer Mercedes-Benz eActros 600 mit Holcim-Silosattelauflieger an einer Ladestation in Mannersdorf, daneben drei Mitarbeiter.

Strom für die schweren Aufgaben

Holcim Österreich und Daimler Truck Austria zeigten im Zementwerk Mannersdorf, welche...
Bürogebäude von Primetals Technologies

Primetals: Brownfield-Conversion auf SAP S/4HANA

Atos hat gemeinsam mit Primetals Technologies ein weiteres internationales...
Visualisierung des Projekts PIER05 an der Seestädter Waterfront mit mehreren Gebäuden direkt am Wasser.

Viermal ÖGNI-Gold für PIER05

Für PIER05 in der Seestadt Wien liegen nun ÖGNI-Gold-Vorzertifikate für alle...
Kosmos und IBM: Modernes Deployment und automatische Skalierung

Kosmos und IBM: Modernes Deployment und automatische Skalierung

Ob zu Ostern oder zu Weihnachten, während der Geschenkesaison geht es beim...

Leben & StilView all

Office & TalkView all

Produkte & ProjekteView all